{"id":577,"date":"2013-12-01T21:30:15","date_gmt":"2013-12-01T19:30:15","guid":{"rendered":"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/?p=577"},"modified":"2013-12-01T21:30:15","modified_gmt":"2013-12-01T19:30:15","slug":"lechtal-juli-september-1992-ausgrabungsprotokoll-154","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/?p=577","title":{"rendered":"Lechtal, Juli \u2013 September 1992, Ausgrabungsprotokoll 15\/4"},"content":{"rendered":"<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Das Triptychon firmiert in der Fundkatasterliste unter dem wissenschaftlich-arteologischen Namen \u201emetallenes Kulttriptychon Lechtal, bestehend aus drei nach Osten ausgerichteten Flachmetallgabelspreizungen\u201c und wird zeichnerisch in der Fundprotokollzeichnung Blatt 32 im Grabungskatalog des \u201eTeam Lechtal\u201c gef\u00fchrt. Die Besonderheit dieses Fundes kann erst aus einer Gesamtschau dieser Fundung einer Beurteilung zugef\u00fchrt werden:<\/p>\n<p class=\"MsoListParagraphCxSpFirst\" style=\"text-align: justify; text-indent: -18.0pt; mso-list: l0 level1 lfo1;\"><span style=\"mso-fareast-font-family: Arial;\"><span style=\"mso-list: Ignore;\">1.<span style=\"font: 7.0pt 'Times New Roman';\">\u00a0\u00a0\u00a0 <\/span><\/span><\/span>Der Gesamtbereich der Kultnische muss im Kontext des Furt\u00fcberganges des Flusses Lechs an dieser Stelle des Gew\u00e4sserlaufes konotatiert werden.<\/p>\n<p class=\"MsoListParagraphCxSpMiddle\" style=\"text-align: justify; text-indent: -18.0pt; mso-list: l0 level1 lfo1;\"><span style=\"mso-fareast-font-family: Arial;\"><span style=\"mso-list: Ignore;\">2.<span style=\"font: 7.0pt 'Times New Roman';\">\u00a0\u00a0\u00a0 <\/span><\/span><\/span>Die Wertigkeit der rituellen Darstellung hat stringent im Bezug auf die \u00f6konomischen und sozialen Parameter des Fundraumes insgesamt zu erfolgen.<\/p>\n<p class=\"MsoListParagraphCxSpLast\" style=\"text-align: justify; text-indent: -18.0pt; mso-list: l0 level1 lfo1;\"><span style=\"mso-fareast-font-family: Arial;\"><span style=\"mso-list: Ignore;\">3.<span style=\"font: 7.0pt 'Times New Roman';\">\u00a0\u00a0\u00a0 <\/span><\/span><\/span>Dies impliziert in logischer Reihe die Miteinbeziehung der regionalen und \u00fcberregionalen transalen als auch insistalen Beeinflussungen im sozialen als auch kulturellen Kontext dieser Zeitepoche.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/wp-content\/uploads\/triptychon-planzeichnung.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-578\" alt=\"triptychon, planzeichnung, lechtal, 1992, dr. arkadasch, arteologie\" src=\"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/wp-content\/uploads\/triptychon-planzeichnung-150x150.jpg\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a>ad 1.: Im \u00dcbergangsbereich der Arteologischen Zeitepoche zur Hocharteologischen Zeitepoche bestanden zwar regelm\u00e4ssige Handels- und auch rudiment\u00e4re wirtschaftliche Beziehungen zwischen den (vergleichsweise kleinen) Ansiedlungen im gesamten Raum des nordtiroler Flusslaufes des Flusses Lech und auch dar\u00fcber hinaus \u00fcber das hahntennjoch ins Inntal und somit weiterf\u00fchrend in den s\u00fcdlichen als auch \u00f6stlichen alpinen Raum, jedoch ist klar feststellbar, dass, einerseits bedingt durch die geografische Abgeschiedenheit des Lechtals zum Inntal, andererseits auch durch die besiedelungstechnische Ausbreitung der Sesshaften Bev\u00f6lkerung von einer vom Norden her sukzessive ausgehenden Inbesitznahme dieses Landstriches ausgegangen werden muss. Dabei weisen bis dato keinerlei Spuren auf eine gewaltsame oder milit\u00e4risch gepr\u00e4gte invasive Verdr\u00e4ngungsmotivation