{"id":545,"date":"2013-10-23T15:34:19","date_gmt":"2013-10-23T13:34:19","guid":{"rendered":"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/?p=545"},"modified":"2013-10-23T15:34:19","modified_gmt":"2013-10-23T13:34:19","slug":"lechtal-juli-september-1992-ausgrabungsprotokoll-142","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/?p=545","title":{"rendered":"Lechtal, Juli \u2013 September 1992, Ausgrabungsprotokoll 14\/2"},"content":{"rendered":"<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/wp-content\/uploads\/lechtalcult_1992-6.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-546\" alt=\"lechtal, 1992, arteologie, dr. arkadasch\" src=\"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/wp-content\/uploads\/lechtalcult_1992-6-150x150.jpg\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a>Der erste Grabungserfolg ist immer die beste Motivation f\u00fcr eine Expedition. Und hier vor allem f\u00fcr das vor Ort angeheuerte eingeborene Hilfspersonal. Nichts f\u00fchrt zu einer besseren Identifikation mit den Expeditionszielen als eine relativ rasch auftretender Fundsituation. Die Sinnhaftigkeit der eigenen Arbeitsleistung wird dadurch augenscheinlich, f\u00f6rdert die Bereitschaft zu konzentrierter und anleitungsgem\u00e4sser Arbeit und schafft innert der Gruppe ein Gef\u00fchl der Zusammengeh\u00f6rigkeit und verleiht zudem der eigenen T\u00e4tigkeit jene Bedeutung, die in weiterer Folge im kommunikativen Austausch mit der einheimischen Bev\u00f6lkerung im den dem Grabungsgebiet angrenzenden Siedlungsbereich, f\u00fcr Anerkennung der wissenschaftlichen Arbeit sorgt und gleichzeitig insgesamt der lokalen Region jene Wertigkeit verleiht, die nachfolgend in der arteologischen Aufarbeitung zu einem tieferen Verst\u00e4ndnis der eigenen arteologischen Geschichte beitr\u00e4gt.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Mit den drei bisherigen arteologischen Ausgrabungen in Nordtirol (Inntal, Wipp- und Stubaital) entwickelte sich ein gut eingespieltes Ablaufmuster, welches zum einen die weitestgehende Sicherheit und Unversehrtheit der Fundst\u00fccke und deren Bergung gew\u00e4hrleistet und zum anderen die eingeborenen Arbeitskr\u00e4fte vor Ort insoweit in das Geschehen mit einbindet, dass sich daraus keine Ausgeschlossenheit von der eigentlichen wissenschaftlichen Arbeit generiert, welche ansonsten in weiterer Folge zu einer ungewollten und damit unproduktiven Separierung des wissenschaftlich-arteologischen Leitungsteams f\u00fchren w\u00fcrde.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Bei aller Euphorie der Arbeit und bei allem wissenschaftlichen Eifer ist es f\u00fcr eine jede Expedition in unbekannte L\u00e4nder und zu fremden V\u00f6lkerschaften von immenser Bedeutung niemals ausser Acht zu lassen, dass sowohl die als oftmals elit\u00e4r verstandenen wissenschaftlichen Fachkr\u00e4fte, die zudem meist aus fremdsprachigen und der eigenen Kultur fremden L\u00e4ndern kommen, bei der eingeborenen Bev\u00f6lkerung vor Ort zu Skepsis und irrealen \u00c4ngsten f\u00fchren, die sich bei Unbedachtheit der lokalen Sitten und Traditionen zu verstecktem oder gar offen zur Schau getragenen Fremdenhass entwickeln k\u00f6nnen. Umso wichtiger ist die bereits beschriebene Einbindung der Menschen vor Ort in die Grabungsabl\u00e4ufe insgesamt als auch die spezifische Aufarbeitung der Fundsituation als solcher und die nachfolgende mediengerechte und dem Bildungsstandard der Bev\u00f6lkerung entsprechende Aufarbeitung.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/wp-content\/uploads\/lechtalcult_1992-1.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-547\" alt=\"lechtal, 1992, cultobjecte, arteologie, dr. arkadasch\" src=\"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/wp-content\/uploads\/lechtalcult_1992-1-150x150.jpg\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a>Somit gilt es als erste den Fundort durch Absperrungen zu sichern, die Grabungsmannschaft von der unmittelbaren Fundstelle abzuziehen und gleichzeitig mit einem \u00f6ffentlichen Lob derart zu befrieden, dass niemals das Gef\u00fchl entsteht, bei der eigentlichen Entdeckungsarbeit in die zweite Reihe gedr\u00e4ngt worden zu sein. Dazu empfiehlt es sich, jene Personen welche die Erstentdeckung machten, sofort fotografisch an der Fundstelle zu dokumentieren, unter der Ansage, dass dieses Bildmaterial umgehend der Presse mit Namensnennung zur Verf\u00fcgung gestellt wird. Weiters soll dieses Personal nach einer groben Reinigung der Arbeitskleidung mit der Absperrung und personellen Sicherung der Fundstelle betraut werden, w\u00e4hrend die arteologischen Experten die weiterf\u00fchrenden Feinarbeiten der Freilegung der Artefakte und des Gel\u00e4ndeumfeldes bewerkstelligen. Dabei ist es sinnvoll dieses Absperrungspersonal f\u00fcr zus\u00e4tzliche Hilfsdienste wie der Grobversiebung der Grabungserde oder der Bereitstellung des Fundlagerungsequipments einzuteilen, um dergestalt die innere Gruppenwertigkeit zu st\u00e4rken. Selbstverst\u00e4ndlich ruhen bei derartigen Fundbergungen s\u00e4mtliche anderen Arbeiten am Grabungsgel\u00e4nde (es sei denn aussergew\u00f6hnliche Umst\u00e4nde verlangen nach der Fortf\u00fchrung bestimmter T\u00e4tigkeiten, wie etwa das Abpumpen von Sickerw\u00e4ssern), so dass s\u00e4mtliche am Grabungsgel\u00e4nde anwesenden Personen ausserhalb der Absperrung an diesem f\u00fcr jede Grabung so bedeutsamen Ereignis mit partizipieren k\u00f6nnen.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">In diesem Fall leitete Dr. Arkadasch pers\u00f6nlich die Feinarbeiten zur Freilegung der Artefakte und beschied die anwesenden Grabungsmitarbeiter vom uferseitigen Feldweg aus auf die Fundstelle am s\u00fcdseitigen Furteingang Einsicht zu nehmen. Mit feinhaarigen Pinseln und Spachteln wurde die Fundstelle so weit freigelegt, dass eine erste kartographische Erfassung und Vermessung stattfinden konnte. Im Anschluss daran wurde die Fundstelle schichtweise freigelegt und unter gr\u00f6sster Vorsicht die drei dort liegenden Artefakte von Sand, Kieseln und Erde befreit.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der erste Grabungserfolg ist immer die beste Motivation f\u00fcr eine Expedition. 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