{"id":732,"date":"2014-05-07T21:20:15","date_gmt":"2014-05-07T19:20:15","guid":{"rendered":"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/?p=732"},"modified":"2014-05-07T21:20:15","modified_gmt":"2014-05-07T19:20:15","slug":"kaunertal-mai-oktober-1997-ausgrabungsprotokoll-15","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/?p=732","title":{"rendered":"Kaunertal, Mai &#8211; Oktober 1997, Ausgrabungsprotokoll 15"},"content":{"rendered":"<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Mit den t\u00e4glichen Arbeiten am Grabungsgel\u00e4nde konnte generell erst nach 09:00 Uhr begonnen werden, da zuvor der talausw\u00e4rts str\u00f6mende Morgenverkehr der pendelnden Arbeitsbev\u00f6lkerung sowie des \u00f6ffentlichen Verkehrs (insbesondere der Schulbusse zu den nach der vierj\u00e4hrigen Grundschule weiterf\u00fchrenden Bildungsst\u00e4tten) am direkt neben der Hauptverkehrsstrasse liegendem Gel\u00e4nde nur erschwert m\u00f6glich war. Die Parkm\u00f6glichkeiten f\u00fcr Kraftfahrzeuge waren auf einen einzigen PKW-Parkplatz am Grabungsgel\u00e4nde (direkt bei\/an der mobilen Grabungsleitstelle) beschr\u00e4nkt und dieser wurde dem offiziellen Grabungsfahrzeug (einem Skoda \u2013Kombi) vorbehalten, um anfallende Fahrten f\u00fcr Materialbesorgungen, Beh\u00f6rdeng\u00e4nge oder die notwendigen Transportfahrten zum Containerlager\/Expeditionscamp bei der Volksschule Nufels jederzeit durchf\u00fchren zu k\u00f6nnen. Somit waren s\u00e4mtliche eingeborenen Grabungskr\u00e4fte angehalten links und rechts der Kaunertal Landesstrasse zu parken, vorwiegend im Bereich der Strassenquerung des Gallrutbaches, da hier beidseitig der Landesstrasse nichtausgewiesene Parkm\u00f6glichkeiten bestanden. Die Expeditionscrew selbst wurde mit einem t\u00e4glichen Shuttledienst mittels des offiziellen Grabungsfahrzeugs vor Ort gebracht und zu den Mittagspausen und am Abend wieder zum Expeditionscamp, bzw. zu den Unterk\u00fcnften chauffiert.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Bis 14. Juni konnten alle sechs Sondierungsgr\u00e4ben im Parallelverfahren bis zur Tiefe des festen Felsbodens (zur Strasse hin) und am s\u00fcdlichen Ende bis zur Grundwasserpegelgrenze des Faggenbaches gef\u00fchrt werden. Diese Gr\u00e4ben trugen wesentlich zu einer weitestgehenden Trockenlegung des gesamten Grabungsgel\u00e4ndes bei und sorgten bei den vereinzelt auftretenden Regenf\u00e4llen f\u00fcr eine rasche Entw\u00e4sserung.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Am 16. Juni stiess ein eingeborenes Grabungsteam im Sondierungsgraben V (siehe Planskizze) auf querverlaufende Reste einer Trockenmauerung aus gebrochenen Bachsteinen. Nach erweiternden Grabungen in den Bereich der Sondierungsgr\u00e4ben IV und VI ergaben sich jedoch keine weiteren Grabungsergebnisse, welche zum einen begr\u00fcndeterweise auf die Funktionalit\u00e4t dieser Trochenmauer relevante Hinweise zuliessen und weiter auch keinerlei arteologische Schlussfolgerungen zu diesem Zeitpunkt erm\u00f6glichten.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/wp-content\/uploads\/sockelmauer.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-733\" alt=\"sockelmauer, kaunertal, 1997, arteologie, dr. arkadasch\" src=\"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/wp-content\/uploads\/sockelmauer-150x150.jpg\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a>Dies \u00e4nderte sich schlagartig am 21 Juni um 16:17 Uhr, als zwei Doktorandinnen, Frau Mag. Clara van Stockerlen und Frau Mag. Madleine Faucier den direkt s\u00fcdlich an die mobile Grabungsleitstelle angrenzenden Bereich als Stellplatz f\u00fcr den Bergungscontainer anebnen wollten. Hiezu befreiten sie zuerst das entsprechende Gel\u00e4ndest\u00fcck vom randseitigen Bewuchs durch Gr\u00e4ser und niedrigem Gestr\u00e4uch um anschliessend mit der Planierung des Gel\u00e4ndes per Krampe und Schaufel zu beginnen. Der Niveauunterschied betrug in seiner Gesamtheit der Unregelm\u00e4ssigkeiten zwischen 7 und 28 cm. Dabei stiessen die beiden Doktorandinnen auf eine plattenf\u00f6rmige Schicht, welche aus drei abgeflachten Natursteinplatten zusammengesetzt war, deren R\u00e4nder deutliche Bearbeitungsspuren aufwiesen. Umgehend wurde dieser Bereich abgez\u00e4unt, ehe mit den weiteren Grabungen dieses Geviert freigelegt wurde. Dabei zeigte sich, dass diese drei Steinplatten mit einem Aussenmass von 45,3 cm auf 46,2 cm die obere Abdeckung einer steinernen Nische darstellten, die nach Westen hin mit einem rechteckigen Verschlussstein aus Granit versehen war. Diese Gesteinsart ist im Kaunertal nicht heimisch und konnte nach eingehenden mineralogischen Analysen dem ober\u00f6stereichischen Granit- und Gneisg\u00fcrtel zugeordnet werden. Die Breite dieser durchaus kunstvoll eingelassenen Verschlussplatte betr\u00e4gt 33,7 cm und die senkrechte H\u00f6he 25,02 cm. Der Einmauerungsm\u00f6rtel dieser Platte besteht aus einem Gemisch von Lehm, Gips und geriebenem Bimsstein (welcher dem vulkanischen Teil der Apenninen zuordenbar ist) welches aufgrund seiner Verh\u00e4rtungseigenschaft zu einem Wasserdichten Verschluss der Kammer f\u00fchrt. Diese wiederum ruht auf einem stabilen Sockel aus grob behauenen Natursteinen, der mit einem umlaufenden, nach aussen hin abgeschr\u00e4gten Sims von 6cm die Kammer tr\u00e4gt. Die Gesamth\u00f6he, einschliesslich Fundamentierung, wobei diese bis auf den gewachsenen Fels reicht, betr\u00e4gt 176,9 cm.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit den t\u00e4glichen Arbeiten am Grabungsgel\u00e4nde konnte generell erst nach 09:00 Uhr begonnen werden, da&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/732"}],"collection":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=732"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/732\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":734,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/732\/revisions\/734"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=732"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=732"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=732"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}