{"id":491,"date":"2013-09-09T14:57:07","date_gmt":"2013-09-09T12:57:07","guid":{"rendered":"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/?p=491"},"modified":"2013-09-09T14:57:07","modified_gmt":"2013-09-09T12:57:07","slug":"lechtal-juli-september-1992-ausgrabungsprotokoll-3","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/?p=491","title":{"rendered":"Lechtal, Juli \u2013 September 1992, Ausgrabungsprotokoll 3"},"content":{"rendered":"<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">In den Jahren ab 1987 bis 1991 verbrachte Dr. Arkadasch regelm\u00e4ssig die Institutsferien f\u00fcr sechs Wochen in Nordtirol und erkundete dabei mit wechselnden Gruppen von Studierenden die Nordtiroler Talschaften im Hinblick auf arteologische Substanz. Diese pedale Exkursion war bei den Studierenden verschiedenster Institute sehr beliebt, da es Dr. Arkadasch verstand, neben den rein arteologischen Aspekten auch die ethnologischen Fragestellungen des kulturellen Konnexes, angefangen von der Frauenfrage bis hin zur immer noch typischen ruralen Kinderarbeit im landwirtschaftlichen Sektor auf beeindruckende Weise zu verbinden. Frau Dr. Sudanavesi begleitete im Jahre 1989 und 1990 f\u00fcr mehrere Wochen diese Wanderungen und erweiterte so das Spektrum dieser Erkundungen um den anthropologischen als auch genealogischen Zugang.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Im Hinblick auf \u201eLand und Leute\u201c ist wohl kaum eine Reiseart geeigneter um Eigenheiten und Charakteristika einer spezifischen eingeborenen Gruppe zu erforschen, als die Wanderung per pedes. Es b\u00fcrgerte sich im Laufe der ersten zwei Wanderjahre ein, dass jeweils am Abend in einer Art von offenem Seminar die Erkenntnisse aber auch Fragestellungen des Tagesablaufes diskutiert und dokumentiert wurden. Dies f\u00fchrte ab 1989 zu einer j\u00e4hrlichen Publikation bis 1991, welche unter dem Titel <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">\u201eNordtirol und seine T\u00e4ler \u2013 eine scientive Wanderung\u201c<\/i> ver\u00f6ffentlicht wurden (<i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Unipress Izmir, ISBN 7 893 4572<\/i>).<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Zum \u00fcberwiegenden Teil setzten sich die Gruppen der Studierenden aus Personen des arabisch-t\u00fcrkischen Raums zusammen, darunter mehrere Doktoranden und Doktorandinnen unterschiedlichster wissenschaftlicher Bereiche. Es geh\u00f6rte zum geplanten Ablauf derartiger Wanderungen, dass lediglich bis zu einem vorher festgelegten Ausgangspunkt per \u00f6ffentlichen Verkehr angereist wurde. Ab diesem Punkt wurde der Weg im Fussmarsch bew\u00e4ltigt, wobei weder die Anzahl der vorgegebenen Kilometer oder gar eine Art Etappenziel als Soll vorgegeben waren, sondern vielmehr galt es dabei die Reiseroute genauestens unter den jeweiligen wissenschaftlichen Pr\u00e4missen zu inspizieren und zu diagnostizieren. Dass sich unter diesen Voraussetzungen rasch die Form eines kommunikativen Zirkels entwickelte, welcher auf hohem Niveau mit den Mitteln der Naturwissenschaften und der Philosophie die auftretenden Fragestellungen interpretierte und analysierte, verlieh diesen Wanderungen die nach aussen ungezwungene Sph\u00e4re eines Symposions, w\u00e4hrend insgesamt gerade durch die Interdisziplinit\u00e4t ein gesundes Konkurrieren um Ideen, Thesen und Erkenntnisse den inneren Dialog befl\u00fcgelte.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/wp-content\/uploads\/DSC00520.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-492\" alt=\"lechtal, 1987, dr.arkadasch, arteologie\" src=\"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/wp-content\/uploads\/DSC00520-150x150.jpg\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a>Der Alltag dieser Wanderforschungen war wesentlich von diversen Wetterkapriolen gekennzeichnet, wie sie selbst in den Sommermonaten f\u00fcr inneralpine Regionen typisch sind. Die Kontaktaufnahme zu eingeborenen Bev\u00f6lkerungsgruppen gestaltete sich divergent: w\u00e4hrend in touristisch erschlossenen Gebieten den Gruppen mit relativer Skepsis begegnet wurde \u2013 was zum einen auf die eher bescheidenen Ausgaben im Hinblick auf Unterbringung und Verk\u00f6stigung zur\u00fcck zu f\u00fchren sein d\u00fcrfte; die Gruppen n\u00e4chtigten vorwiegend in einfachen Pensionen, Jugendherbergen oder auf Campingpl\u00e4tzen und waren in kulinarischer Hinsicht Selbstversorger, und zum anderen auf die Fremdsprachlichkeit der Gruppe insgesamt <span style=\"mso-spacerun: yes;\">\u00a0<\/span>\u2013 kam es in den \u00e4rmlicheren und vom Tourismus weitestgehend unber\u00fchrten Zonen der T\u00e4ler oftmals zu durchaus freundlichen Begegnungen. Wobei die Tiroler Bev\u00f6lkerung insgesamt eher zu monet\u00e4r bezogener H\u00f6flichkeit neigt, als dass sie den Gedanken der Gastfreundschaft als immanenten Wert in ihrem kulturellen Kontext verwurzelt h\u00e4tte.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">S\u00e4mtliche dieser Wanderungen wurden von Dr. Arkadasch geplant und organisiert, wobei er mittels seines privaten Kraftfahrzeuges sowohl die Routenauswahl, als auch den Gep\u00e4cktransport vorab in Eigenregie durchf\u00fchrte.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In den Jahren ab 1987 bis 1991 verbrachte Dr. Arkadasch regelm\u00e4ssig die Institutsferien f\u00fcr sechs&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/491"}],"collection":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=491"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/491\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":493,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/491\/revisions\/493"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=491"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=491"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=491"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}