{"id":584,"date":"2013-12-09T21:54:06","date_gmt":"2013-12-09T19:54:06","guid":{"rendered":"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/?p=584"},"modified":"2013-12-09T21:54:07","modified_gmt":"2013-12-09T19:54:07","slug":"lechtal-juli-september-1992-ausgrabungsprotokoll-17","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/?p=584","title":{"rendered":"Lechtal, Juli \u2013 September 1992, Ausgrabungsprotokoll 17"},"content":{"rendered":"<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Es stellte sich im insgesamten Grabungsverlauf der Expedition \u201eLechtal\u201c eigentlich erst nachtr\u00e4glich heraus, dass in einem derartigen Gel\u00e4nde die \u00fcbliche Vorgangsweise mit Sondierungsgrabungen im Parallelverschiebungsverfahren nicht von jenem Nutzen war, welcher \u00fcblicherweise mit diesem Grabungsverfahren verbunden ist. Bedingt durch die starke Geschiebef\u00fchrung des Flusslaufes mit seinen durch die Str\u00f6mung intendierten Vermalungstendenzen k\u00f6nnen tats\u00e4chliche Fundungen nur in jenem Bereich auftreten, welche ausserhalb der regelm\u00e4ssigen \u00dcberstr\u00f6mungen durch starkfliessende Gew\u00e4sser liegen. Im reinen Hochwassergebiet, welches nur oberfl\u00e4chlich die zugrundeliegende Sode des Bodens fliessmechanisch bearbeitet, ist lediglich das verst\u00e4rkte Auftreten von Sickerw\u00e4ssern oder aber ein unregelm\u00e4ssiger Pegelstand des Grundwassers von grabungs- und fundrelevanter Bedeutung. Organische Materialien sind in einer derartigen Konstellation nur in verkn\u00f6cherter Form (wenn \u00fcberhaupt) vorhanden, und selbst diese meist marginalen Fundst\u00fccke sind von einer umfassenden und dauerhaften Aufl\u00f6sung in Form von biochemischen Prozessen betroffen (sh. <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">\u201eDie Ver\u00e4nderung organischer Funde durch biochemische Prozesse im Rahmen von st\u00e4ndiger Divergenz, basierend auf wechselnde Feuchtigkeitsprozesse in einem erdnahen und irdenen Umfeld\u201c, Johannes Deutmaier, 1947, Th\u00fcbingen<\/i>). Zudem muss gerade in stark kalkhaltigen B\u00f6den und Gebirgsstrukturen auf die zus\u00e4tzlichen Ver\u00e4tzungen durch ausgeschwemmte Kalke hingewiesen werden, auch wenn umgekehrt unter g\u00fcnstigen Voraussetzungen mancherorts spektakul\u00e4re Verkieselungen vorgefunden wurden.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Die Sondierungsgrabungen der Expedition \u201eLechtal\u201c endeten \u00fcberwiegend mit Leerfundungen, wobei zudem das h\u00e4ufige Auftreten von Sickerw\u00e4ssern und Einschwemmungen aus dem Pegelbereich des Flusslaufes die Arbeiten zus\u00e4tzlich erschwerten. Zwar wurde die gesamte Grabungsmannschaft durch die Funde der Kultnische und des Triptychons in ihrem Eifer freudig best\u00e4rkt, jedoch waren mit zunehmender Dauer auch leitungsteamintern vermehrt Stimmen zu h\u00f6ren, welche die Sinnhaftigkeit dieser Parallelsondierungen zweifelnd in Frage stellten.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/wp-content\/uploads\/lechi_08_92-17.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-586\" alt=\"august 1992, lechtal, dr. arkadasch, arteologie\" src=\"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/wp-content\/uploads\/lechi_08_92-17-150x150.jpg\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a>Am 5. August 1992 bezog unser Aquarellist und Fotograf am rechten Flussufer, am Fusse der dortigen B\u00f6schung Position um einerseits das Grabungsgel\u00e4nde f\u00fcr ein vorgesehenes dreidimensionales Modell abzulichten (dieser Wunsch wurde an die Expedition vom Landesschulrat f\u00fcr die Region Nordtirol herangetragen und die Expeditionsleitung konnte sich einem derartigen Wunsch nicht ohne weiteres verschliessen, auch wenn die Sinnhaftigkeit des Ganzen ausserhalb jeder wissenschaftlich-arteologischen Zielsetzung zu liegen scheint) und andererseits mit seinen zeichnerischen und handkolorierten Studien zur Kultnische und deren Umgebung fort zu setzen. Dazu bat unser Expeditionsfotografenmeister vier eingeborene Hilfsgrabungskr\u00e4fte ihm einen etwa f\u00fcnf Meter im Geviert grossen Platz anzuebnen, um dort mit seiner Staffelei bzw. seiner fotografischen Ausr\u00fcstung entsprechend arbeiten zu k\u00f6nnen. Bei dieser Planierungst\u00e4tigkeit stiessen die Hilfsgrabungskr\u00e4fte im unmittelbaren unteren Kantenbereich der Uferb\u00f6schung auf die bereits bekannte Trockenmauerung, welche auch die meisten der bisherigen arteologischen Funde Nordtirols begleitete. Herr Herwig Angerer liess sofort s\u00e4mtliche Planierungsarbeiten stoppen und hiess die Grabungsleitung mit Dr. Arkadasch umgehend zu informieren. Das besagte geviert wurde als erstes mit Sperrband abgegrenzt und jedem weiteren unbefugten Zutritt entzogen. Dr. Arkadasch Dag und Herr Herwig Angerer legten sodann gemeinsam die Fundstelle oberfl\u00e4chlich frei, um sofort mit dem Nachweis der tats\u00e4chlichen Relevanz das Expeditionsteam als Ganzes herbei zu rufen, um so die gesamte Mannschaft an diesem neuerlichen Erfolg teilhaben zu lassen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es stellte sich im insgesamten Grabungsverlauf der Expedition \u201eLechtal\u201c eigentlich erst nachtr\u00e4glich heraus, dass in&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/584"}],"collection":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=584"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/584\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":587,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/584\/revisions\/587"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=584"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=584"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=584"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}