{"id":468,"date":"2013-07-04T20:56:11","date_gmt":"2013-07-04T18:56:11","guid":{"rendered":"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/?p=468"},"modified":"2013-07-04T20:56:11","modified_gmt":"2013-07-04T18:56:11","slug":"stubaital-juli-oktober-1985-ausgrabungsprotokoll-21","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/?p=468","title":{"rendered":"Stubaital, Juli \u2013 Oktober 1985, Ausgrabungsprotokoll 21"},"content":{"rendered":"<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Der humanoide Fund, welcher hier im Gemeindegebiet von Telfes (Stubaital) gefunden wurde, und der mittlerweile in Anlehnung an die beiden bisherigen humanoiden Funde im Inntal und Wipptal den popul\u00e4rwissenschaftlichen Namen \u201eStubi\u201c erhalten hat, weist eine augenscheinliche Besonderheit auf, die diesen Fund wesentlich von den bisherigen Funden unterscheidet und zudem in dieser Art und Weise bisher weder im Alpenraum noch in den n\u00f6rdlichen bzw. s\u00fcdlich vorgelagerten gebieten vorgefunden wurde. Gleichwohl muss festgehalten werden, dass diese Besonderheit keinerlei R\u00fcckschluss auf das Fehlen derartiger Fundspezifika im Allgemeinen zul\u00e4sst, sondern vielmehr \u2013 und dies belegen zunehmend die einschl\u00e4gigen Laboranalysen \u2013 ist diese Besonderheit einzig den physikalischen Umst\u00e4nden und geologischen Rahmenbedingungen des Fundortes zu verdanken. Bei diesem Fund handelt es sich um eine rechte, humanoide Hand, die geschlechtsspezifisch sowohl von ihren anatomischen Ausformungen, als auch von ihrer surfalen Textur eindeutig als maskulin identifizierbar ist. Die Seperation dieser Hand erfolgte mit hoher Wahrscheinlichkeit post mortem mittels eines glatten, wahrscheinlich mit grossem Schwung und St\u00e4rke gef\u00fchrtem Schnitt, welcher die Durchtrennung der Gelenksknochen als auch der B\u00e4nder, Sehnen und Hautschichten in einem einzigen Streich vollzog. Dies belegt auch die durchwegs glatte und von keinerlei nennenswerten Unterbrechungen gezeichnete Schnittfl\u00e4che an der Handwurzel. Es ist aufgrund der Nachweisbarkeit von floralen Hartholzpechen und deren Vermischung mit Pottasche und ungel\u00f6schtem Kalk an der Schnittstelle davon auszugehen, dass diese Hand bewusst einem \u2013 wen auch relativ primitiven \u2013 Vermumisierungsprozess unterworfen wurde, um so jeglicher Verwesung m\u00f6glichsten Einhalt zu gebieten und dergestalt diese humanoide, rechte, maskuline Hand bewusst zu erhalten.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/wp-content\/uploads\/stubizeichnunghumanoid1.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-469\" alt=\"stubaital, 1985, humanoider fund, zeichnung 1, arteologie, dr. arkadasch\" src=\"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/wp-content\/uploads\/stubizeichnunghumanoid1-150x150.jpg\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a>Die Besonderheit des Fundes \u2013 n\u00e4mlich die Verbindung dieser Hand mit einem metallenem Cult-object (<i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">sh. Abbildung: humanoider Fund\/1985 -09-19; Team \u201eStubaital\u201c<\/i>) ergibt sich daraus zus\u00e4tzlich schl\u00fcssig und untermauert die arteologische Bedeutung dieses Fundes. Es ist davon auszugehen, dass diese Verbindung eines Cult-objects mit einer post mortem abgetrennten, maskulinen, rechten Hand eindeutig kultischen Zwecken diente und somit weder den damaligen lokalen und traditionellen Riten einer Bestattung oder Beisetzung entspricht, sondern rein zeremonialrituellen Strukturen diente.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Dies belegt auch die genaue Untersuchung des Fundortes: die Fundstelle zeigt sich als trockengemauerte Nische, welche zum \u00fcberwiegenden Teil aus etwa handtellergrossen Flachkieseln besteht und in einem Geviert von etwa 60 cm auf 70 cm eine fundamentierte Basis einschliesst, die aus unbehauenen Gneisen besteht und eine Dicke von durchschnittlich 50 cm aufweist. Die H\u00f6he der Nische l\u00e4sst sich nicht mehr eindeutig nachweisen, doch Spuren von Eichenholz legen den Schluss nahe, dass diese Nische bildstockartig (eine architektonische Besonderheit im gesamten alpinen Besiedlungbereich, welche noch heute in den christlich-katholischen Landstrichen \u2013 wenn auch in adaptierter religi\u00f6ser Form \u2013 vorfindbar ist) aufgebaut war und mit einer dachartigen Konstruktion aus Eichenholz \u00fcberdeckt wurde. Die zwei noch vorhandenen Innenkanten der Nische weisen nahezu einen rechten Winkel auf. Die Ausrichtung der rechtwinkeligen Nische l\u00e4uft in ihrer l\u00e4ngeren Achse genau in Nord-S\u00fcd-Richtung.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Nach kurzen Verhandlungen mit den verantwortlichen administrativen Kr\u00e4ften wurde die Grabungsstelle in einem weiteren Umkreis von 2 Metern freigegeben, jedoch konnten keinerlei weitere Bezugnahmen auf die Fundstelle freigelegt werden. Es ist davon auszugehen \u2013 wie leider oftmals in dergelagerten F\u00e4llen \u2013 dass die in j\u00fcngerer Zeit vorgenommenen Weg- und Strassenbauten unwiederbringlich arteologisches Material zerst\u00f6rt haben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der humanoide Fund, welcher hier im Gemeindegebiet von Telfes (Stubaital) gefunden wurde, und der mittlerweile&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/468"}],"collection":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=468"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/468\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":470,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/468\/revisions\/470"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=468"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=468"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=468"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}