{"id":736,"date":"2014-05-30T10:47:46","date_gmt":"2014-05-30T08:47:46","guid":{"rendered":"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/?p=736"},"modified":"2014-05-30T10:47:46","modified_gmt":"2014-05-30T08:47:46","slug":"kaunertal-mai-oktober-1997-ausgrabungsprotokoll-16","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/?p=736","title":{"rendered":"Kaunertal, Mai &#8211; Oktober 1997, Ausgrabungsprotokoll 16"},"content":{"rendered":"<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Die Freilegung dieser Stele, dieses Sockels nahm vier volle Tage in Anspruch, wobei nur in einem Umkreis von einem knappen Meter die Umgrabung durchgef\u00fchrt wurde. Dies entspricht der \u00fcblichen Vorgangsweise bei der Freilegung von S\u00e4ulen, Sockeln und Mauerresten und dient zum Einen dem Schutz des umgebenden Gel\u00e4ndes und zum Zweiten dem Erhalt des Ausgrabungsobjektes in seiner derzeitigen Fundstruktur, da prinzipiell bei jeder Grabung und Freilegung mit \u00dcberraschungen und auch grabungstechnischen Problemen zu rechnen ist. Besonders in einem meteorologisch derart instabilen Umfeld wie es die inneralpine Region Nordtirols darstellt \u2013 so ist selten bis kaum mit einer l\u00e4nger anhaltenden Trockenperiode in den Sommermonaten zu rechnen, im Gegenteil diese Monate sind die mit Abstand niederschlagsreichsten des gesamten Jahresablaufs \u2013 muss st\u00e4ndig mit einer Grabungserschwernis oder gar Durchfeuchtung bis Ausschwemmung der Funde durch kurzfristig eintretende Regenschauer und\/oder l\u00e4nger andauernde Schlechtwetterperioden (von mehreren Tagen bis zu mehreren Wochen) gerechnet werden. Hierbei stellt nat\u00fcrlich die Erhaltung von gemauerten Strukturen und speziell die Bewahrung von Trockenmauerungen eine grosse Herausforderung an das jeweilige Grabungsteam.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/wp-content\/uploads\/nische-stele.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-737\" alt=\"nische-stele, kaunertal 1997, arteologie, dr. arkadasch\" src=\"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/wp-content\/uploads\/nische-stele-150x150.jpg\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a>Unmittelbar nach der Fundung der plattenf\u00f6rmigen Deckschicht wurde dieser gel\u00e4ndeabschnitt im Detail kartographisch vermessen und planzeichnerisch erfasst, ehe dieser Abschnitt unter den Schutz eines Zeltes gestellt wurde, um dergestalt im Trockenen mit den Grabungen weiterfahren zu k\u00f6nnen. <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Frau Mag. Clara van Stockerlen<\/i> und <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Frau Mag. Madleine Faucier <\/i>\u00fcbernahmen die Leitung dieses Grabungsabschnittes und koordinierten die daf\u00fcr erforderlichen Schritte. Noch am Abend des 21. Juni stellte sich heraus, dass diese Fundung nicht schichtspezifisch einer Oberfl\u00e4chenverortung entspricht, sondern vielmehr eine klare Fundamentierung bis in frostsichere Tiefen aufweist. Am 22.Juni wurde mit den Umgrabungen systematisch begonnen und im Geviert von 2,6 m mal 2,6 m ein Freilegungsgraben bis zu einer Tiefe von 30 cm ausgehoben. Dabei wurde auch das abgeschr\u00e4gte Sims mit einer Erweiterungskante von 6 cm freigelegt und der ab diesem Sims in die Tiefe reichende Trockenmauersockel erstmalig sichtbar. Das ausgegrabene Material \u2013 gr\u00f6sstenteile lose Schotter, dem Gerinne der <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Fagge<\/i> zuordenbar, vermischt mit Mergeln und Lehmen, wurde am provisorisch am Parkplatz angelegten Untersuchungsbereich sofort dreifach durchsiebt, um etwaige relevant erscheinende Fundst\u00fccke zu bergen. Diese standardm\u00e4ssige Durchsicht des Grabungsmaterials erbrachte jedoch keinerlei arteologisch spezifische Ergebnisse.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Die Wettersituation erlaubte es, mit seitw\u00e4rts hochgerollten und festgezurrten Zeltplanen zu arbeiten, sodass zu dieser Zeit das Grabungszelt einzig als Sonnenschutz fungierte und zudem den Aushub und Abtransport des Grabungsmaterials zur ersten Sichtung von allen vier Seiten wesentlich erleichterte.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Wie bei allen Erstfundungen einer Expedition verursachte auch hier das Auffinden einer ersten relevant erscheinenden Entdeckung grosse Freude und Aufregung bei allen ExpeditionsteilnehmerInnen und nat\u00fcrlich ganz besonders bei den einheimischen Grabungskr\u00e4ften. Dr. Arkadasch n\u00fctzte deshalb sofort die Zeit nach der Mittagspause um vor Ort s\u00e4mtliche eingeborenen Grabungskr\u00e4fte zusammen zu rufen um ihnen nochmals eindringlich und praxisnahe die arteologische Vorgangsweise bei der Freilegung und Bergung von Fundungen n\u00e4her zu bringen. \u00dcber genau festgelegte Bewegungszonen, welche mit Hilfe von Absperrungsb\u00e4ndern ausgewiesen sind, veranschaulichte er den genauen Ablauf Grabungst\u00e4tigkeiten und verwies besonders auf die sorgsame, schichtweise Abtragung mittels Pinsel und Kellen um jedwede Zerst\u00f6rung durch manuelle Freilegung tunlichst schon im Ansatz vermeiden zu k\u00f6nnen. Gerade an schwerere k\u00f6rperliche Arbeiten gewohnte Hilfskr\u00e4fte neigen gerne dazu mittels Krampen und langstieligen Schaufeln ihren Erfolg an der Kubatur des umgesetzten Materials zu messen und nicht an der Sorgsamkeit einer geduldigen Freilegung von relevanten Strukturen. Immer wieder musste und muss vom Fachpersonal der Grabungseifer der eingeborenen Hilfskr\u00e4fte richtig fokussiert werden, auch wenn dies manchmal \u2013 besonders in Zeiten langanhaltender und Geduld erfordernder fundloser Grabungsarbeit &#8211; zu Unverst\u00e4ndnis und nachlassender Leistungsbereitschaft f\u00fchren kann. Hier ist die st\u00e4ndige Kontrolle und empathische Motivation durch das wissenschaftlich geschulte Personal gefordert.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Freilegung dieser Stele, dieses Sockels nahm vier volle Tage in Anspruch, wobei nur in&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/736"}],"collection":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=736"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/736\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":738,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/736\/revisions\/738"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=736"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=736"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=736"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}