{"id":519,"date":"2013-09-27T20:20:20","date_gmt":"2013-09-27T18:20:20","guid":{"rendered":"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/?p=519"},"modified":"2013-09-27T20:20:20","modified_gmt":"2013-09-27T18:20:20","slug":"lechtal-juli-september-1992-ausgrabungsprotokoll-9","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/?p=519","title":{"rendered":"Lechtal, Juli \u2013 September 1992, Ausgrabungsprotokoll 9"},"content":{"rendered":"<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Durch die im Vorplanstudium befindlichen Flurbereinigungen und damit verbundenen Begradigungen des Flusses Lech war sehr rasch allen an der arteologischen Forschung des Nordtiroler Gebietes klar, dass m\u00f6glichst umgehend mit den arteologischen Grabungen im Zuge einer Expedition in dieser Talschaft begonnen werden musste, um so unwiederbringliche Verluste an Artefakten und arteologisch relevanten sonstigen Funden zu vermeiden. Nach eingehenden Beratungen und einer dem Zwecke entsprechenden, auf das Verst\u00e4ndnis aller Verantwortlichen im Gebiet des politischen Bezirks Reutte herunter gebrochenen Information konnte umgehend mit der Festlegung der prim\u00e4ren Grabungszone im Lechtal begonnen werden.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Die vorangegangene fussl\u00e4ufige Erkundungsexpedition legte dabei die aus alter Zeit bekannten und noch immer in Verwendung stehenden Handelsrouten ihren \u00dcberlegungen zu Grunde und konnte so die Schnittstelle dieser alten Handelswege festlegen. Es wurde dabei davon ausgegangen, dass die heutige Hauptverkehrsverbindung vom Inntal ins Lechtal \u00fcber den 1.212 m hohen Fernpass dabei vom arteologischen Standpunkt ausser Acht gelassen werden konnte, da dieser Verkehrsweg erst in den vergangenen Jahrhunderten insoweit als erschlossen angesehen werden kann, als dass die daf\u00fcr erforderlichen Wegplanungen und bautechnischen Umsetzungen in der Arteologischen \u2013 aber auch Hocharteologischen Zeitspanne noch nicht zielf\u00fchrend und wirtschaftlich sinnvoll umzusetzen waren. Viel mehr stellte sich heraus, dass die vergleichsweise hochalpine Routenf\u00fchrung \u00fcber das sogenannte Hahntennjoch (auch Hantenjoch oder Hantennjoch bezeichnet), ein Gebirgspass der auf seiner Scheitelh\u00f6he eine H\u00f6he von 1.894 m. \u00fc. A. aufweist, jener Weg war, welcher seit vielen Jahrhunderten das nordtirolerische Inntal ab Imst mit der Gemeinde Elmen im Lechtal verbindet. Diese Weg- bzw. Strassenf\u00fchrung von einer L\u00e4nge von 29 km war und ist lediglich in den Sommermonaten relativ gefahrlos zu bew\u00e4ltigen, da bereits im Sp\u00e4therbst bis hinein in das sp\u00e4tere Fr\u00fchjahr dieser Route durch winterliche F\u00e4hrnisse vollkommen beeintr\u00e4chtigt und unpassierbar ist. Selbst heute noch herrscht in diesem Zeitraum eine generelle Wintersperre.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/wp-content\/uploads\/lechi_08_92-14.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-520\" alt=\"lechtal 1992, dr. arkadasch. arteologie\" src=\"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/wp-content\/uploads\/lechi_08_92-14-150x150.jpg\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a>Nach der \u00dcberschreitung der Passh\u00f6he des Hahntennjochs f\u00fchrt der schmale Weg\/die schmale, teilweise einspurige und kurvenreiche Strasse \u00fcber die Weiler Pfafflar und Bschlabs hinunter ins Lechtal und m\u00fcndet dort nach einer langgezogenen kehre in die Lechtaler Bundesstrasse ein. Nach wenigen hundert Metern in Richtung Norden\/Reutte zweigt eine kleine Seitenstrasse linkerhand zum Fluss Lech ab. Dieser Weg wird \u201eKlimm\u201c genannt und weist eine Schotterabzweigung direkt entgegengesetzt zur Fliessrichtung des Flusses Lechs auf, der sich an dieser Stelle verbreitert und zahlreiche Schotterb\u00e4nke sowie, je nach Wasserstand mehrere Flussarme ausformt. In s\u00fcdwestlicher Richtung schliesst sich das Tal durch bis an die Ufer des Flusses reichende Bewaldung, w\u00e4hrend in nord\u00f6stlicher Richtung von hier ab das Tal bis in den Kessel von Reutte sich verkehrstechnisch \u00f6ffnet und somit auch besiedlungstechnisch relevant wird, da ab hier beidufrig Massnahmen der Erschliessung und Urbarmachung nachhaltig feststellbar sind. Die Weiterf\u00fchrung der Wegroute entlang des Flusses Lech bis hin zum heutigen Vorarlberg kann als eher untergeordnet bezeichnet werden, da sowohl der Warenaustausch als auch die transalen und insistalen Wanderbewegungen auf die Hauptverkehrsm\u00f6glichkeiten \u00fcber das Hahntennjoch und weiter entlang des Lechtales bis nach Reutte und von dort aus in den S\u00fcddeutschen Raum \u00fcberwiegend beschr\u00e4nkt blieben. Am Kreuzungspunkt des Weges durch das Lechtal mit dem alpinen \u00dcbergang \u00fcber das Hahntennjoch befindet sich die bereits erw\u00e4hnte Flussausformung \u201eKlimm\u201c, welche durch ihre aquaterrestale Ausformung als klassische Furt und somit als Fluss\u00fcbergang zu werten ist.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Derartige neuralgische Verkehrsknoten sind meist auch prim\u00e4re arteologische Fundstellen und so wurde nach kurzer Beratung einvernehmlich beschlossen an dieser Stelle mit den Grabungen zu beginnen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Durch die im Vorplanstudium befindlichen Flurbereinigungen und damit verbundenen Begradigungen des Flusses Lech war sehr&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/519"}],"collection":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=519"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/519\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":521,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/519\/revisions\/521"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=519"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=519"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=519"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}