{"id":474,"date":"2013-07-13T14:32:03","date_gmt":"2013-07-13T12:32:03","guid":{"rendered":"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/?p=474"},"modified":"2013-07-13T14:32:03","modified_gmt":"2013-07-13T12:32:03","slug":"stubaital-juli-oktober-1985-ausgrabungsprotokoll-22","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/?p=474","title":{"rendered":"Stubaital, Juli \u2013 Oktober 1985, Ausgrabungsprotokoll 22"},"content":{"rendered":"<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Die gewebsforensische Untersuchung der Handinnenfl\u00e4che brachte umgehend die Best\u00e4tigung, dass diese rechte, maskuline Hand tats\u00e4chlich m\u00f6glichst dauerhaft mit dem Cult-object verbunden wurde. Inwieweit dies post mortem erfolgte l\u00e4sst sich nicht verifizieren, jedoch ist davon auszugehen, dass zuerst die Abtrennung und Konservierung dieser Hand als erster Schritt vollzogen wurden, wobei bereits die Fingerstellung w\u00e4hrend des Mumifizierungsvorgangs geplant und mit Sorgfalt eingestellt wurde (somit ist von einer endg\u00fcltigen Mumifizierung erst nach der L\u00f6sung der Leichenstarre auszugehen). Expertisen des <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Forensischen Instituts der Universit\u00e4tspathologie in Bremen<\/i> (unter Leitung von <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Prof. habil. Dr. Esther Goldbl\u00fch<\/i>) beschreiben diesen Mumifizierungsvorgang wie folgt:<\/p>\n<p class=\"MsoListParagraphCxSpFirst\" style=\"text-align: justify; text-indent: -18.0pt; mso-list: l0 level1 lfo1;\"><span style=\"mso-fareast-font-family: Arial;\"><span style=\"mso-list: Ignore;\">a)<span style=\"font: 7.0pt 'Times New Roman';\">\u00a0\u00a0\u00a0 <\/span><\/span><\/span>Nach dem Ausbluten der Extremit\u00e4t wurde die gesamte Hand einem mehrt\u00e4gigen solaren Dehydrierungsprozess unterzogen, der aufgrund der pigmentiven F\u00e4rbung der Oberhaut wohl gut und gern bis zu zehn Tagen dauerte.<\/p>\n<p class=\"MsoListParagraphCxSpMiddle\" style=\"text-align: justify; text-indent: -18.0pt; mso-list: l0 level1 lfo1;\"><span style=\"mso-fareast-font-family: Arial;\"><span style=\"mso-list: Ignore;\">b)<span style=\"font: 7.0pt 'Times New Roman';\">\u00a0\u00a0\u00a0 <\/span><\/span><\/span>Anschliessend wurde die gesamte Hand in eine Art Teig aus Salz und Lehm eingebettet (Mischungsverh\u00e4ltnis: 2 Teile Lehm, 1 Teil Salz) um derart verbliebene Restfeuchtigkeit zu entziehen und somit organischen Verfallprozessen die chemischen Grundlagen zu entziehen. Reste dieser Lehm-Salzmischung wurden in Spuren unter dem rechten Daumennagel vorgefunden.<\/p>\n<p class=\"MsoListParagraphCxSpLast\" style=\"text-align: justify; text-indent: -18.0pt; mso-list: l0 level1 lfo1;\"><span style=\"mso-fareast-font-family: Arial;\"><span style=\"mso-list: Ignore;\">c)<span style=\"font: 7.0pt 'Times New Roman';\">\u00a0\u00a0\u00a0 <\/span><\/span><\/span>Abschliessend wurde diese Hand mehrfach mit einer Paste aus floralen Hartholzpechen (Harze der hier im Grunde nicht heimischen Walnuss [<i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Juglandacea<\/i>] und der Sumpf-Eiche [<i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Quercus palustris<\/i>]), welche mit Potasche und ungel\u00f6schtem Kalk vermengt wurde eingestrichen und nach einer Trocknungsphase gereinigt und abermals mit dieser Mischung gebeizt. Die desinfizierende und konservierende Wirkung dieser Mischung ist nachgewiesen.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Die Anbringung des metallenen Cult-objects erfolgte gleichfalls mittels Harz, wobei hier das Baumpech der Zirbelkiefer (<i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Pinus cembra<\/i>) zur Verwendung gelangte. Im Gegensatz zur vorgefundenen Handhaltung und der damit einhergehenden Lagerhaltung des Cult-objects konnte auf Grund der Zirbelkieferharzspuren an der Handinnenfl\u00e4che und in den Fingerzwischenr\u00e4umen desKleinen Fingers und des Ringfingers die urspr\u00fcngliche Anbringung nachgestellt werden. In der weiteren Beschreibung des Fundst\u00fcckes wird von dieser rekonstruierten Fassung ausgegangen, um auf diese Weise der origin\u00e4ren Darstellung zu entsprechen.