{"id":622,"date":"2014-01-08T22:01:28","date_gmt":"2014-01-08T20:01:28","guid":{"rendered":"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/?p=622"},"modified":"2014-01-09T18:51:10","modified_gmt":"2014-01-09T16:51:10","slug":"lechtal-juli-september-1992-ausgrabungsprotokoll-25","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/?p=622","title":{"rendered":"Lechtal, Juli \u2013 September 1992, Ausgrabungsprotokoll 25"},"content":{"rendered":"<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/wp-content\/uploads\/lechihumanoider-fund-zeichnung1.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-623\" alt=\"humanoider fund, zeichnung 1, lechtal, 1992, dr. arkadasch, arteologie\" src=\"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/wp-content\/uploads\/lechihumanoider-fund-zeichnung1-150x150.jpg\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a>Kontinuit\u00e4t ist eine der Grundvoraussetzungen f\u00fcr die wissenschaftliche Erarbeitung von basalen Wissensparametern. Erst auf dieser Basis sind weitere Forschungen qualitativ durchf\u00fchrbar und k\u00f6nnen mithilfe einer st\u00e4ndigen Falsifizierung und Verifizierung auf ein solides wissenschaftliches Fundament gestellt werden. Auch wenn generell im universit\u00e4ren Rahmen die Freiheit der Forschung gr\u00f6sstenteils ausser Streit steht, so erleichtert es dennoch die monet\u00e4re Argumentation, wenn die ergebnisseitige Bilanz zum einen zu brauchbaren spezifischen als auch allgemeinbildnerischen Inhalten beitr\u00e4gt und zum anderen dadurch in der \u00d6ffentlichkeit ein allgemeines Bild der generellen Wertigkeit generiert werden kann. Die Zeiten der Wissenschaft im \u201eElfenbeinernen Turm\u201c sind dem positiven Ansatz einer Mitbeantwortung s\u00e4mtlicher Daseinsfragen im naturwissenschaftlichen als auch philosophischem Ansatz gewichen. Damit einher geht das Selbstverst\u00e4ndnis aller Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler einen wichtigen Beitrag f\u00fcr die zuk\u00fcnftige Lebensgestaltung insgesamt beizutragen.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Dies bedingt neben dem rein scientiven Arbeiten eine \u00d6ffnung nach aussen und verlangt gleichzeitig eine kommunikative Kompetenz um die Ergebnisse der Forschungsarbeiten, auch und gerade im Hinblick auf die mont\u00e4re Ausstattung von Forschung und Wissenschaft ganz allgemein, auf jenes Niveau zu transferieren, welches sinnhaft von den poltischen und administrativen Entscheidungstr\u00e4gern erfasst werden kann.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Es gilt somit die eigenen Ergebnisse und vorangehenden Arbeiten medial zu transportieren, um dergestalt die Fragestellungen nach Notwendigkeit und Sinnhaftigkeit bereits im Vorfeld nachhaltig zu beantworten. Die Zusammenarbeit mit lokalen, regionalen und \u00fcberregionalen Medien ist daher ein Gebot der Stunde. So ist es beispielsweise mit den bisherigen drei arteologischen Expeditionen in Nordtirol gelungen, die breite \u00d6ffentlichkeit \u00fcber diverse Berichterstattungen in Presse, Rundfunk und TV derart in die Zielsetzungen der Expeditionen mit einzubeziehen, dass sich in der \u00f6ffentlichen Wahrnehmung diese Arbeiten insoweit verselbstst\u00e4ndigt haben, dass der sogenannte \u201eVolksmund\u201c die humanoiden Funde mit pr\u00e4gnanten, nichts desto trotz charakteristischen Namensgebungen belegt hat. So wird der humanoide Fund im Inntal schlicht als \u201eder Innti\u201c bezeichnet, der humanoide Fund im Wipptal als \u201eder Wippi\u201c, und der Name \u201eder Stubi\u201c beschreibt den humanoiden Fund im Stubaital. Es war somit vollkommen klar, dass der humanoide Fund hier im Lechtal sofort den Namen \u201eLechi\u201c erhielt, auch wenn es sich bei s\u00e4mtlichen humanoiden Funden bisher lediglich um torsolose Teilextremit\u00e4ten handelt. Umgekehrt &#8211; und dies belegt auch die umgekehrte Beeinflussung der Wissenschaft durch die nichtwissenschaftliche \u00d6ffentlichkeit \u2013 haben diese Namensgebungen mittlerweile auch in die arteologische Katalogisierung unwidersprochen Einzug gehalten.<\/p>\n<div style=\"float: left;\"><\/div>\n<p>Die rechte obere Extremit\u00e4t, welche ab der Handwurzel mit s\u00e4mtlichen f\u00fcnf Fingern an der Ausgrabungsstelle im Lechtal gefunden wurde, erhielt somit noch am Tag der Entdeckung durch Herrn <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Herwig Angerer<\/i> den \u201eklingenden \u201e Namen \u201eLechi\u201c. Die genaue Fundstelle dieses humanoiden Fundes kann unter folgendem Link verortet werden (nachtr\u00e4gliche Einf\u00fcgung in das Ausgrabungsprotokoll 25 am 17. April 2011):<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\"><i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Frau Dr.