{"id":592,"date":"2013-12-21T20:27:10","date_gmt":"2013-12-21T18:27:10","guid":{"rendered":"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/?p=592"},"modified":"2013-12-25T22:26:07","modified_gmt":"2013-12-25T20:26:07","slug":"lechtal-juli-september-1992-ausgrabungsprotokoll-18-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/?p=592","title":{"rendered":"Lechtal, Juli \u2013 September 1992, Ausgrabungsprotokoll 19"},"content":{"rendered":"<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Es erscheint manchmal nahezu unm\u00f6glich mit welcher Geschwindigkeit sich selbst in den abgelegendsten Berggebieten Neuigkeiten verbreiten: innert eineinhalb Stunden nach der Entdeckung des humanoiden Fundes durch unseren Aquarellisten und Fotografen Herrn Herwig Angerer, erschien ein Wagenkonvoi, bestehend aus zwei Einsatzfahrzeugen der polizeilichen Dienststelle von Reutte, dem Hauptort dieser Talschaft, dazu ein Tankl\u00f6schfahrzeug der Feuerwehr aus Bichlbach (einem kleinen Dorf, knapp 12 km von Reutte in s\u00fcd\u00f6stlicher Richtung entfernt) und zwei Dienstkraftfahrzeugen des Landes Tirol, aus denen beim ersten der zust\u00e4ndige Bezirkshauptmann des politischen Distrikts Reutte entstieg und aus dem zweiten, wie sich im unmittelbaren Gespr\u00e4ch herausstellte, der sich im Ruhestand befindende Gymnasialdirektor (eine Schule f\u00fcr die 10 bis 18 \u2013J\u00e4hrigen, welche mit der Reife f\u00fcr den Universit\u00e4tsbesuch abschliesst) des Gymnasiums Reutte, der nunmehr der Direktor des Heimatmuseums der Marktgemeinde Reutte ist. Zudem wurden diese Herren neben den vier Polizisten vom Gemeindeamtsleiter der Marktgemeinde Reutte und dem f\u00fcr diesen Distrikt zust\u00e4ndigen Landesrat, sowie einer Sekret\u00e4rin begleitet.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Dr. Arkadasch entstieg der Fundstelle, wusch sich die H\u00e4nde, klopfte sich vorsorglich den Staub vom Arbeitsgewand, begr\u00fcsste diese Delegation durchaus respektvoll und fragte sodann, welch Beweggr\u00fcnde eine derartig hochrangige Delegation zu ihrem Besuch veranlasste. Der Landesrat bat Dr. Arkadasch zu einem internen Gespr\u00e4ch in eine der Arbeitsbaracken, w\u00e4hrend sich die mitreisenden Polizisten anschickten, das Grabungsgel\u00e4nde unter ihre dienstliche Aufsicht zu stellen. Dr. Arkadasch gab noch rasch entsprechende Anweisungen, dass auch die diensthabenden Polizisten nach M\u00f6glichkeit sich vom direkten Fundort, aus Gr\u00fcnden der Kontamination entfernt halten sollten und bat dann den Landesrat, den Gemeindeamtsleiter, den Bezirkshauptmann und die Sekret\u00e4rin in den Aufenthaltsraum des Grabungsteams. Dort \u00f6ffnete der Bezirkshauptmann seine Aktentasche und entnahm ihr einen Bescheid, welcher besagte, dass s\u00e4mtliche Funde dieser Grabungsstelle, weder ausser Landes gebracht werden d\u00fcrfen und stattdessen dem Heimatmuseum von Reutte zur weiteren historischen Aufarbeitung und Verwendung \u00fcberlassen werden m\u00fcssen.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/wp-content\/uploads\/feuerwehr.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-593\" alt=\"lechtal 1992, arteologie, dr. arkadasch\" src=\"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/wp-content\/uploads\/feuerwehr-150x150.jpg\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a>Offensichtlich hatte sich mittlerweile in Nordtirol die Bedeutung dieser arteologischen Expeditionen herumgesprochen und die lokale Politik gedachte daraus einen unmittelbaren Nutzen zu ziehen, selbst unter der Gefahr, dass dadurch jedwede weitere wissenschaftlich interdisziplin\u00e4re und internationale Forschung verunm\u00f6glicht wird. Es ist hier einmal mehr Herrn Herwig Angerer zu danken, der in seiner Weitsicht umgehend wusste, wie mit einem derartigen Ansinnen von beh\u00f6rdlicher Seite umzugehen ist. Nach einer kurzen Beratung einigten sich Dr. Arkadasch und Herr Herwig Angerer darauf, dass dieser zum einen bereits vor Ort und unverz\u00fcglich einen niederschriftlichen Einspruch gegen diesen Bescheid erhob und zudem erreichte, dass dieser Einspruch von aufschiebender Wirkung begleitet wurde, so dass die weitere Bergung und Sicherung des humanoiden Fundes unmittelbar gew\u00e4hrleistet blieb. Zudem k\u00fcndigte Dr. Arkadasch die Anrufung des Forschungssenats der Universit\u00e4t Innsbruck an und \u00fcbergab dem Bezirkshauptmann die Bewilligungsunterlagen f\u00fcr diese Expedition, welche in einem bilateralen Vertrag zwischen der Republik \u00d6sterreich und dem Arteologischen Institut der Freien Universit\u00e4t Izmir ausgehandelt wurden. Aus diesen Bewilligungsunterlagen geht eindeutig hervor, dass s\u00e4mtliche Grabungen und die dabei resultierenden Fundungen der internationalen wissenschaftlichen Gemeinde unentgeltlich und dauerhaft zur Verf\u00fcgung gestellt werden. Allerdings, und dieser Punkt blieb vorerst strittig, besagen diese Bewilligungsunterlagen nichts \u00fcber die dauerhafte Lagerung und eventuelle museale Verwendung f\u00fcrderhin.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Um diese Auseinandersetzung nicht noch zus\u00e4tzlich zu erschweren, liess Dr. Arkadasch eine orts\u00fcbliche Jause aus Speck, Brot und Rotwein auftragen, um sodann, in inoffiziellem Rahmen dieser lokalen Delegation die \u00fcberregionale Bedeutung dieser Funde aufzuzeigen, nicht ohne dabei auf die m\u00f6gliche dauerhafte Wertsch\u00e4tzung, insbesonders f\u00fcr den Fremdenverkehr, hinzuweisen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es erscheint manchmal nahezu unm\u00f6glich mit welcher Geschwindigkeit sich selbst in den abgelegendsten Berggebieten Neuigkeiten&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/592"}],"collection":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=592"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/592\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":601,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/592\/revisions\/601"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=592"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=592"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=592"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}