{"id":764,"date":"2014-07-17T21:09:15","date_gmt":"2014-07-17T19:09:15","guid":{"rendered":"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/?p=764"},"modified":"2014-07-17T21:09:15","modified_gmt":"2014-07-17T19:09:15","slug":"kaunertal-mai-oktober-1997-ausgrabungsprotokoll-202","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/?p=764","title":{"rendered":"Kaunertal, Mai &#8211; Oktober 1997, Ausgrabungsprotokoll 20\/2"},"content":{"rendered":"<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Die Fundstelle liegt oberhalb des hierortigen Grundwasserspiegels und ist auf einer festen und sich ohne grosse Verwerfungen oder Einsch\u00fcbe bis zum Bachbett verlaufenden Felsnase angesetzt, wobei der nischenartige Charakter insbesondere durch die in die Felsnase eingearbeitete R\u00fcckwand und den 5 cm nach vorne, bodenbildenden Saumstreifen deutlich zu Tage tritt. Die bearbeitete R\u00fcckwand weist in ihrer gesamten Breite von 93,70 cm und einer H\u00f6her zwischen 26, 40 cm und 27, 25 cm eine strikte senkrechte und lotgenaue 90\u00b0 Ausf\u00fchrung auf. Geologisch gesehen haben wir es im Kaunertal, vor allem in den tieferen Tallagen mit Augengneis zu dem, dem vor allem zu den H\u00e4ngen hin Biotitplagioklasgneis folgt.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"margin-left: 14.2pt; text-align: justify;\"><i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Die Gegen\u00fcberstellung der Untersuchungsergebnisse der Aufschl\u00fcsse im Kaunertal und am Riffelsee zeigt folgendes:<\/i><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"margin-left: 14.2pt; text-align: justify;\"><i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">a) In Hinsicht auf Pi (B = N 70\u201480\u00b0 W) und P2 (B = N 70\u201480\u00b0 E) ist der Biotitplagioklasgneis beider Bereiche homogen (vergleiche D 1 und D 7) und ein s\/B-Tektonit. \u00f6rtliche Abweichungen sind durch ein fallweises Vorherrschen des Planes Pi oder P2 gegeben. Im allgemeinen \u00fcberpr\u00e4gen sich beide B-Achsen auf s. Eine altersm\u00e4ssige Trennung der beiden Faltungsachsen konnte nicht durchgef\u00fchrt werden.<\/i><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"margin-left: 14.2pt; text-align: justify;\"><i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Der Augengneis hat mehr den Charakter eines B-Tektonites nach Pi, w\u00e4hrend b-achsiale Formung nach P2 unterdr\u00fcckt erscheint.<\/i><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"margin-left: 14.2pt; text-align: justify;\"><i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">b) Die s-Fl\u00e4chenverstellungen sind in beiden Gesteinen syngenetisch den jeweiligen gemessenen b-achsialen Pr\u00e4gungen.<\/i><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"margin-left: 14.2pt; text-align: justify;\"><i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">c) Die in Biotitplagioklasgneis und Augengneis herrschenden Fugensysteme sind ihrer Anlage nach den Pl\u00e4nen Pi und P2 zuzuordnen; ein betontes Kluftpolmaximum f\u00fcr ac-Kl\u00fcfte nach P2 im Augengneis scheint ein B-Maximum nach P2 in diesem Gestein zu ersetzen.<\/i><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"margin-left: 14.2pt; text-align: justify;\"><i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Der Augengneis baut ein grosses Gew\u00f6lbe auf, dessen Scheitel in den von der<\/i><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"margin-left: 14.2pt; text-align: justify;\"><i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Stange 2709 m \u00fcber die Rostitzscharte 2799 m zum Rositzkogel 3392 m ziehenden Grat liegt.<\/i><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"margin-left: 14.2pt; text-align: justify;\"><i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Im Kaunertal ist im Biotitplagioklasgneis durch opazitische Substanz s des diese Substanz enthaltenden Ausgangsgesteines abgebildet. Die Frage, ob die opazitische Substanz prim\u00e4r sediment\u00e4r abgelagert wurde, oder ob eine andere Art des Wachstums der opazitischen Substanz in einem festen Gestein vorliegt, kann aus den vorhandenen D\u00fcnnschliffen nicht entschieden werden. Durch die Faltung der opazitischen Substanz, die in Glimmer-Kristalloblasten als Si nachweisbar ist und die anscheinend mit den vorgenannten Deformationspl\u00e4nen, dem heutigen Grossbau des Gebirges zusammenf\u00e4llt, ist vorkristalline Deformation nachgewiesen.