{"id":540,"date":"2013-10-21T19:49:35","date_gmt":"2013-10-21T17:49:35","guid":{"rendered":"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/?p=540"},"modified":"2013-10-21T19:49:35","modified_gmt":"2013-10-21T17:49:35","slug":"lechtal-juli-september-1992-ausgrabungsprotokoll-14","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/?p=540","title":{"rendered":"Lechtal, Juli \u2013 September 1992, Ausgrabungsprotokoll 14"},"content":{"rendered":"<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Bei diesen Sicherungsarbeiten wurde so weit wie m\u00f6glich auf private, eingeborene Firmen und deren Sach-und Personalressourcen zur\u00fcck gegriffen. Es entspricht der g\u00e4ngigen Auffassung der Arteologischen Wissenschaft, dass speziell im Umfeld einer arteologischen Grabung die jeweilig eingeborene Bev\u00f6lkerung vor Ort an den Errungenschaften einer arteologischen Expedition mit partizipiert, selbst wenn sich diese Teilhabe vorwiegend am \u00f6konomischen Sektor auf eine Grundversorgung mit Nahrung und\/oder Unterkunft oder anteiliges, entgeltliches Mitarbeiten am direkten Grabungsgeschehen beschr\u00e4nkt. Allein schon der direkte Kontakt mit dem an der Forschung beteiligten Fachpersonal und den sich daraus ergebenden pers\u00f6nlichen Kontaktierungen erleichtert die Entstehung eines prim\u00e4ren Verst\u00e4ndnisses f\u00fcr die wissenschaftliche Arbeit der Arteologie und f\u00fchrt so weiterreichend zum erw\u00fcnschten Spannungsbogen aus Neugier und Offenheit f\u00fcr bisher unbekannte Wissensbereiche und deren Beforschung.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Mit einer m\u00f6glichst breiten Miteinbeziehung verschiedenster Personen aus Administration und lokaler Wirtschaft wird eine positive Grundeinstellung erreicht, welche die ansonsten gerne auftretenden Ger\u00fcchte (z.B. \u201eWas die wohl hinter dem Zaun da ausgraben?\u201c) von vornherein weitestgehend unterbindet und f\u00fcrderhin Verst\u00e4ndnis f\u00fcr notwendige Sicherungsmassnahmen schafft. Wichtig dabei ist die Ber\u00fccksichtigung lokaler Sitten, Gebr\u00e4uche und Traditionen; so ist es etwa undenkbar Frauen im Lechtal f\u00fcr die Grabungst\u00e4tigkeiten entgeltlich einzusetzen.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/wp-content\/uploads\/lechtalcult_1992-2.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-541\" alt=\"lechtal 1992, cultobjecte, fundstelle, dr. arkadasch, arteologie\" src=\"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/wp-content\/uploads\/lechtalcult_1992-2-150x150.jpg\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a>Nach der Einz\u00e4unung des Grabungsgel\u00e4ndes und dem Aufbau des Expeditionslagers im erweiterten Uferbereich wurde mit der Einteilung des Grabungsgel\u00e4ndes in die drei Grabungshauptkategoeriefelder (AHDP, ANDP und ALDP) die eigentliche Grabungst\u00e4tigkeit aufgenommen. Dabei stellte sich bereits am ersten Grabungstag heraus, dass die ansonsten rein nach artefaktalem Schwerpunkt ausgesuchten Parallelsondierungen in diesem Fall nicht nach dem \u00fcblichen Procedere ablaufen konnten, da jede Grabung innert dem Gerinnungsgef\u00fcge eines Flusslaufes zu einer raschen aquativen Verstr\u00f6mung f\u00fchren muss, sofern dieser Sondierungsgraben wider den nat\u00fcrlichen Str\u00f6mungsverlauf des Flusses angelegt wird. Somit hatte jede Sondierung gel\u00e4ndem\u00e4ssig leicht abfallend in Richtung des Flusslaufes zu erfolgen, um auf diese Weise durch den subterrestrischen Str\u00f6mungssog eine Verschlickerung des Grabens zu verhindern und gleichzeitig den Graben vor einer unerw\u00fcnschten Fremdsedimentierung mit Schwemmsanden zu bewahren. Dennoch standen die Grabungskr\u00e4fte jeweils innerhalb kurzer Zeit bis zu den Knien im kalten Flusswasser, sodass lediglich ein h\u00e4ufiger Schichtwechsel der Arbeiterschaft ein kontinuierliches, wenn auch insgesamt dadurch verlangsamtes Sondieren erm\u00f6glichte. Dr. Arkadasch n\u00fctzte diese zweist\u00fcndigen Schichtwechsel dazu um bereits in den ersten f\u00fcnf Grabungstagen die gesamte eingeborene Belegschaft arteologisch und auch arch\u00e4ologisch dergestalt zu schulen, dass bei einer auftretenden Fundwahrscheinlichkeit das entsprechende Verhalten sofort abruf-und umsetzbar war.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/wp-content\/uploads\/lechtalcult_1992-3.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-542\" alt=\"lechtal 1992, fundstelle, foto 2, dr. arkadasch, arteologie\" src=\"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/wp-content\/uploads\/lechtalcult_1992-3-150x150.jpg\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a>Obwohl urspr\u00fcnglich mehr um der Schonung der Arbeitskr\u00e4fte zu entsprechen, wurde vom Leitungsteam beschlossen am wahrscheinlichen Furteingang des Flussbettes gleichfalls mit Sondierungsgrabungen zu beginnen, da hier zwar eventuell mit baulichen Festigungsmassnahmen zu rechnen war, die Wahrscheinlichkeit auf aussagekr\u00e4ftige Artefakte jedoch eher als gering eingestuft wurde. Um so gr\u00f6sser war die Freude, als hier bereits am achten Grabungstag, nahe am Bereich der uferverfestigenden Grassode ein Grabungsteam auf eine erste Fundung von Artefakten stiess, deren Gesamterscheinungsbild unzweifelhaft als arteologisch eingestuft werden konnte: sowohl von der typischen in trockenbauweise ausgef\u00fchrten steinernen Ummauerung, als auch von der gestalterischen Ausarbeitung der beiliegenden Fundst\u00fccke selbst.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bei diesen Sicherungsarbeiten wurde so weit wie m\u00f6glich auf private, eingeborene Firmen und deren Sach-und&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/540"}],"collection":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=540"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/540\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":543,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/540\/revisions\/543"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=540"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=540"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=540"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}