{"id":452,"date":"2013-06-01T21:22:55","date_gmt":"2013-06-01T19:22:55","guid":{"rendered":"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/?p=452"},"modified":"2013-06-01T21:22:55","modified_gmt":"2013-06-01T19:22:55","slug":"stubaital-juli-oktober-1985-ausgrabungsprotokoll-17","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/?p=452","title":{"rendered":"Stubaital, Juli \u2013 Oktober 1985, Ausgrabungsprotokoll 17"},"content":{"rendered":"<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Die reichen Fundvorkommen an einer derart kleinr\u00e4umigen Grabungsstelle \u2013 die noch dazu (wie es allerding leider nur allzu oft im arteologischen als auch arch\u00e4ologischen Alltag vorkommt) nur unter sehr eingeschr\u00e4nkten zeitlichen Bedingungen prim\u00e4r beforscht werden konnte, verlangen nach einer eingehenden und strukturellen Analyse im topografischen als auch geografischen Rahmen unter Einbeziehung aller bisher relevanten arteologischen Daten.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/wp-content\/uploads\/stubi_09_84-22.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-453\" alt=\"stubaital, 1985, dr. arkadasch, arteologie\" src=\"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/wp-content\/uploads\/stubi_09_84-22-150x150.jpg\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a>Das Stubaital als sich von S\u00fcdwesten nach Nordosten streckendes, kleines Gebirgstal, mit einer nach Vereinigung von mehreren B\u00e4chen beginnenden tats\u00e4chlichen Talsohle, erstreckt sich \u00fcber ca. 14 km bis zum Ort Sch\u00f6nberg (wohingegen der Bach\/Fluss selbst erst viel weiter n\u00f6rdlich, im Gebiet von Unterberg in die Sill m\u00fcndet. Der Talverlauf sowie seine topografische Formung gehen zum gr\u00f6ssten Teil auf die glazialen Schiebungen der letzten Eiszeit zur\u00fcck und wird selbst heute noch durch die verbliebenen Gletscher in den Stubaier Alpen mittels Schmelzw\u00e4sser, aber auch durch moderne, von Menschenhand geschaffene, verkehrstechnische Erschliessungen mit asphaltierten Strassen sowie durch andere fremdenverkehrsbedingte Massnahmen (Hotelbauten, Anlage von Schipisten und Seilbahnbauten\u2026) gestaltet. Verkehrstechnisch wurde dieses Tal jedoch immer schon \u00fcber das Gebiet der heutigen Gemeinde Sch\u00f6nberg erschlossen, da sowohl Fussl\u00e4ufigkeit als auch eine fuhrwerkstaugliche Trassierung nicht entgegengesetzt zur Verlaufsrichtung der Stubaier Ache (so der Name des Wasserlaufes) sinnvoll erfolgen konnte, da sowohl die hydrogeologischen Voraussetzungen als auch die topografische Beschaffenheit des gesamten Gel\u00e4ndes eine derartige Erschliessung als unzweckdienlich erscheinen liessen.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">S\u00e4mtliche Wegtrassierungen \u2013 bis herauf in die heutige Zeit \u2013 haben neben den reinen Faktoren der Machbarkeit und Wirtschaftlichkeit zudem folgende Pr\u00e4missen zu ber\u00fccksichtigen:<\/p>\n<p class=\"MsoListParagraphCxSpFirst\" style=\"text-align: justify; text-indent: -18.0pt; mso-list: l0 level1 lfo1;\"><span style=\"mso-fareast-font-family: Arial;\"><span style=\"mso-list: Ignore;\">a)<span style=\"font: 7.0pt 'Times New Roman';\">\u00a0\u00a0\u00a0 <\/span><\/span><\/span>Inwieweit passt diese infrastrukturelle Erschliessung in die jeweilige sicherheitspolitische Lage: bringt sie eine St\u00e4rkung der eigenen milit\u00e4rischen M\u00f6glichkeiten (sowohl in der Expansion als auch in der Verteidigung) mit sich?<\/p>\n<p class=\"MsoListParagraphCxSpLast\" style=\"text-align: justify; text-indent: -18.0pt; mso-list: l0 level1 lfo1;\"><span style=\"mso-fareast-font-family: Arial;\"><span style=\"mso-list: Ignore;\">b)<span style=\"font: 7.0pt 'Times New Roman';\">\u00a0\u00a0\u00a0 <\/span><\/span><\/span>Erscheint der Wert der eigenen \u00d6ffnung nach aussen \u2013 jeder neue Verkehrsweg bringt a priori eine kulturelle Konnotation mit sich \u2013 in Relation zu den sich daraus ergebenden Risiken w\u00fcnschenswert und steuerbar?<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Es sind mithin diese zwei Fragestellungen, welche auf Dauer gesehen dar\u00fcber entscheiden, ob eine Strassenf\u00fchrung milit\u00e4rischen Zwecken untergeordnet werden muss, oder aber in seiner Bestimmung dem Handel und dem Austausch von Waren, G\u00fctern und Dienstleistungen dient. Das Stubaital weist keinerlei nennenswerte Rohstoffe auf, reduzierte sich schon immer auf halbnomadisierende Landwirtschaft und bescheidenes Handwerk, erst das ausgehende 19. Jahrhundert und das 20. Jahrhundert (offensichtlich an die uralte Tradition des Werkzeugmachens angelehnt) brachten bescheidene Industrien in diesen Winkel Tirols. Es standen somit keinerlei sicherheitspolitische Interessen im Vordergrund, welche zu einer einschr\u00e4nkenden Trassenf\u00fchrung mit dazugeh\u00f6rendem Wehr- und Befestigungswerk gef\u00fchrt h\u00e4tten. Die \u201eKarawanserei Stubaital\u201c (sh. Clara Flobert, \u201eThe Arteological Site of Stubaital\u201c, Unipress Innsbruck, 1985) war daher wohl eine reine Niederlassung f\u00fcr Handelsreisende mit dem dienstleisterischem Schwerpunkt einer Versorgung von Mensch und Last- bzw. Nutztier. Auf Grund der bisherigen Funde ist davon auszugehen, dass hier Beherbergungsm\u00f6glichkeiten f\u00fcr bis zu maximal 40 Reisenden bestanden haben k\u00f6nnen, wobei davon auszugehen ist, dass insbesondere Hilfspersonal und Lasttiere im nahen Bereich des m\u00e4andernden Flusslaufes in Pferchen und Zelten untergebracht waren. Von einer dorf\u00e4hnlichen Siedlung mit dauerhaftem Charakter ist nicht auszugehen. Daf\u00fcr wurden auch bei mehreren Parallelsondierungen im n\u00e4heren Umfeld keinerlei hinweise gefunden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die reichen Fundvorkommen an einer derart kleinr\u00e4umigen Grabungsstelle \u2013 die noch dazu (wie es allerding&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/452"}],"collection":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=452"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/452\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":454,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/452\/revisions\/454"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=452"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=452"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=452"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}