{"id":534,"date":"2013-10-15T20:15:17","date_gmt":"2013-10-15T18:15:17","guid":{"rendered":"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/?p=534"},"modified":"2013-10-15T20:17:57","modified_gmt":"2013-10-15T18:17:57","slug":"lechtal-juli-september-1992-ausgrabungsprotokoll-13","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/?p=534","title":{"rendered":"Lechtal, Juli \u2013 September 1992, Ausgrabungsprotokoll 13"},"content":{"rendered":"<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Der Sommer ist in den alpinen Regionen Europas die Hauptniederschlagszeit.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Nordtirol geh\u00f6rt der gem\u00e4ssigten Klimazone an und liegt im Grenzbereich zwischen atlantischem, kontinentalem und mediterranem Einfluss. Vorherrschend f\u00fcr Nordtirol ist das inneralpine Gebirgsklima, welches subkontinentale Z\u00fcge aufweist. Relativ Die Sommer sind relativ feucht, der Herbst eher trocken und der Winter kann durchaus schneereich sein. Insgesamt jedoch pr\u00e4gen starke lokale Unterschiede diesen Klimatypus.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Kettengebirge (wie sie f\u00fcr die Nordtiroler Kalkalpen typisch sind) stellen oftmals klar definierte Wasserscheiden dar, w\u00e4hrend bei isolierten Gebirgsst\u00f6cken die Luftstr\u00f6mungen ausweichen k\u00f6nnen und somit zu andersartigen Wetterlagen beitragen. Die n\u00f6rdlichen Tiroler Kalkalpen bestehen vor allem aus Gebirgsketten, an deren oben beschriebenen Staulagen es zu h\u00e4ufigem Niederschlag kommt. Die Leeseiten sind meist mild und trocken. Nordtirol steht wie ganz Mitteleuropa unter dem Einfluss der Westwetterzone, daher ist der n\u00f6rdliche Alpenrand am feuchtesten und schneereichsten.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Die inneralpinen T\u00e4ler haben ein vergleichsweise mildes Klima aufzuweisen. W\u00e4hrend die mittlere j\u00e4hrliche Niederschlagsmenge in Reutte noch 1.375 mm, am Nordrand des Karwendelgebirges etwa 2.000 mm und in Kufstein 1.330 mm betr\u00e4gt, sind es um Innsbruck um die 900 mm und im obersten Inntal nur 600 mm. Pr\u00e4gend f\u00fcr die inneralpinen T\u00e4ler sind auch gro\u00dfe Tagesamplituden der Temperatur; so liegt das mittlere Tagesmaximum im Juli f\u00fcr Innsbruck mit 25,1 \u00b0C h\u00f6her als das der meisten anderen Wetterstationen \u00d6sterreichs.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/wp-content\/uploads\/jahresniederschlagsmengen.pdf\">jahresniederschlagsmengen<\/a>Grossen Einfluss auf die Temperaturen hat die mittlere H\u00f6he von Nordtirol. Bis auf die Umgebung von Kufstein liegen alle Siedlungen \u00fcber 500 m.\u00fc.M.. Das Gebirge verringert die m\u00f6gliche Sonneneinstrahlung, besonders in den schmalen Nord-S\u00fcd-T\u00e4lern wie dem \u00d6tztal (vgl. dazu:<b style=\"mso-bidi-font-weight: normal;\"><\/b><i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Stubaital, Juli \u2013 Oktober 1985, Ausgrabungsprotokoll 2<\/i>) und dem Pitztal.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Der Winter ist meist gepr\u00e4gt vom Wechsel zwischen schneereichen und schneearmen Witterungen. In den n\u00f6rdlichen Landesteilen (Unterland, Ausserfern-Lechtal und Karwendelgebiet) sind dicke Schneedecken von 50 cm und mehr auch in Lagen unter 1000 m Seeh\u00f6he aufgrund des Nordstaueffektes, dessen Wirkung bei Kaltfronten besonders stark ausgepr\u00e4gt ist, keine Seltenheit. Inneralpin schneit es bei solcher Witterung wenig bis gar nicht. Umgekehrt sind inneralpin gerade bei Eintreffen von Warmfronten gr\u00f6ssere Niederschlagsmengen m\u00f6glich. Da die Niederschl\u00e4ge aufgrund der dann milderen Witterung in tieferen Lagen vielfach als Regen fallen, kommt es gerade im Oberinntal weitaus seltener zu einer dicken Schneedecke. So kommt es h\u00e4ufig vor, dass in Landeck und Innsbruck weniger Schnee liegt als in W\u00f6rgl oder Kufstein. Das Fr\u00fchjahr ist im Alpenraum meist sehr unbest\u00e4ndig und regenreich, es kann zu K\u00e4lteeinbr\u00fcchen kommen. Im Sommer f\u00e4llt der meiste Regen durch Gewitter. Der Herbst zeichnet sich oft durch lange Sch\u00f6nwetterperioden aus. Ein besonderes Wetterereignis ist der F\u00f6hn, der vor allem in den \u00dcbergangsjahreszeiten auftritt, am Patscherkofel Windgeschwindigkeiten bis zu 200 km\/h und in Innsbruck bis zu 120 km\/h erreichen kann und selbst im Sp\u00e4therbst und Vorfr\u00fchling Temperaturen von \u00fcber 20 \u00b0C m\u00f6glich macht.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/wp-content\/uploads\/lechi_08_92-61.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-538\" alt=\"lechtal, 1992, dr. arkadasch, arteologie\" src=\"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/wp-content\/uploads\/lechi_08_92-61-150x150.jpg\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a>Es war daher von besonderem Vorteil, dass das Expeditionsteam um Dr. Arkadasch auf die Erfahrungen der drei bisherigen Expeditionen im Raum Nordtirol zur\u00fcck greifen konnte, um so vorab f\u00fcr den zu erwartenden regenreichen Sommer bestm\u00f6glichst ger\u00fcstet zu sein. Zudem erforderte die direkte Lage in und am Flussbett des Flusses Lech eine zus\u00e4tzliche Sicherung gegen kurzzeitige Hochw\u00e4sser auf Grund von Gewittern, damit weder Personal noch Grabungsgel\u00e4nde durch die j\u00e4h auftretenden Wassermassen in Mitleidenschaft gezogen wurden. Dies bedingte zum einen eine stark verankerte und durch tiefb\u00f6dige Kernfundamentierungen gefestigte Einz\u00e4unungen, welche auch starkstr\u00f6migen Wasserverl\u00e4ufen standzuhalten vermochten, und zum anderen die generelle Absicherung des Grabungsgel\u00e4ndes und des Lagerbereiches durch Wassergr\u00e4ben und Ablaufgerinne. Nur etwa die H\u00e4lfte dieser Arbeiten konnte unter Zuhilfenahme von schwerem Ger\u00e4t (Bagger) bewerkstelligt werden, ansonsten war Manneskraft und h\u00e4ndisches Arbeiten notwendig. Diese unerl\u00e4sslichen \u2013 und wie sich zeigen sollte unbedingt notwendigen &#8211; Sicherungsmassnahmen wurden innerhalb von zehn Arbeitstagen umgesetzt. Zeitgleich wurde eine eigene Zufahrt in den Grabungsbereich und ins Lager trassiert.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Sommer ist in den alpinen Regionen Europas die Hauptniederschlagszeit. Nordtirol geh\u00f6rt der gem\u00e4ssigten Klimazone&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/534"}],"collection":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=534"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/534\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":539,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/534\/revisions\/539"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=534"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=534"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=534"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}