{"id":523,"date":"2013-10-06T16:59:45","date_gmt":"2013-10-06T14:59:45","guid":{"rendered":"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/?p=523"},"modified":"2013-10-06T16:59:45","modified_gmt":"2013-10-06T14:59:45","slug":"lechtal-juli-september-1992-ausgrabungsprotokoll-10","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/?p=523","title":{"rendered":"Lechtal, Juli \u2013 September 1992, Ausgrabungsprotokoll 10"},"content":{"rendered":"<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Dieses Furtgebiet befindet sich nur wenige hundert Meter in s\u00fcds\u00fcdwestlicher Richtung der Gemeinde Eben und lokalisiert sich am heutigen durch zwei Br\u00fccken wegbar gemachten \u00dcbergang nach\/zum Gel\u00e4nde mit dem Namen \u201eKlimm\u201c. Vom Hahntennjoch kommend f\u00fchrt die zweispurige, befestigte Bundesstrasse \u201eLechtalstrasse\u201c in Richtung Norden nach Elmen und weiter nach Reutte (Hauptort des politischen Bezirks \u201eReutte\u201c). Linkerhand zweigt dann rechtwinklig eine durch B\u00e4ume ges\u00e4umte, geteerte, einspurige Strasse nach \u201eKlimm\u201c ab. Nach hundert Metern erreicht man eine Wegkreuzung mit einer Kapelle (rituelle Kleintempelanlage). W\u00e4hrend die asphaltierten Wege nach Norden und S\u00fcden, sowie \u00fcber die nach Westen f\u00fchrenden Br\u00fccken (die s\u00fcdlichere ist f\u00fcr den Fuss- und Fahrradgebrauch vorgesehen) kleinstrukturierte Siedlungsr\u00e4ume erschliessen, f\u00fchrt ein lediglich geschotterter und unbefestigter Weg in s\u00fcdwestlicher Richtung direkt am Uferbereich des Flusslaufes des Flusses Lech entlang. Beidseitig wird der Uferbereich landwirtschaftlich f\u00fcr die Gewinnung von Gr\u00fcnfutter genutzt, wobei nach circa 80 Metern in s\u00fcdlicher Richtung eine stark angeflachte, breitfurtige Veruferung auftritt, die sowohl am linken als auch am rechten Flussufer relativ leicht gangbare B\u00f6schungswinkel aufweist, die zudem von grobsteinigen bis felshaften Einschl\u00fcssen vom Ausschwemmen durch aquaenergetisches Geschiebe auf nat\u00fcrliche Weise gesch\u00fctzt sind. Diese nat\u00fcrliche Uferbefestigung zeigt sich auch in der unmittelbar danach auftretenden Gerinneverschiebung f\u00fcr Hochw\u00e4sser, welche auch heute noch, besonders in der Zeit der Schneeschmelze oder bei sommerlichen Starkregenf\u00e4llen, die \u00dcberw\u00e4sser des Flusses Lech von dort an in das im landwirtschaftlich genutzten Bereich in Richtung Norden verlagern. Weitl\u00e4ufige Schotterablagerungen in den Feldern belegen dies.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Der Flusslauf selbst verbreitert sich an dieser angeflachten, breitfurtigen Veruferung in seinem Gerinne auf einer L\u00e4nge von 70 Metern, bildet zudem schmale, versickernde Ausl\u00e4ufer und reduziert dergestalt seine Fliessgeschwindigkeit auf weniger als einen Meter pro Sekunde, selbst an seinen tiefsten Stellen, die bei Normalwasserstand im Sommer in diesem Bereich nie mehr als 55 cm an Wassertiefe aufweisen.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/wp-content\/uploads\/grabungskarte_1992_lechtal.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-524\" alt=\"grabungskarte 1992, lechtal, arteologie, dr. arkadasch\" src=\"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/wp-content\/uploads\/grabungskarte_1992_lechtal-150x150.jpg\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a>Somit sind in diesem 70 Meter langem Flussabschnitt s\u00e4mtliche Voraussetzungen gegeben, um sowohl fussl\u00e4ufig als auch mit Packtieren und von Zugtieren bewegten Karren relativ trocken und ohne gr\u00f6ssere Gefahren durch starkstr\u00f6mige, tiefrinnige Wasserf\u00fchrungen ans andere Ufer des Flusses zu gelangen. Zudem er\u00fcbrigte es sich, mittels zus\u00e4tzlicher Befestigungen die nat\u00fcrliche Uferbeschaffenheit zu verst\u00e4rken. Vereinzelte Trittsteine an neuralgischeren Punkten im Flusslauf, sowie wenige, noch nachweisbare