hin, vielmehr ist davon auszugehen, dass dieser Siedlungsraum prim\u00e4r von Norden (dem heutigen Bayern, bzw. von den damaligen alemannischen St\u00e4mmen) her besiedelt und rural in einer halbnomadischen Bewirtschaftung urbar gemacht wurde. Selbst heute l\u00e4sst sich noch einwandfrei nachweisen, dass aus genetischer Sicht die origin\u00e4re Bev\u00f6lkerung des \u201eAusserferns\u201c keinerlei direkte Verwandtschaft zu den sonstigen Bev\u00f6lkerungsgruppen Nordtirols aufweist. Gerade deshalb ist es interessant diese Schnittstelle von Handelswegen auf ihre Gemeinsamkeiten zu sonstigen bisherigen Fundungen im Nordtiroler Raum zu untersuchen. So ist allen diesen Fundstellen gemein, dass zwar in der rituellen und wohl auch in den Spirituellen Ausrichtungen eine origin\u00e4re Adaption vorhandener externer Beeinflussungen immanent ist, sich diese Parameter jedoch wiederum in Bezug auf den Nordtiroler Raum als eine klar zuordenbare Eigenst\u00e4ndigkeit in Ritus und gesellschaftlicher Normierung entwickelten. Die Gemeinsamkeiten beruhen daher auf der urspr\u00fcnglichen Unterschiedlichkeit, welche sich durch Austausch und \u00dcbernahme von Normen und Ritualen zu einer spezifischen gesamtkulturellen Termination f\u00fcr den nordtiroler Bereich entwickelt haben. Dass dies besonders an derartigen brisanten Wegkreuzungen manifestiert unterstreicht die Bedeutung derartig wichtiger, verkehrstechnischer Knotenpunkte einmal mehr.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">ad 2.: Ausgehend von den topografischen Gegebenheiten des Alpenraums insgesamt und den spezifischen Anforderungen im Lechtal stellt jede spirituelle und rituelle Besicherungsmassnahme eines derart wichtigen Verkehrsknotenpunktes ein vollkommen \u00fcbliches und bis in unsere heutige Zeit praktiziertes Vorgehen dar. Zahlreiche Br\u00fccken, \u00dcberg\u00e4nge und auch Wegkreuzugen werden im nordtiroler Raum durch religi\u00f6se Applikationen einem besonderen Schutz mit quasi spirituellem Beistand \u00fcberantwortet. Dass hierbei in Arteologischer- und Hocharteologischer Zeit keinerlei Trennung von Kultus und t\u00e4glicher Lebensanforderung bestand, steht ausser Zweifel. Somit muss das Gesamtbild dieses Triptychons sowohl als kultische Manifestation per se verstanden werden, als auch als \u00f6konomische Demonstration des Besitzanspruches mit alle seinen wirtschaftlichen und sozialen Folgen.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">ad 3.: In seiner Bedeutung der regionalen Identit\u00e4tsfindung des nordtiroler Raums ist somit von keiner eigenst\u00e4ndigen Entwicklung auszugehen, sondern es ist eindeutig davon auszugehen, dass erst jene transalen und insistalen Beeinflussungen deren eigentliche Wurzeln als ausserhalb des Alpenraums zu definieren sind, zu einem sp\u00e4teren Zeitpunkt als identit\u00e4tsstiftende und damit mythologisch verarbeitbare eigene Geschichtlichkeit typisierend entwickelt wurden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Triptychon firmiert in der Fundkatasterliste unter dem wissenschaftlich-arteologischen Namen \u201emetallenes Kulttriptychon Lechtal, bestehend aus&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/577"}],"collection":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=577"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/577\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":579,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/577\/revisions\/579"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=577"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=577"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=577"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}