{"id":526,"date":"2013-10-09T14:53:08","date_gmt":"2013-10-09T12:53:08","guid":{"rendered":"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/?p=526"},"modified":"2013-10-09T14:53:27","modified_gmt":"2013-10-09T12:53:27","slug":"lechtal-juli-september-1992-ausgrabungsprotokoll-11","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/?p=526","title":{"rendered":"Lechtal, Juli \u2013 September 1992, Ausgrabungsprotokoll 11"},"content":{"rendered":"<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">F\u00fcr die Erhaltung von anorganischen und\/oder organischen Fundst\u00fccken ist es von h\u00f6chster Bedeutung in welchem terrestrisch-geologischem und auch klimatischen Umfeld die Artefakte und Fundst\u00fccke gelagert sind. Die chemischen Prozesse, aber auch die physikalischen Ver\u00e4nderungen durch aerole und aquative Errosionsformen, sowie nicht zuletzt durch menschliche Eingriffe in Folge von agrarischen Bodenbearbeitungen und diversen baulichen Massnahmen betreffend die Verkehrsinfrastruktur einer Region und\/oder die siedlungsbaulichen terrestrischen Umgestaltungen beeinflussen sehr wesentlich die Erhaltungsformen der Fundst\u00fccke. Es ist somit unabdinglich die geologischen Strukturen einer Fundregion zu analysieren und abgeleitet davon die Auffindung, Bergung und die Konservierung von Fundst\u00fccken ad\u00e4quat zu planen. Auch wenn der Nordtiroler Bereich insgesamt eindeutig dem alpinen, geologischen Raum zuzuordnen ist, muss dennoch sowohl von der geologischen Beschaffenheit, als auch von den klimatischen Bedingungen her von einer differenzierten Betrachtungsweise ausgegangen werden, um die Sicherung und den Erhalt von Fundst\u00fccken optimal gew\u00e4hrleisten zu k\u00f6nnen. W\u00e4hrend bei den bisherigen Fundstellen im Inntal, dem Wipp- und dem Stubaital die Bodenbeschaffenheit von starker bis m\u00e4ssiger Verwitterung gekennzeichnet war, so befindet sich die Grabungsstelle im Lechtal auf einer auf Schotter und Fels gelagerten Rendsine. Typisch f\u00fcr diese Bodenform ist eine weitgehend Verwitterung ohne chemischen Einfluss, wobei umgekehrt hier wiederum durch den f\u00fcr Kalkgebirge typischen Starkabfluss von Regenf\u00e4llen und Schmelzw\u00e4ssern eine besondere Bedeutung den daraus erfolgenden mechanischen Ver\u00e4nderungen durch Geschiebe und h\u00e4ufigen Wechseln der Flussbettf\u00fchrung zukommt.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Die Lechtaler Alpen sind eine Gebirgsgruppe der N\u00f6rdlichen Kalkalpen und mit einer Fl\u00e4che von knapp 1000 km\u00b2 deren ausgedehnteste Gruppe. Sie liegen im westlichen Teil des Bundeslandes Tirol und, zu einem kleinen Teil, im Bundesland Vorarlberg, welches westlich angrenzt.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/wp-content\/uploads\/geologische-karte_1992.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-527\" alt=\"geologische karte,1992, lechtal, arteologie, dr. arkadasch\" src=\"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/wp-content\/uploads\/geologische-karte_1992-150x150.jpg\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a>Die Lechtaler Alpen sind ein Kettengebirge mit einem ausgepr\u00e4gten Hauptkamm und reich verzweigten, langen Seitenk\u00e4mmen. Die L\u00e4ngserstreckung ist etwa 70 km, die durchschnittliche Breite 20 km. Kennzeichnend ist ein vielf\u00e4ltiger, oft kleinr\u00e4umig wechselnder Gesteinsaufbau \u00fcberwiegend aus Sedimentgesteinen, der zu einem sehr abwechslungsreichen Landschaftsbild f\u00fchrt. Wichtigster Gipfelbildner ist der Hauptdolomit, der f\u00fcr oft br\u00fcchige, stark zergliederte und schuttreiche Berge sorgt (z. B. Dremelspitze, Leiterspitze, Vorderseespitze, Vallesinspitze). Ebenso bedeutend ist der Fleckenmergel mit gelblich-br\u00fcchigen Schuttbergen in gr\u00f6\u00dferen H\u00f6hen (z. B. an der Parseierspitze, Trittkopf, Freispitze) sowie bl\u00fctenreichen, dichten gr\u00fcnen Matten in mittleren H\u00f6hen. F\u00fcr scharfe Grate sorgt der Aptychenkalk (Gipfelhaube der Parseierspitze, Roggspitze). Einen sehr harten, hellen Kalk mit besten Kletterm\u00f6glichkeiten bietet der Oberr\u00e4tkalk (z. B. Holzgauer Wetterspitze, Freispitze). Der Wettersteinkalk bildet die lange Mauer der Heiterwand und zeichnet sich durch ein kompaktes, wenig zergliedertes Erscheinen mit eindrucksvollen Felsw\u00e4nden aus. Eine Besonderheit sind die Gosauschichten im Muttekopfgebiet, die durch ungew\u00f6hnlich bunte Konglomerate, Brekzien und Sandsteine auffallen. Neben den Sedimentgesteinen kommen jedoch auch metamorphe Gesteine vor. In einem kleinen Bereich n\u00f6rdlich von St. Anton am Arlberg (z. B. Galzig) trifft man auf Glimmerschiefer, das typische Gestein der Zentralalpen.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Die wirtschaftliche Nutzung dieser Region beschr\u00e4nkt sich im Wesentlichen auf die seit alters her betriebene, meist kleinr\u00e4umige Landwirtschaft, Schotterabbau und die eher bescheidene Ausbeutung eines Gipsvorkommens bei Weissenbach. Erst mit der Industrialisierung und dem einsetzen des Fremdenverkehrs konnten zus\u00e4tzliche Erwerbsquellen f\u00fcr die eingeborenen Bev\u00f6lkerung erschlossen werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>F\u00fcr die Erhaltung von anorganischen und\/oder organischen Fundst\u00fccken ist es von h\u00f6chster Bedeutung in welchem&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/526"}],"collection":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=526"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/526\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":529,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/526\/revisions\/529"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=526"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=526"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=526"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}