{"id":580,"date":"2013-12-07T22:56:24","date_gmt":"2013-12-07T20:56:24","guid":{"rendered":"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/?p=580"},"modified":"2013-12-07T22:56:24","modified_gmt":"2013-12-07T20:56:24","slug":"lechtal-juli-september-1992-ausgrabungsprotokoll-16","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/?p=580","title":{"rendered":"Lechtal, Juli \u2013 September 1992, Ausgrabungsprotokoll 16"},"content":{"rendered":"<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Vom grabungstechnischen Ansatz her sind Flussl\u00e4ufe jedwede Art prinzipiell ein schwierig zu erforschendes Gel\u00e4nde. Durch die meist jahreszeitlich bedingten und oftmals stark amplituden Schwankungen des Pegelstandes ist mancherorts sogar mit mehrmaligen starken Geschiebeverbringungen innert eines einzigen Jahres zu rechnen, welche nicht nur im angestammten Flussbett zu topografischen Ver\u00e4nderungen f\u00fchren, sondern meist auch mit hochwasserartigen Situationen einhergehen, welche ganze Landstriche derart umgestalten, dass sowohl s\u00e4mtliche verkehrsbedingte Infrastruktur als auch die Gel\u00e4ndequalit\u00e4ten insgesamt einer nachhaltigen topografischen als auch &#8211; regional betrachtet \u2013 geografischen Umstrukturierung unterliegen. Gleichzeitig bedingt das starke Geschiebe eines wasserreichen Flusslaufes unterschiedlich stark ausgepr\u00e4gte Vermalungserscheinungen, welche in ihrer energetischen Kraft nahezu quadratisch zu einem ansteigenden Gef\u00e4lle des Wasserlaufes zunehmen. W\u00e4hrend wir es in Ebenen vorwiegend mit m\u00e4andernden und in ihrer Auswirkung eher in die Breite gehenden Flie\u00dfbewegungen zu tun haben, ist insbesondere jede Bergregion von extremen Unter- und \u00dcbersp\u00fclungen gekennzeichnet, die in ihrer unmittelbaren Folge ihre erosive Kraft nachhaltig entfalten (vgl. hiezu <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">\u201eChange and Covering oft he Landscape in the Early Mesopotamia\u201c, Dr. Ruth Forester, 1976, Oxfordpress<\/i>). Somit gilt f\u00fcr s\u00e4mtliche Bergregionen, dass die Fundrelevanz mit zunehmender Verengung von Talschaften im Bereich der Uferregionen abnimmt, wiewohl auch generell davon auszugehen ist, dass dauerhafte Ansiedelungen in den gesch\u00fctzteren Bereichen oberhalb der normalen Hochwasserst\u00e4nde angelegt wurden.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Gerade jedoch der arteologische Ansatz mit seinem Schwerpunkt auf die transalen und insistalen Wanderbewegungen von Gruppen, Clans und V\u00f6lkerschaften ist an die infrastrukturelle Bedeutung dieser Wasserl\u00e4ufe gebunden, da diese Wasserl\u00e4ufe gleichzeitig, zumindest in ihren nicht unmittelbar dem Hochgebirge angeh\u00f6renden Flussbereichen, zu den bevorzugten und von der Natur vorgegebenen Wegrouten geh\u00f6ren. Selbst in W\u00fcsten und Trockensteppen verlaufen die seit alters her bekannten Handelswege zu einem guten Teil entlang von ausgetrockneten oder nur zu bestimmten Zeiten wasserf\u00fchrenden Flussl\u00e4ufen.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Es gilt daher Knotenpunkt und Wegkreuzungen zu erkunden und zu beforschen, die auf Grund ihrer Lage einer m\u00f6glichst geringen erosiven Dynamik unterliegen und somit einer dauerhaften Nutzung im Handels- und Reiseverkehr unterliegen. Dabei ist sowohl die innere Gesatltungskraft einer jeden verorteten Kultur mit einzubeziehen als auch ihren bautechnischen und wirtschaftlichen M\u00f6glichkeiten Rechnung zu tragen. Im speziellen Fall des nordtiroler Raumes muss daher zwischen jenen Gebieten unterschieden werden, welche durch die r\u00f6mischen Besatzungen in einem antiken Strassennetz eingebunden waren (vgl dazu das Wippta- und das Inntal) und jenen Gebieten, die abseits dieses Wegenetzes lediglich mittels althergebrachter Handels- und Reisewege \u00fcber kaum befestigte Trampelpfade oder gerade noch karrentaugliche, unbefestigte Wege erschlossen wurde.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/wp-content\/uploads\/lechi_08_92-3.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-581\" alt=\"herwig angerer, lechtal, 1992, arteologie, dr. arkadasch\" src=\"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/wp-content\/uploads\/lechi_08_92-3-150x150.jpg\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a>Das Lechtal (\u201eAusserfern\u201c) geh\u00f6rt \u00fcberwiegend zu dieser zweiten infrastrukturellen Kategorie. Dies belegt die bauliche und fundamentale Konstruktion der Gestaltung des rechtsseitig gelegenen Furteingangs an der Grabungsstelle. Zudem ist anzumerken, dass zum \u00fcberwiegenden Teil bei der Ausrichtung von sp\u00e4terhin r\u00f6mischen Strassen auf bereits vorhandene Wegf\u00fchrungen zur\u00fcckgegriffen wurde, auch wenn diese dann verkehrstechnisch begradigt und\/oder streckenweise neu trassiert wurden.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Die Ergebnisse der bisherigen Grabungen f\u00fchrten mit dem Fund der Kultnische und dem nahezu unversehrt geborgenen Triptychon zu einer dem gesamten Grabungsteam zu Gute kommenden neuerlichen Motivation, welche am 5. August 1992 mit einem weiteren spektakul\u00e4ren Fund ihren H\u00f6hepunkt fand: Unserem wissenschaftlichen Aquarellisten und Fotografen <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Herwig Angerer<\/i> gelang es an diesem Tag auf der links vom direkten Furteingang gelegenen Uferb\u00f6schungsseite einen humanoiden Fund freizulegen. Heureka!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vom grabungstechnischen Ansatz her sind Flussl\u00e4ufe jedwede Art prinzipiell ein schwierig zu erforschendes Gel\u00e4nde. 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