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/wp-content\/uploads\/humanoidzeichnungstubihand2.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-475\" alt=\"humanoider fund, zeichnung 2, stubaital 1985, arteologie, dr. arkadasch\" src=\"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/wp-content\/uploads\/humanoidzeichnungstubihand2-150x150.jpg\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a>Diese humanoide, rechte, maskuline Hand weist, gemessen von der Abtrennungsstelle bis zur Spitze des Mittelfingers eine Gesamtl\u00e4nge von 15,63 cm auf. Die Handstellung erscheint leicht ge\u00f6ffnet, angespreizt und vermittelt den Eindruck einer sich darbietenden Hand (die Geste des \u201eGebens\u201c). Am Handgelenk, direkt an der Abtrennungsstelle gemessen, betr\u00e4gt der Querdurchmesser 5,15 cm. Die Spreizung von der Daumenwurzel bis zum mittleren Gelenk des Kleinen Fingers misst 7,02 cm. Der Daumen, welcher zur Nullebene der Darstellung 1,70 cm \u00fcberh\u00f6ht ist, hat eine L\u00e4nge von 10,25 cm, wobei hier der Messendpunkt an der Abtrennungslinie vorgenommen wurde. Der Zeigefinger, der sich 3,51 cm \u00fcber die Nullebene erh\u00f6ht weist eine Innenl\u00e4nge zum Daumen von 10,40 cm aus, w\u00e4hrend die L\u00e4nge des Mittelfingers (der gleichzeitig der l\u00e4ngste Finger dieser Hand ist) zur gleichen Messstelle am inneren des Daumens 11,38 cm betr\u00e4gt. Dieser Mittelfinger \u00fcberh\u00f6ht sich von der Nullebene lediglich an der Fingerspitze um 0,9 cm und liegt mit seinem mittleren Gelenk direkt auf der Nullebene auf. Der Abstand zwischen Mittelfinger- und Zeigefingerspitze misst 3,60 cm, der zwischen Kleinem Finger und Ringfinger 2,20 cm und die Spannweite zwischen Mittelfinger und Kleinem Finger betr\u00e4gt 3,15 cm.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Beim Cult-object handelt es sich um einen gleichartigen metallischen Gegenstand, wie er bereits am 5. August 1985 in unmittelbarer N\u00e4he gefunden wurde, jedoch weist dieses Cult-object KEINE offene Spreizung an seiner dem Griffst\u00fcck gegen\u00fcberliegenden Seite auf. Ident jedoch sind die schriftzeichenartigen Verzierungen am Griffst\u00fcck, sowie die 5 mm im Durchmesser betragende Bohrung am Ende des Griffst\u00fccks. Generell gilt, dass es sich hierbei sowohl von den verarbeiteten Materialien, bis hin zur Formgebung um ein Objekt handelt, welches zeitnah und handwerksgetreu f\u00fcr einen identischen Verwendungszweck hergestellt wurde (sh.: <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Stubaital, Juli \u2013 Oktober 1985, Ausgrabungsprotokoll 16<\/i>).<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Die mechanisch-fixe Verbindung zwischen Hand und Opfergabe(?) wurde mittels Zirbelkieferharz hergestellt, wobei das halbhohle Innere des Werkzeuggriffs im hinteren, zur Handfl\u00e4che zeigenden Teil zur G\u00e4nze mit Harz ausgef\u00fcllt wurde, um so eine Art von Verklebung zu gew\u00e4hrleisten, welche mit zunehmender Aush\u00e4rtung sich verfestigte und gleichzeitig bis zu einem Temperaturbereich zwischen 5 \u00b0 Celsius und 23 \u00b0 Celsius bruchfest und elastisch verblieb.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die gewebsforensische Untersuchung der Handinnenfl\u00e4che brachte umgehend die Best\u00e4tigung, dass diese rechte, maskuline Hand tats\u00e4chlich&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/474"}],"collection":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=474"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/474\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":476,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/474\/revisions\/476"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=474"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=474"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=474"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}