<\/i> <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Olga Suskova<\/i> vom <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Pathologisch-forensischen Institut der Universit\u00e4t Moskau <\/i>verdanken wir die bereits erw\u00e4hnten ausf\u00fchrlichen pathologischen Expertisen, welche im <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Scientific Journal oft he Pathologic Institut from the University of \u041c\u043e\u0441\u043a\u0432\u0430\u0301, 1992 \u0441\u0435\u043d\u0442\u044f\u0301\u0431\u0440\u044c<\/i> publiziert und besprochen wurden.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Beim Fund selbst handelt es sich um eine maskuline rechte Hand, welche \u00e4usserst gut insgesamt erhalten ist. Die Hand wurde mit grosser Wahrscheinlichkeit posthum vom Arm direkt an der Handwurzel abgetrennt. Die r\u00f6ntgenologische Diagnostik verweist auf eine professionelle Amputation per sauber gef\u00fchrten Schnitten unter Zuhilfenahme von relativ feinem Metzgers- oder Arztwerkzeugen. Da die Extremit\u00e4t vollkommen ausgeblutet ist und sowohl der Arterien- als auch der Venenbereich bis hin zu den Kapillargef\u00e4ssen mit einer Mischung aus Bienenwachs, Propolis und Kiefernharz intraven\u00f6s und das Gesamtgewebe auch subkutan mumifiziert wurde, konnte nicht nur die Morphologie dieser Gliedmasse erhalten bleiben, sondern es \u00fcberdauerte \u2013 nicht zuletzt dank der Einbettung im sauerstoffarmen, kalkigen Mergelschlick \u2013 auch die Oberhaut samt Fingern\u00e4geln in nahezu makellosem Zustand.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Die Abtrennungsstelle an der Handwurzel misst im Querdurchmesser 5,25 cm und in der H\u00f6he 3,51 cm. Die Amputation wurde derart vorgenommen, dass entlang des Unterarms Hautlappen vorsorglich stehen gelassen wurden, um anschliessend, nach erfolgter mumifizialer Pr\u00e4paration die Schnittstelle mit Eigengewebe \u00fcberlappend luftdicht abzuschliessen. Dazu wurde als Kleber gleichfalls die zuvor erw\u00e4hnte Mischung aus Bienenwachs, Propolis und Kiefernharz verwendet, wobei aber in diesem Fall der Anteil des Kiefernharzes in der Gesamtmischung deutlich \u00fcberwiegt. Optisch stellt sich dieser Verschluss (von dem <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Dr. Armin Lengauer<\/i> die ersten Gewebeproben entnahm) lederartig dar, mit einer doch deutlichen Verh\u00e4rtung dieses Gewebebereichs insgesamt. Sowohl Feuchtigkeitsausschluss als auch Verhinderung von Sauerstoffeintritt mussten gew\u00e4hrleistet geblieben sein, wie die Analyse des Gesamtgewebes ergeben hat. Dieser hermetische Abschluss ist auch eine Grundvoraussetzung f\u00fcr jede Form einer dauerhaften Mumifizierung und impliziert gleichzeitig die \u00e4ussere Unversehrtheit des zu mumifizierenden Objekts, da jede Verletzung eine Verwesungsvorgang der organischen Substanzen nach sich ziehen w\u00fcrde.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Die Hand selbst spreizt sich in Form eines \u201eKlavierspielers\u201c, das heisst, die Finger sind, bis auf den Daumen entweder nach vorn gestreckt oder, wie der Mittelfinger und noch st\u00e4rker der Ringfinger, abgebogen. Der kleine Finger spreizt sich dabei nach links aussen, w\u00e4hrend der Daumen auf einer Basis zu ruhen scheint. Insgesamt erweckt die 16,42 cm lange Hand (gemessen von der Handwurzel zur Spitze des Zeigefingers) den Eindruck einer bewahrenden, gebenden Geste. Von der Fingerkuppe des Zeigefingers zur gedachten Basis (auf welcher der Daumen aufzuliegen scheint) misst der Abstand 3,41 cm. Die Fingern\u00e4gel aller f\u00fcnf Finger sind geschnitten, wahrscheinlich zugeschliffen und bis auf Reste des kalkigen Mergelschlicks oberfl\u00e4chlich vollkommen gereinigt. Selbst unter den N\u00e4gelr\u00e4ndern konnten keinerlei verwertbare Substanzen und\/oder Materialien gefunden werden. Die Hand insgesamt weist keinerlei sonstige Verletzungen auf. Die Haut selbst verweist auf ein Lebensalter um Mitte dreissig und geht somit mit den forensisch-pathologischen Ergebnissen von Frau <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Dr. Sukova<\/i> d\u2019accord. Die schwachen, schwieligen Ans\u00e4tze an den Fingerkuppen von Daumen, Zeige- und Mittelfinger weisen eher auf eine gehobene, vielleicht gar rituelle T\u00e4tigkeit, denn auf eine handwerkliche oder agrarische Berufsaus\u00fcbung hin. Ein Zusammenhang mit dem Triptychon und der Opfernische, welche wenige Meter nord\u00f6stlich vorgefunden wurde, erscheint legitim, auch wenn sich dieser Zusammenhang fundspezifisch f\u00fcrs Erste nicht verifizieren l\u00e4sst. Die Sorgfalt der Mumifizierung und die Auswahl der Mittel lassen auf eine bewusste Auswahl dieser Extremit\u00e4t schliessen, umso mehr, als dass derartige rituelle Erhaltungsmassnahmen jenseits jeder gebr\u00e4uchlichen Bestattungstechnik f\u00fcr Angeh\u00f6rige der normalen Bev\u00f6lkerungsschicht liegen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kontinuit\u00e4t ist eine der Grundvoraussetzungen f\u00fcr die wissenschaftliche Erarbeitung von basalen Wissensparametern. 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