{"id":721,"date":"2014-04-21T20:33:22","date_gmt":"2014-04-21T18:33:22","guid":{"rendered":"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/?p=721"},"modified":"2014-04-21T20:33:22","modified_gmt":"2014-04-21T18:33:22","slug":"kaunertal-mai-oktober-1997-ausgrabungsprotokoll-12","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/?p=721","title":{"rendered":"Kaunertal, Mai &#8211; Oktober 1997, Ausgrabungsprotokoll 12"},"content":{"rendered":"<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Es war dabei einmal mehr die Idee von unserem Fotografenmeister und Aquarellisten, Herrn Herwig Angerer, die Personalsuche vor Ort auf professionelle Art und Weise zu betreiben. W\u00e4hrend bei den vorangegangenen Expeditionen das meiste eingeborene Grabungspersonal per Mundpropaganda rekrutiert und dabei auch den W\u00fcnschen der politischen Eliten vor Ort weitestgehend entsprochen wurde, erfolgte nunmehr eine Zeitungsannonce in den zwei lokalen Wochenbl\u00e4ttchen, sowie ein entsprechender Aushang auf den \u201eSchwarzen Tafeln\u201c der umliegenden Gemeinde\u00e4mter sowie an s\u00e4mtlichen kirchlichen Schauk\u00e4sten des gesamten Kaunertals. Da die Wettersituation ohnehin umfassende Sondierungsgrabungen zur Zeit nicht wirklich sinnvoll erscheinen liess, konnten bereits drei Tage nach dem Erscheinen der Lokalpostillen die ersten Bewerbungsgespr\u00e4che durchgef\u00fchrt werden.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/wp-content\/uploads\/Herr-Herwig-Angerer.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-722\" alt=\"Herr Herwig Angerer, fotografenmeister, expeditionsaquarellist, arteologie, dr. arkadasch\" src=\"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/wp-content\/uploads\/Herr-Herwig-Angerer-150x150.jpg\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a>Bei diesen Gespr\u00e4chen \u00fcbernahm Herr Herwig Angerer den Vorsitz. Zum Einen war er der einzige des Expeditionsteams (ausser unserem Expeditionsarzt Dr. Armin Lengauer, der<span style=\"mso-spacerun: yes;\">\u00a0 <\/span>aber auf Grund seiner \u00e4rztlichen T\u00e4tigkeit erst mit Ende Juni zum Expeditionsteam stossen konnte, f\u00fcr Notf\u00e4lle aber jederzeit auf Abruf unserem Team dankenswerter Weise zur Verf\u00fcgung stand) der den gutturalen Dialekt der eingeborenen Bev\u00f6lkerung verstand \u2013 Mag. Peter Stolz unser wissenschaftlicher Berater vor Ort besch\u00e4ftigte sich zu dieser Zeit mit eingehenden Versuchsreihen \u00fcber die Polyvenylisierung von organischen Funden am Pathologischen Institut der Universit\u00e4t Innsbruck \u2013 und zum Zweiten brachte er jenes administrative und unternehmerische Fachwissen mit, welches er selbst sich Laufe seiner Selbstst\u00e4ndigkeit als Fotograf im Umgang und in der Auswahl von entsprechendem fachpersonal angeeignet hatte. Als Beisitzer fungierten je nach M\u00f6glichkeit eine der teilnehmenden Studierenden oder Dr. Arkadasch.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Schon am ersten Tag dieser Bewerbungsgespr\u00e4che stellte sich heraus, dass dieses Auswahlverfahren f\u00fcr die Expedition insgesamt von grossem Vorteil war: denn neben den reinen k\u00f6rperlichen Voraussetzungen, welche die manchmal doch sehr schwere T\u00e4tigkeit des Grabens mit sich brachte, konnte so auch auf ein gewisses Mass an intellektuellem Niveau geachtete werden, welches f\u00fcrderhin die Leitung und auch Ausbildung der Grabungskr\u00e4fte wesentlich beschleunigen und erleichtern konnte. Zudem achtete Herr Herwig Angerer auch auf eine m\u00f6glichst homogene Zusammensetzung dieser Gruppe von Handlangern, um dergestalt von vornherein eventuelle Streitigkeiten im Bezug auf die Arbeitsleistung und den Fleiss hintan zu stellen. So wurden lediglich M\u00e4nner zwischen 25 und 40 Jahren ausgew\u00e4hlt und verheiratete Frauen jenseits der Vierzig. Dadurch wurde jeder Form von zwischengeschlechtlichen Eifers\u00fcchteleien oder gar Problemen von Haus aus jede Basis entzogen (ein Punkt den selbst der \u00f6rtliche Pfarrer als vorausschauend und lobenswert empfand) und ein inneres Gleichgewicht in der Gruppe erleichtert. Herr Herwig Angerer achtete auch darauf, dass maximal drei Personen aus einer einzigen Ansiedlung angestellt wurden, um so interne Gruppenbildungen m\u00f6glichst zu vermeiden.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Insgesamt erschienen 32 M\u00e4nner und 17 Frauen zu den Vorstellungsgespr\u00e4chen aus denen schlussendlich das eingeborene Hilfspersonal \u2013 18 M\u00e4nner und neun Frauen \u2013 rekrutiert wurde.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Vom 25. \u2013 28 Mai \u2013 ein neuerlicher Schlechtwettereinbruch mit Dauerregen verunm\u00f6glichte sinnvolle Grabungst\u00e4tigkeiten \u2013 erfolgte im Expeditionslager neben der Volksschule Nufels die theoretische und praktische Einschulung des Hilfspersonals. Dabei wurde besonders auf die Wertigkeit einer arteologisch richtigen Grabungstechnik hingewiesen und auf die daraus resultierende Verantwortung jeder einzelnen, an der Grabung beteiligten Person. Das Verst\u00e4ndnis um die Arbeit als solcher vermittelt auch jenen Sinn, der letztendlich dazu f\u00fchrt, dass sich gerade die eingeborene Bev\u00f6lkerung<span style=\"mso-spacerun: yes;\">\u00a0 <\/span>&#8211; \u00fcber ihre Mittelsm\u00e4nner, welche aktiv an der Grabung beteiligt sind \u2013 zu einer positiven Grundhaltung verf\u00fcgt, welche dauerhaft notwendig ist, um die arteologischen Erkenntnisse auch als Teil der eigenen Historie schlussendlich anzuerkennen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es war dabei einmal mehr die Idee von unserem Fotografenmeister und Aquarellisten, Herrn Herwig Angerer,&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/721"}],"collection":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=721"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/721\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":723,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/721\/revisions\/723"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=721"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=721"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=721"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}