{"id":699,"date":"2014-03-16T11:28:08","date_gmt":"2014-03-16T09:28:08","guid":{"rendered":"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/?p=699"},"modified":"2014-03-16T11:28:08","modified_gmt":"2014-03-16T09:28:08","slug":"kaunertal-mai-oktober-1997-ausgrabungsprotokoll-7","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/?p=699","title":{"rendered":"Kaunertal, Mai &#8211; Oktober 1997, Ausgrabungsprotokoll 7"},"content":{"rendered":"<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/wp-content\/uploads\/planskisse-grabungsstelle.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-700\" alt=\"planskisse grabungsstelle kaunertal 1997, arteologie, dr. arkadasch\" src=\"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/wp-content\/uploads\/planskisse-grabungsstelle-150x150.jpg\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a>Die genaue Vermessung dieses Grabungsgel\u00e4ndes erfolgte Anfang Mai 1997 durch das Grabungsteam. Die dabei erhobenen Daten wurden umgehend mit den Messergebnissen der Strassenmeisterei, sowie dem <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Vermessungsamt<\/i> (Katasterf\u00fchrende, administrative Beh\u00f6rde; zust\u00e4ndig f\u00fcr grundbuchstaugliche Verfahrensgrundlagen) <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">des Landes Tirols<\/i> (eigentlich eine Bundesbeh\u00f6rde, aber intern f\u00f6deralistisch gegliedert) abgeglichen. Am ostseitigen, zur Kaunertal Landesstrasse hin gelegenen Ende, direkt vor dem \u201esteinernen Garten\u201c, wurde die mobile Grabungsleitstelle eingerichtet, eine Neuerung insofern, als die eigentliche infrastrukturelle Expeditionsausr\u00fcstung erstmalig nicht mehr fussl\u00e4ufig in unmittelbarer N\u00e4he des Grabungsgel\u00e4ndes errichtet werden konnte. Durch die topografische Struktur, die ansatzweise einem Taleinschnitt gleicht, der sich hierorts aus Nordhang, Strassentrassierung, dem schmalen, in etwa 18 m breiten und 148 m langen Grabungsstreifen mit einer steilen, 2,30 m hohen Abb\u00f6schung zum <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Faggenbach<\/i> und einem s\u00fcdseitig relativ steil ansteigendem Hang definiert, ist ohne gravierende bautechnische Massnahmen die Errichtung eines Expeditionslagers vor Ort nicht m\u00f6glich. Zudem weist dieses Gel\u00e4nde eine starke alpine Verwaldung mit stufenartigem, felsigem Untergrund auf, und kann somit ohne tiefreichende Fundamentierungen mittels Stahlbeton nicht dauerhaft aplaniert werden. Das einzige von Natur aus flache Bodenst\u00fcck ist ident mit der Grabungsstelle und scheidet somit von vornherein als logistische Expeditionszentrale aus.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Das Gestein besteht \u00fcberwiegend aus Graniten und Gneisen und weist im Verlauf des <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Faggenbaches<\/i> die \u00fcblichen Verschotterungen durch fliesswasserbedingte Erosion auf. Das dabei transportierte Ger\u00f6ll zeigt rundgeschliffene, kieselartige Steinformen, von bis zu kopfgrossen Volumina, untermischt mit feinsandigem Schwebematerialien und einem geringem Humusanteil.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Die felsige Gesamtstruktur dieses Talabschnittes bedingt eine relative Gel\u00e4ndestabilit\u00e4t gegen\u00fcber Hochw\u00e4ssern die sich im Gerinne des <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Faggenbaches<\/i> als eingeschliffene Einkerbung in die Oberfl\u00e4chenmorphologie geodynamisch manifestiert hat. Somit ist festzustellen, dass das Grabungsgel\u00e4nde, bis auf den neuzeitlichen, oberfl\u00e4chlichen Eingriff keiner grundlegenden Ver\u00e4nderung unterzogen wurde und daher in sich eine fundrelevante Kontinuit\u00e4t aufweist.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Der B\u00f6schungsbereich am Nordufer des <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Faggenbaches<\/i> ist nach oben zum Rand mit einer sich bis zu 40 cm verdickenden Humusschicht bedeckt, die mit niederflurigen Laubgew\u00e4chsen und nach Westen hin mit zunehmendem Baumbestand best\u00fcckt ist. Vor Beginn der Grabungsarbeiten war es daher notwendig f\u00fcr die Sondierungsgrabungen vereinzelte, kleinfl\u00e4chige Rodungsmassnahmen durchzuf\u00fchren, welche unter Aufsicht der <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Wildwasser- und Lawinenverbauung des Landes Tirol<\/i> vorgenommen wurden. Diese Vorgangsweise erwies sich umgehend als \u00e4usserst sinnvoll, da einsetzende Starkregenf\u00e4lle in der zweiten Maiwoche zu einem Anschwellen des Wasserstandes des <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Faggenbaches<\/i> f\u00fchrten. Das Rodungsteam der <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Wildwasser- und Lawinenverbauung<\/i> n\u00fctzte die notwendigen Schl\u00e4gerungsarbeiten daher um zeitgleich eine zus\u00e4tzliche Absicherung der B\u00f6schung mittels der gef\u00e4llten Baumst\u00e4mme in Flussrichtung des <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Faggenbaches<\/i> zu gew\u00e4hrleisten und somit den Randbereich des Grabungsgel\u00e4ndes zus\u00e4tzlich zu sch\u00fctzen.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Zeitgleich wurde die Expeditionszentrale am Gel\u00e4nde der Volksschule von <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Nufels<\/i> in Vollbetrieb genommen. Eingeborene Hilfskr\u00e4fte wurden akquiriert, die Umz\u00e4unung der Expeditionszentrale mit Maschendraht fertiggestellt, die Laboreinrichtungen und die Materialcontainer aktiviert sowie eine erste Pressekonferenz abgehalten.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Die Wettersituation verschlechterte sich zusehends und am Abend des 12 Mai setzte sogar starker Schneefall ein \u2013 ein f\u00fcr diese Jahreszeit nicht ungew\u00f6hnliches Ereignis, befindet sich doch die Grabungsstelle auf \u00fcber 1200 m\/M im inneralpinen Raum.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die genaue Vermessung dieses Grabungsgel\u00e4ndes erfolgte Anfang Mai 1997 durch das Grabungsteam. 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