flachstufige Wegtrassierungen im B\u00f6schungsbereich belegen die relativ bescheidene, notwendige verkehrstechnische Adaptierung dieses Fluss\u00fcbergangs. Wenn auch jede br\u00fcckenlose Fluss\u00fcberquerung stets mit Risiko verbunden war, sind und waren Fluss\u00fcberg\u00e4nge immer gleichzeitig ein Ort von lokaler oder gar regionaler strategischer Bedeutung im Sinne von Sicherheit und \u00f6konomischer Versorgung und Entwicklung. Daraus resultiert auch die im Normalfall stets begleitende Notwendigkeit von \u00dcberwachung durch personelle, dauerhafte und oftmals auch befestigte Niederlassungen, um zum einen die Furt als solche verkehrstechnisch zu sichern, und zum zweiten sowohl den Warendurchlauf als solchen, als auch humane Wanderbewegungen zu kontrollieren.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Das arteologische Team um Dr. Arkadasch entschied sich daher am rechten Uferbereich dieser Furtstelle mit Sondierungsgrabungen zu beginnen, um \u00fcber einen ersten Nachweis von baulichen \u00dcberresten und\/der Artefakten die theoretischen \u00dcberlegungen der pedalen Erkundungsexpedition zu untermauern. Dazu wurde das abgesteckte Grabungsgel\u00e4nde in einem ersten Schritt kartiert und vermessen, um es dergestalt in die arteologisch \u00fcblichen Bearbeitungsbereiche einteilen zu k\u00f6nnen:<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Folgende Areale wurden dabei lokalisiert:<\/p>\n<p class=\"MsoListParagraphCxSpFirst\" style=\"text-align: justify; text-indent: -18.0pt; mso-list: l0 level1 lfo1;\"><span lang=\"EN-US\" style=\"mso-fareast-font-family: Arial; mso-ansi-language: EN-US;\"><span style=\"mso-list: Ignore;\">1.<span style=\"font: 7.0pt 'Times New Roman';\">\u00a0\u00a0\u00a0 <\/span><\/span><\/span><span lang=\"EN-US\" style=\"mso-ansi-language: EN-US;\">Area of high degree of probability (AHDP)<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoListParagraphCxSpMiddle\" style=\"text-align: justify; text-indent: -18.0pt; mso-list: l0 level1 lfo1;\"><span lang=\"EN-US\" style=\"mso-fareast-font-family: Arial; mso-ansi-language: EN-US;\"><span style=\"mso-list: Ignore;\">2.<span style=\"font: 7.0pt 'Times New Roman';\">\u00a0\u00a0\u00a0 <\/span><\/span><\/span><span lang=\"EN-US\" style=\"mso-ansi-language: EN-US;\">Area of normal degree of probability (ANDP)<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoListParagraphCxSpLast\" style=\"text-align: justify; text-indent: -18.0pt; mso-list: l0 level1 lfo1;\"><span lang=\"EN-US\" style=\"mso-fareast-font-family: Arial; mso-ansi-language: EN-US;\"><span style=\"mso-list: Ignore;\">3.<span style=\"font: 7.0pt 'Times New Roman';\">\u00a0\u00a0\u00a0 <\/span><\/span><\/span><span lang=\"EN-US\" style=\"mso-ansi-language: EN-US;\">Area of low degree of probability (ALDP)<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Mit dieser arteologischen Kartographie wurde bei der zust\u00e4ndigen Verwaltungsbeh\u00f6rde der Bezirkshauptmannschaft Reutte vorgesprochen, um dergestalt eine rasche Einz\u00e4unung des Gel\u00e4ndes zu erreichen und mittels eines zeitlich auf die Sommermonate begrenzten Pachtvertrages im angrenzenden Wiesengel\u00e4nde das provisorische Lager der Expedition errichten zu k\u00f6nnen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dieses Furtgebiet befindet sich nur wenige hundert Meter in s\u00fcds\u00fcdwestlicher Richtung der Gemeinde Eben und&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/523"}],"collection":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=523"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/523\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":525,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/523\/revisions\/525"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=523"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=523"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=523"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}