{"id":598,"date":"2013-12-25T22:24:26","date_gmt":"2013-12-25T20:24:26","guid":{"rendered":"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/?p=598"},"modified":"2013-12-25T22:26:56","modified_gmt":"2013-12-25T20:26:56","slug":"lechtal-juli-september-1992-ausgrabungsprotokoll-20","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/?p=598","title":{"rendered":"Lechtal, Juli \u2013 September 1992, Ausgrabungsprotokoll 21"},"content":{"rendered":"<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Es wurde beim informellen Gespr\u00e4ch in der Aufenthaltsbaracke zwischen dem Bezirkshauptmann des Distriktes Reutte und Dr. Arkadasch vereinbart, dass die Ausgrabungst\u00e4tigkeit und hier wiederum insbesonders die Bergung und Sicherung des humanoiden Fundes wie geplant durchgef\u00fchrt werden kann, jedoch hat der Fund im Bergungscontainer vor Ort bis zur Kl\u00e4rung der schriftlich eingebrachten Berufung zu verweilen. Dies brachte zuerst einmal die notwendige Zeitspanne, in der Dr. Arkadasch gedachte \u00fcber den diplomatischen und universit\u00e4ren Weg diese Angelegenheit im Sinne der arteologischen Wissenschaft zu kl\u00e4ren. Der Bezirkshauptmann verordnete, dass einstweilen eine st\u00e4ndige Streife der Polizei am Grabungsort zu verweilen hatte, um, wie er es formulierte die Sicherheit der Grabungsstelle bis auf weiteres zu gew\u00e4hrleisten. Auch wenn die offensichtliche Absicht dieser Massnahme mehr als augenscheinlich war, so vermochte das Grabungsteam mit dieser Art von Beaufsichtigung ohne weiteres umzugehen: wie Herr Herwig Angerer richtig bemerkte, kann insgesamt f\u00fcr den t\u00e4glichen Ablauf von Grabungsarbeiten durchaus auf die demokratisch legitimierte Arbeitsauffassung der hiesigen Polizeikr\u00e4fte vertraut werden. Die polizeilichen \u00dcbergriffe in der Republik \u00d6sterreich weisen seit Jahren keine Signifikanten Absonderheiten auf, welche auf ein polizeistaatliches Eingreifen ohne richterliche Verf\u00fcgung vermehrt hindeuten. Im Gegenteil; es entpuppten sich s\u00e4mtliche Polizisten, welche in den n\u00e4chsten Tagen am Grabungsgel\u00e4nde ihren Dienst versahen, als h\u00f6fliche und den Grabungsablauf in keinster Weise st\u00f6rende Personen, die lediglich ihr Protokoll f\u00fchrten und dieses bei Dienst\u00fcbergabe jeweils von Dr. Arkadasch abzeichnen liessen und ihm ohne zuvor gefragt werden zu m\u00fcssen, gleichzeitig eine beglaubigte Durchschrift aush\u00e4ndigten.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Als positiver Nebeneffekt zeigte sich eine gesteigerte Form der Disziplin s\u00e4mtlicher eingeborener Grabungshilfskr\u00e4fte, wobei anzumerken ist, dass es auch schon bisher keine nennenswerten Schwierigkeiten auf diesem Gebiet zu verzeichnen galt.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Nachdem der Bezirkshauptmann, der Landesrat mit Sekret\u00e4rin und auch der Museumsleiter des Heimatkundemuseums von Reutte mitsamt der Abordnung der Freiwilligen Feuerwehr wieder abgereist waren, telefonierte Dr. Arkadasch sofort mit dem t\u00fcrkischen Konsulat in Wien, sowie mit dem Dekan des arch\u00e4ologischen Instituts der Universit\u00e4t Innsbruck und dem Dekan der Freien Universit\u00e4t Izmir und schilderte diesen Stellen die gegenw\u00e4rtige Situation am Grabungsort \u201eLechtal\u201c. Nach einer kurzen Unterredung mit Herrn Herwig Angerer beschloss Dr. Arkadasch vorerst noch nicht die Medien \u00fcber diesen Vorfall zu informieren.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">W\u00e4hrend der Besprechung in der Aufenthaltsbaracke wurden die einheimischen Grabungshilfskr\u00e4fte f\u00fcr diesen Tag nach Hause geschickt, nachdem zuvor noch der Fundort mit einem Zelt \u00fcberdacht und mit Drainagierungen versehen wurde, da es mittlerweile zu regnen begonnen hatte. Die Bergung des humanoiden Fundes erfolgte nach den Telefonaten und wurde um circa 23:00 Uhr bei k\u00fcnstlichem Licht abgeschlossen.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/wp-content\/uploads\/lechi_08_92-8.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-599\" alt=\"lechtal 1992, humanoider fund, dr. arkadasch, arteologie\" src=\"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/wp-content\/uploads\/lechi_08_92-8-150x150.jpg\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a>Es handelt sich dabei um eine rechte Hand, welche vollst\u00e4ndig erhalten, in einem Bett aus kalkigen Kieseln ruhte, wobei die gesamte direkte Fundumgebung von einem feinen tonschieferigen Mergel durchsetzt war, welche den Fund dermassen luftdicht versiegelte, dass selbst die organischen Strukturen der Hautoberfl\u00e4che nahezu unversehrt die Lagerzeit \u00fcberdauert haben. Dr. Arkadasch telefonierte sofort nach der oberfl\u00e4chlichen Freilegung mit der Anthropologin Dr. Marga Sudanavesi um derart eine perfekte und m\u00f6glichst schonende Bergung sicher zu stellen. So musste der Kontakt zur Luft und hier besonders zum Sauerstoff auf k\u00fcrzeste Zeit reduziert werden, um m\u00f6gliche Reaktionen des Gewebes zu verunm\u00f6glichen, beziehungsweise auf ein derartiges Minimum zu reduzieren, damit die weiterf\u00fchrenden Untersuchungen und Analysen nicht zus\u00e4tzlich erschwert w\u00fcrden. Bei der Bergung wurde auf geringstm\u00f6gliche Kontaminierung geachtet und die Fundhand sofort nach der Herausl\u00f6sung aus dem Umgebungsmaterial ohne zus\u00e4tzliche Reinigung in einen Vakuumbeh\u00e4lter gelagert, welcher wiederum im Bergungscontainer bei konstanter dem Fundort entsprechenden Temperaturbedingungen archiviert wurde.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es wurde beim informellen Gespr\u00e4ch in der Aufenthaltsbaracke zwischen dem Bezirkshauptmann des Distriktes Reutte und&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/598"}],"collection":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=598"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/598\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":603,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/598\/revisions\/603"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=598"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=598"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=598"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}