<\/i><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"margin-left: 14.2pt; text-align: justify;\"><i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Im Hinblick auf die sich ergebenden petrotektonischen Zusammenh\u00e4nge im Vergleich mit dem von F. KARL 4 aufgezeigten b-achsialen Bau in anderen Gebieten in den Ostalpen und mit eigenen unver\u00f6ffentlichten b-achsialen Untersuchungen in anderen Bereichen ergibt sich, dass an der Pr\u00e4gung der, die opazitische Substanz enthaltende Falte, und an der Pr\u00e4gung der Falten der verschiedenen alpidischen Teilformungsakte Deformationspl\u00e4ne gleicher Richtung wirksam waren.<\/i><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"margin-left: 14.2pt; text-align: justify;\"><i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\"><a href=\"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/wp-content\/uploads\/geologie-kaunertal.jpeg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-765\" alt=\"geologie kaunertal, arteologie, dr. arkadasch\" src=\"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/wp-content\/uploads\/geologie-kaunertal-150x150.jpeg\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a>Die bearbeiteten R\u00e4ume am Riffelsee und im Kaunertal liegen unweit n\u00f6rdlich der von O. SCHMIDEGG2 beschriebenen Mittelbergschlinge im zentralen \u00d6tztaler-Kristallin. Auch in den von mir bearbeiteten R\u00e4umen wurden steilstehende B-Achsen, die als Feinf\u00e4ltelungen auf s ausgebildet sind, beobachtet und gemessen. Der Gro\u00dfbau der Schiefergneise und des Augengneises folgt jedoch den flach liegende B-Achsen pr\u00e4genden Deformationspl\u00e4nen. Nach Angabe von O. SCHMIDEGG ist der Nordteil der Mittelbergschlinge bereits von flach liegenden Falten aufgebaut. F\u00fcr die Schiingenzone wird vorkristalline Deformation angegeben.<\/i><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"margin-left: 14.2pt; text-align: justify;\"><i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Es besteht mit den von mir untersuchten R\u00e4umen \u00dcbereinstimmung.<\/i><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"margin-left: 14.2pt; text-align: justify;\"><i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Rein petrographisch ergaben sich in den Biotitplagioklasgneisen durch bandartige durchziehende Anreicherungen von kleink\u00f6rnigem Granat, die sediment\u00e4r bedingt sein d\u00fcrften und durch Knollenbildungen, die dem Habitus nach als Pseudomorphosen nach Granat aufzufassen sind, zu den von L. K. RATSCHILLER beschriebenen Gesteinen vom S\u00fcdrand des \u00d6tztaler-Kristallins Parallelen, die eine weitere Untersuchung w\u00fcnschenswert erscheinen lassen w\u00fcrde.<\/i><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"margin-left: 14.2pt; text-align: justify;\"><i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Die Frage nach der Art des Ausgangsgesteines des Biotitplagioklasgneises, die durch das Vorhandensein der opazitischen Substanz, die Pseudomorphosen nach Granatkristallen und die bandartige Anreicherung von kleink\u00f6rnigen Granaten angeregt wird, konnte im Rahmen dieser Arbeit nicht untersucht werden.<\/i><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"margin-left: 14.2pt; text-align: justify;\"><i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">(\u00a9Geol. Bundesanstalt, Wien; Konrad Mignon, Innsbruck, 1950 \u2013 1953<\/i>)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Fundstelle liegt oberhalb des hierortigen Grundwasserspiegels und ist auf einer festen und sich ohne&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/764"}],"collection":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=764"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/764\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":766,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/764\/revisions\/766"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=764"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=764"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=764"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}