{"id":654,"date":"2014-02-09T21:24:34","date_gmt":"2014-02-09T19:24:34","guid":{"rendered":"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/?p=654"},"modified":"2014-02-09T21:24:34","modified_gmt":"2014-02-09T19:24:34","slug":"die-arteologische-ausgrabung-kaunertal-mai-bis-oktober-1997-kaunertal-mai-oktober-1997-ausgrabungsprotokoll-1","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/?p=654","title":{"rendered":"Die Arteologische Ausgrabung \u201eKaunertal\u201c, Mai bis Oktober 1997.    Kaunertal, Mai &#8211; Oktober 1997, Ausgrabungsprotokoll 1"},"content":{"rendered":"<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Die bereits Ende der 80er Jahre zunehmende konservativ-nationale Grundeinstellung im \u00f6ffentlichen Leben der \u00f6sterreichischen Politik fand ihre Fortsetzung in den Schwierigkeiten welche die Regierung unter Bundeskanzler Klima (SP\u00d6 \u2013 Sozialdemokratische Partei \u00d6sterreichs) mit ihrem Koalitionspartner \u00d6VP (\u00d6sterreichische Volkspartei) in einem zunehmend nationalistisch gef\u00e4rbten Umfeld zu bew\u00e4ltigen hatte. Die \u00f6ffentliche Diskussion wurde von der rechtskonservativen Partei FP\u00d6 (Freiheitliche Partei \u00d6sterreichs) beherrscht, die nicht nur grossen Zuspruch innerhalb der Bev\u00f6lkerung fand, sondern auch in populistischer Weise Rassismus und Fremdenfeindlichkeit in ihrer politischen Programmatik vertrat und vertritt. Die Problematik bei der Entdeckung des humanoiden Fundes im Lechtal (sh.:<i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Lechtal, Juli \u2013 September 1992, Ausgrabungsprotokoll 19<\/i>), dass umgehend die administrativen Beh\u00f6rden vor Ort mit exekutioneller Unterst\u00fctzung erschienen und per Bescheid\/Verordnung auf die weitere Vorgangsweise und Verwendung des humanoiden Fundes leitenden Einfluss zu nehmen gedachten, ist eine direkte Auswirkung der beschriebenen Verh\u00e4ltnisse.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/wp-content\/uploads\/staatsvertrag.jpeg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-656\" alt=\"staatsvertrag, dr. arkadasch, arteologie\" src=\"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/wp-content\/uploads\/staatsvertrag-150x150.jpeg\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a>Die Freiheit der Wissenschaft und Lehre gilt zu Recht als unbestreitbares Fundament jeder aufgekl\u00e4rten Gesellschaft. In Bezug auf den demokratisch-historischen Werdegang der heutigen Republik \u00d6sterreich spricht die Historikerin <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Dr. Esther Abendstein<\/i> von der Universit\u00e4t Haifa, in ihrem Standardwerk \u201e<i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Europa und seine demokratische Entwicklung (Solomon und Rubinicek, Jerusalem 1987)<\/i>\u201c von einer oktroyierten Demokratisierung, welche von Seiten der eingeborenen Bev\u00f6lkerung des heutigen \u00d6sterreichs nur von einer elit\u00e4ren Minderheit aktiv betrieben und\/oder unterst\u00fctzt wurde. So wurde 1918 -1919 noch von \u201eDeutsch-\u00d6sterreich\u201c gesprochen und erst ab 1919 ein eigener Staat \u00d6sterreich gebildet, welcher sich nahezu ausschliesslich aus den ehemalig deutschsprachigen Kronl\u00e4ndern der vormaligen Habsburgermonarchie zusammen setzte. Dieses Staatengebilde wies nicht nur kein gefestigtes inneres nationales und positives Selbstverst\u00e4ndnis auf, sondern f\u00fchrte relativ rasch zu einem undemokratischem St\u00e4ndestatt und dem damit einhergehenden und auch als solchem historisch verbrieften Austrofaschismus (Austria = \u00d6sterreich). Mit dem, vom \u00fcberwiegenden Teil der \u00f6sterreichischen Bev\u00f6lkerung jubelnd begr\u00fcssten Einmarsch der deutschen Truppen, erfolgte der Anschluss \u00d6sterreichs an Nazideutschland. Der Widerstand gegen die nationalsozialistische Herrschaft muss als marginal bezeichnet werden. Vielmehr rekrutierten sich aus der vormals \u00f6sterreichischen Bev\u00f6lkerung \u00e4usserst zahlreich T\u00e4ter und Vollstrecker dieses Regimes. Eine Aufarbeitung dieser Zeit hat, wenn \u00fcberhaupt, erst in den letzten Jahren zaghaft eingesetzt: ein beredtes Zeugnis \u00fcber die grundlegende Einstellung der heutigen Bev\u00f6lkerung ergibt sich aus der Tatsache, dass selbst junge Menschen noch immer davon sprechen, dass der Zweite Weltkrieg verloren wurde und der milit\u00e4rische Sieg der Alliierten Kr\u00e4fte nicht als Befreiung von einer tyrannischen Fremdherrschaft verstanden wird. Mit dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurde \u00d6sterreich als Staatengebilde wieder politisch von den siegreichen Alliierten Kr\u00e4ften rekonstituiert und mithilfe des \u201eMarschallplans\u201c wirtschaftlich auf eine tragf\u00e4hige Basis gestellt. Gleichwohl ein eklatanter Mangel an demokratischen Grundstrukturen augenscheinlich war, wurde die \u201eZweite Republik\u201c in \u00d6sterreich proklamiert und mit dem Friedensvertrag 1955 konstitutionalisiert. Die Bev\u00f6lkerung \u00d6sterreichs hat \u2013 bis auf wenige Ausnahmepers\u00f6nlichkeiten und Ausnahmesituationen &#8211; niemals aus eigenem Antrieb und eigener Kraft um demokratische Strukturen innerhalb ihrer Gemeinschaft gek\u00e4mpft. Vielmehr erfolgte die Demokratisierung \u00d6sterreichs im Verordnungswege durch die milit\u00e4rischen Sieger des Zweiten Weltkrieges. Somit kann weder im Selbstverst\u00e4ndnis der eingeborenen, \u00f6sterreichischen Bev\u00f6lkerung noch im legislativen und exekutionellen Bereich der politischen Gestaltbarkeit auf gewachsene demokratische Strukturen, die in ihren basalen Werten unumstritten und unab\u00e4nderlich sind, zur\u00fcck gegriffen werden. Die Anf\u00e4lligkeit f\u00fcr Populismus und vorauseilendem Gehorsam bleibt somit latent und bedarf einer st\u00e4ndigen Achtsamkeit von aussen und innen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die bereits Ende der 80er Jahre zunehmende konservativ-nationale Grundeinstellung im \u00f6ffentlichen Leben der \u00f6sterreichischen Politik&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/654"}],"collection":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=654"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/654\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":657,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/654\/revisions\/657"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=654"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=654"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=654"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}