{"id":563,"date":"2013-11-11T22:55:02","date_gmt":"2013-11-11T20:55:02","guid":{"rendered":"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/?p=563"},"modified":"2013-11-11T22:55:02","modified_gmt":"2013-11-11T20:55:02","slug":"lechtal-juli-september-1992-ausgrabungsprotokoll-151","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/?p=563","title":{"rendered":"Lechtal, Juli \u2013 September 1992, Ausgrabungsprotokoll 15\/1"},"content":{"rendered":"<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Selbst wenn die Befundung dieser drei metallenen Cult-objecte in einer ersten Charakteristik augenscheinliche Merkmale mit den an den Fundstellen im Inntal, dem Wipp- und dem Stubaital ausgegrabenen Cult-objecten in \u00fcbereinstimmender Weise aufzeigen, so muss dennoch und gerade in dieser bisher nicht aufgefundenen Konstellation eine qualifizierte und objektspezifische Analyse und Deutung greifen. Generell werden s\u00e4mtliche bisher in Nordtirol gefundenen Cult-objecte in einer klaren, terministischen Katalogisierungssystematik angef\u00fchrt, die form- und material\u00e4hnliche St\u00fccke aus verschiedenen Grabungen, nach der selben Alphanumerik beschreiben, jedoch unter der eindeutigen Zuordenbarkeit der fundspezifischen Datierung.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Es wird hier die Beschreibung eines einzelnen, metallenen Cult-objectes &#8211; exemplarisch f\u00fcr alle drei in diesem Triptychon vorgefundenen Cult-objecte, die sich sowohl in ihrer Gestaltung, als auch kunsthandwerklichen Ausf\u00fchrung nahezu ident erweisen \u2013 dargeboten und in einem weiteren Schritt erst auf die einzigartigen Spezifika dieses Triptychons eingegangen.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/wp-content\/uploads\/cult-object1_lechtal_1.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-564\" alt=\"triptychon, cult-object, teil 1, lechtal, 1992, dr. arkadasch, arteologie\" src=\"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/wp-content\/uploads\/cult-object1_lechtal_1-150x150.jpg\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a>Gleichwohl die insgesamte Erscheinung vordergr\u00fcndig auf werkzeugliche, mechanische Verwendbarkeit hinweist, gibt es bei dieser Fundung keinerlei relevante Gebrauchsspuren, die eine derartige Verwendung eindeutig belegen. Das (die) Cult-object(e) besteht aus einem l\u00e4nglichen Griffst\u00fcck von ca.59 mm. Am halbrunden Ende des Griffst\u00fcckes betr\u00e4gt der Halbkreisdurchmesser 14 mm und verj\u00fcngt sich dann zum Messpunkt bei 59 mm auf 11 mm. Von dort \u00f6ffnet sich das Cult-object in eine geteilte Gabelung mit einer maximalen \u00e4usseren Ausladung von 47,7 mm um von an sich nach vorn zu verj\u00fcngen, ohne dabei jedoch zu einer geschlossenen Form zur\u00fcck zu kehren, wie wir sie etwa beim Cult-object an der Ausgrabungsstelle \u201eInntal\u201c vorgefunden haben. Die Gesamtkonstruktion besteht aus einem metallenen Flachst\u00fcck, welches an den Kanten eingefalzt und mit gebrochenen Graten versehen ist. Dadurch wird eine generelle Versteifung und Robustheit erreicht und zum anderen der manuelle Gebrauch verletzungstechnisch minimalisiert, da weder metallene Sp\u00e4ne oder scharfe Kanten das Handling beeintr\u00e4chtigen. Die ausspreizung in die beiden gebogenen Schenkelarme wird durch eine flache, metallene und zweimal leicht gezackte Implikation unterst\u00fctzt, die zur gedachten Endlinie des Cult-objectes eine Distanz von ca. 29,5 mm aufweist. Die Tiefenwertigkeit betr\u00e4gt durchgehend etwa 4 mm. Am Ende des Griffst\u00fccks wurde eine Bohrung mit einem Durchmesser von 5 mm angebracht; jedoch konnten auch hier keinerlei Nachweise (weder im Labor noch in der Materialsichtung) einer besonderen Verwendungsform erbracht werden. Vielmehr ist die Schlussfolgerung stringent, dass hier zum ersten Mal tats\u00e4chlich eine rein ritualisierte Form eines Werkzeugs vorliegt, deren innere Sinnhaftigkeit sich einzig aus der kultischen Nutzung erschliesst.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Alle drei Cult-objecte dieses Triptychons weisen gleichartige schriftzeichenartige Symbole auf (vgl. dazu Wipptal, August \u2013 September 1984, Ausgrabungsprotokoll 27\/2 und Stubaital, Juli \u2013 Oktober 1985, Ausgrabungsprotokoll 16), die von der selben artifiziellen Gestaltung gekennzeichnet sind, wie die bisherigen Funde von \u00e4hnlichen Cult-objecten im Raum Nordtirol. Auch hier erfolgt die Anbringung der symbole durch Ritzung mithilfe eines spitzen, geh\u00e4rteten Riffels mit nachfolgender Vertiefung durch ein S\u00e4urebad in Essigs\u00e4ure (sh. \u201eLaboranalysen des kultischen Triptychons der arteologischen Grabung Lechtal\u201c, Arteologische Zentralstelle Innsbruck, 1992\/1993). Die 27 bis 28 mm lange Zeichenreihe besteht auch hier aus neun Symbolen, wobei sich Symbol drei von links an der sechsten Stelle wiederholt und beide Schlusssymbole \u2013 unter der Annahme einer \u201eLeserichtung\u201c von links nach rechts \u2013 von identischer Gestaltung sind. Wie bereits beim Fund im Stubaital weisen die Symbole eine kantig wirkende, balkenartige Formensprache auf, die lediglich bei Symbol Nummer zwei durch eine nach rechts drehende Rundung unterbrochen wird. Die Maximalh\u00f6he der schriftartigen Symbole betr\u00e4gt bei Symbol eins, zwei und vier 6,50 mm, w\u00e4hrend die generelle H\u00f6he der anderen Symbole 5,00 mm misst. Diese artifizielle Gestaltung ist allen drei Cult-objecten des Triptychons gemeinsam, wobei klar festgestellt werden kann, dass es sich jeweils um manuelle Ritzungen handelt und keinesfalls um die Anbringung von Zeichen mithilfe von vorgefertigten Schablonen oder gar Pr\u00e4gebildern.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Selbst wenn die Befundung dieser drei metallenen Cult-objecte in einer ersten Charakteristik augenscheinliche Merkmale mit&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/563"}],"collection":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=563"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/563\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":565,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/563\/revisions\/565"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=563"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=563"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=563"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}