{"id":636,"date":"2014-01-15T15:56:22","date_gmt":"2014-01-15T13:56:22","guid":{"rendered":"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/?p=636"},"modified":"2014-01-15T15:56:22","modified_gmt":"2014-01-15T13:56:22","slug":"lechtal-juli-september-1992-ausgrabungsprotokoll-27","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/?p=636","title":{"rendered":"Lechtal, Juli \u2013 September 1992, Ausgrabungsprotokoll 27"},"content":{"rendered":"<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Die besondere geografische Lage des Lechtals\/des Ausserferns verdient eine genaue Betrachtung und einen eingehenden Vergleich der manuellen Entwicklung der vorgefundenen Artefakte mit jenen Fundst\u00fccken welche bisher bei den bereits vorangegangenen Ausgrabungen im Raum Nordtirol entdeckt und geborgen wurden. F\u00fcr jede gesellschaftliche Entwicklung stellt der Fortschritt in der Verwendung von mechanischen Hilfsmitteln und in weitere Folge die eigenst\u00e4ndige Bearbeitung von verschiedensten Materialien zur Gewinnung von Werkzeugen und werkzeug\u00e4hnlichen Instrumenten einen qualitativen und in weiterer Folge auch \u00f6konomisch quantitativen Zugewinn an Wissen, Erfahrung und verwendbarer technologischer Erweiterung der eigenen M\u00f6glichkeiten dar.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/wp-content\/uploads\/lechi_08_92-18.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-637\" alt=\"lechtal 1992, dr. arkadasch, arteologie\" src=\"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/wp-content\/uploads\/lechi_08_92-18-150x150.jpg\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a>Ausgehend von der urspr\u00fcnglich direkten Verwendung von verschiedenf\u00f6rmigen Steinen und Felsbrocken \u00fcber unbearbeitete Holzst\u00f6cke und Stangen, stellt die erste bewusste Bearbeitung von Steinen zu Faustkeilen und von Holzst\u00fccken zu gezielt geformten Arbeitserweiterungen der eigenen Hand einen Quantensprung in der humanen Existenz als solcher dar. Nicht nur die manuelle T\u00e4tigkeit der Bearbeitung verdient dabei eine genaue Betrachtung sondern weit mehr noch die cognitive Leistung, welche einer derartigen Bearbeitung zwingend vorangehen muss. Selbst unter der Pr\u00e4misse, dass wohl die ersten werkzeuglichen Gebrauchsentscheidungen einer dem Zufall verdankten unbewussten Verwendung entsprungen sein m\u00f6gen, bleibt festzuhalten, dass sp\u00e4testens mit der Bearbeitung von Naturmaterialien eine abstrahierende Gedankenentscheidung vorab zwingend erfolgte, welche wiederum aus sich heraus einen kommunikativen Ansatz in der Erkl\u00e4rungstypologie innerhalb der eigenen Gruppe einforderte. Somit verlangt die Umsetzung einer Idee, welche zu einer neuartigen und g\u00e4nzlich dem urspr\u00fcnglichem, von der Natur vorgegebenem Zweck vollst\u00e4ndig unterschiedlich ist \u2013 wie etwa die Verwendung eines Stockes, der urspr\u00fcnglich als Blatt- und Fruchtstandproduzent einer Pflanze diente, und nunmehr als Rutenstock einer Fischerangel verwendet wird \u2013 nach der F\u00e4higkeit der gedanklichen Abstraktion und einer daraus resultierenden Ergebnishaftigkeit, die zugleich eine Ein \u2013 und\/oder Unterordnung f\u00fcr ein dem bisherigen Zweck fremdes, wenn nicht gar aus seiner Unbearbeitetheit heraus unm\u00f6gliches Ziel darstellt. Diese Gedankenleistung ist nur mit einem Grundverst\u00e4ndnis von sprachlicher Aktivit\u00e4t vereinbar, da jede Abstraktion per se gleichzeitig einen artikulativen Bennenungsmodus, der \u00fcber die eigene gegenw\u00e4rtige Situation hinaus nach einer bewussten Entscheidung f\u00fcr ein zuk\u00fcnftig erwartbares Verhalten nach sich ziehen muss. Das Bewusstsein seiner selbst, sowohl um die eigene Person als auch die eigene Individualit\u00e4t, stellt dabei eine unumg\u00e4ngliche Notwendigkeit dar, da jedes planende Verhalten, wie es nun einmal die Erzeugung eines Werkzeuges, welches erst nach der Fertigstellung in einer von der Gegenwart noch nicht erreichten Zeitspanne darstellt, einer bewussten Verortung im Jetzt bedarf. Dies bedingt zum einen die Wahrnehmung der Unterschiedlichkeit der eigenen Person zu den restlichen Mitgliedern der Gruppe und andererseits die im Alltag gelebte und erfahrbare Gewissheit der Zugeh\u00f6rigkeit zu eben dieser Gruppe. Mit dieser Erkenntnis der eigenen Individualit\u00e4t und der gleichzeitigen Eingebettetheit in ein soziales Gef\u00fcge entsteht jene Form der sozialen Verantwortlichkeit und Zugeh\u00f6rigkeit, welche aus sich heraus die Notwendigkeit einer kommunikativen und damit sprachlichen Verbindung definiert und damit zwingend zu einer artikulativen Abstraktion mit Hilfe von Lauten, Silben und sp\u00e4terhin auch Worten f\u00fchrt, die ihren Ausdruck in weiterer Folge in der Entwicklung und Entstehung von aussersprachlichen F\u00e4higkeiten findet und schlussendlich im kreativen Umgang mit bisher einzig der Natur vorbehaltenen Materialien m\u00fcndet.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Es ist somit das Artefakt als solches, welches vom arteologischen Standpunkt aus betrachtet, einen genauen Einblick in die cognitive Genese einer Soziet\u00e4t bietet.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die besondere geografische Lage des Lechtals\/des Ausserferns verdient eine genaue Betrachtung und einen eingehenden Vergleich&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/636"}],"collection":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=636"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/636\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":638,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/636\/revisions\/638"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=636"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=636"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=636"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}