{"id":756,"date":"2014-07-08T21:15:00","date_gmt":"2014-07-08T19:15:00","guid":{"rendered":"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/?p=756"},"modified":"2014-07-08T21:15:00","modified_gmt":"2014-07-08T19:15:00","slug":"kaunertal-mai-oktober-1997-ausgrabungsprotokoll-193","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/?p=756","title":{"rendered":"Kaunertal, Mai &#8211; Oktober 1997, Ausgrabungsprotokoll 19\/3"},"content":{"rendered":"<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Die \u00d6ffnung der Nische stellte nicht nur f\u00fcr die zahlreichen Schaulustigen (die ohnehin durch die zeltartige Abdeckung keinerlei direkte Sicht auf die Grabungsvorg\u00e4nge hatten) eine Entt\u00e4uschung dar, sondern ganz besonders auch f\u00fcr die eingeborenen Hilfskr\u00e4fte: dass hier trotz der intakten Versiegelung, der unbesch\u00e4digten granitenen Frontplatte und der vollkommen unbesch\u00e4digten, dreigeteilten Steinabdeckung keinerlei Fundung zu Tage trat, war f\u00fcr die meisten der eingeborenen Hilfskr\u00e4fte eine stark demotivierende Erfahrung, auch wenn es <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Dr. Arkadasch<\/i> bereits bei der theoretischen Einschulung nicht verabs\u00e4umt hatte, auf eine derartige Situation mit Nachdruck hinzuweisen.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Mittels derben Witzen und einer nahe dem Schlendrian zuordenbaren Arbeitseinstellung versuchten die eingeborenen Hilfskr\u00e4fte sich selbst Luft zu verschaffen: schliesslich kam zum scheinbaren \u201eMisserfolg\u201c auch noch der Spott der nicht an den Grabungen beteiligten Personen der n\u00e4heren Umgebung und die aus Unwissenheit und mangelnder journalistischer Ausbildung geborene Sensationsgier der lokalen Medien, die nicht ohne H\u00e4me von der Vorfindung einer leeren Nische berichteten.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/wp-content\/uploads\/kaunertal_1997_kultobjecte-1.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-757\" alt=\"kaunertal, 1997, cult-objecte, dr. arkadasch, arteologie (1)\" src=\"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/wp-content\/uploads\/kaunertal_1997_kultobjecte-1-150x150.jpg\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a>Selbst die dreimal abendlich durchgef\u00fchrten Schulungen durch das Expeditionsteam in einem Klassenraum der Volksschule <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Nufels<\/i> vermochten die eingeborenen Hilfskr\u00e4fte nicht wirklich vom Wert und der Bedeutung der \u201e<i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Kaunertaler Nische<\/i>\u201c zu \u00fcberzeugen. Es wollten sich sogar drei Arbeitskr\u00e4fte unter fadenscheinigen Ausreden von der Arbeit abmelden und konnten nur Hinweis auf ihren selbst unterzeichneten Arbeitsvertrag kontraktkonform zum Weiterarbeiten angehalten werden. Die Stimmung zum Expeditionsteam die bisher durchaus von Wohlwollen begleitet war (so wurden erstmals Privatunterk\u00fcnfte f\u00fcr die Beherbergung mit einbezogen und von den Distriktbeh\u00f6rden die Infrastruktur eines Schulgeb\u00e4udes teilweise f\u00fcr die Expedition zur Verf\u00fcgung gestellt), drohte pl\u00f6tzlich zu kippen und allenthalben einer skeptischen bis ablehnenden Haltung zu weichen. Dies entspricht durchaus dem Naturell der eingeborenen Bev\u00f6lkerung Nordtirols ganz allgemein, die einerseits sehr leicht zu begeistern ist (siehe verschiedene folkloristische Aufm\u00e4rsche und\/oder sportliche Ereignisse), andererseits aber kaum ansprechbar scheint f\u00fcr tiefergreifende Inhalte kultureller oder auch bildungstechnischer und\/oder philosophischer Natur. Es fehlt prinzipiell die Bereitschaft zu hinterfragen, oder aus sich selbst heraus autorit\u00e4r verf\u00fcgte Strukturen einer kritischen Betrachtung zu unterziehen. Der Nordtiroler Eingeborene lebt zwar in einer juridischen de facto Demokratie, verh\u00e4lt sich pers\u00f6nlich jedoch in einer untert\u00e4nigen Gefolgspose, die es ihm erm\u00f6glicht jenseits pers\u00f6nlicher Verantwortung in opportunistischer Weise im Gef\u00fcge einer mehrheitstauglichen Vermassung unauff\u00e4llig und nahezu konsequenzenlos mitzuleben. Umgekehrt ist der Nordtiroler Eingeborene ein gut lenkbarer und f\u00fcgsamer Teilnehmer innerhalb einer autorit\u00e4r gef\u00fchrten hierarchischen Ordnung. Das Expeditionsteam um <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Dr. Arkadasch<\/i> ver\u00e4nderte daher umgehend ihr Auftreten im Leitungsstab der Expedition nach aussen und verfasste t\u00e4gliche Bulletins die sprachlich einer klaren Befehlsanordnung glichen und somit umgehend (und ohne jeglichen Widerstand) von den eingeborenen Hilfskr\u00e4ften akzeptiert wurden. Dies f\u00fchrte auch innert weniger Tage zu einer Beruhigung der Gesamtlage und zu einem entsprechend h\u00f6flichen Auftreten der Medien insgesamt gegen\u00fcber der Expedition. Interessant dabei ist noch die Tatsache, dass sich mit dem Einf\u00fchren eines milit\u00e4rischen Befehlstons die Grabungsleistung und Disziplin der eingeborenen Hilfskr\u00e4fte schlagartig und nachhaltig verbesserte. Der Tiroler verlangt nach klaren Anordnungen und ist bereit diesen dann auch nahezu widerspruchslos zu folgen.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/wp-content\/uploads\/kaunertal_1997_kultobjecte-3.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-758\" alt=\"kaunertal, 1997, cult object, dr. arkadasch, arteologie\" src=\"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/wp-content\/uploads\/kaunertal_1997_kultobjecte-3-150x150.jpg\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a>Dennoch war es f\u00fcr die Expedition eine nicht unwesentliche Erleichterung, als am 14. Juli 1997 an einem von einem Ausl\u00e4ufer des n\u00f6rdlichen Naturfelsens zum <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Faggenbach<\/i> hin gebildeten Abbruch eine neuerliche Fundung vermeldet wurde. Es handelt sich dabei um vorerst zwei metallene Cult-Objecte, die, wie bereits erste Analysen best\u00e4tigten, eine weitgehende \u00c4hnlichkeit mit bisherigen Fundungen in Nordtirol vorweisen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die \u00d6ffnung der Nische stellte nicht nur f\u00fcr die zahlreichen Schaulustigen (die ohnehin durch die&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/756"}],"collection":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=756"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/756\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":759,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/756\/revisions\/759"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=756"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=756"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=756"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}