{"id":767,"date":"2014-07-21T17:14:10","date_gmt":"2014-07-21T15:14:10","guid":{"rendered":"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/?p=767"},"modified":"2014-07-21T17:14:10","modified_gmt":"2014-07-21T15:14:10","slug":"kaunertal-mai-oktober-1997-ausgrabungsprotokoll-203","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/?p=767","title":{"rendered":"Kaunertal, Mai &#8211; Oktober 1997, Ausgrabungsprotokoll 20\/3"},"content":{"rendered":"<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Es sei an dieser Stelle ganz besonders noch einmal der Universit\u00e4t Innsbruck gedankt, und zwar insbesondere dem <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Institut f\u00fcr Pal\u00e4ontologie und Geologie<\/i> f\u00fcr die zeitnahe und problemlose Bereitstellung der oben zitierten Dissertation von Dr. Konrad Mignon aus dem Jahr 1948. Denn durch den Fund der beiden Cult-Objecte die nebeneinander, paarweise angeordnet in einer behauenen und h\u00e4ndisch gegl\u00e4tteten Felsennische aufgestellt waren, ergaben sich wesentliche und neue Fragestellungen zum insgesamten metallurgischen Wissen und dessen handwerklicher Umsetzung im Nordtiroler Raum. Dazu war im ersten Schritt eine genaue Datierung der Funde notwendig, um so die entsprechende chronologische Einordnung in die bisherigen Fundst\u00fccke gleichstrukturierter oder artifiziell konzipierter Cult-Objecte von anderen Nordtiroler Fundstellen durchf\u00fchren zu k\u00f6nnen. Nur so kann es gelingen den artefaktionellen Impetus in der Genese der Entstehung sowohl vom Gestalterischen, als auch vom Manufakturellen her stringent zu argumentieren, und in eine schl\u00fcssige chronologische Ablauffolge &#8211; auch vom sozioedukativen Standpunkt aus \u2013 zu implementieren.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">F\u00fcr diese Datierung mussten vor den metallurgischen Analysen die m\u00f6glichst genauen Umgebungsmilieus im anorganischen und auch organischen Bereich in einer weitestgehend taxativen Ann\u00e4herung dedektiert werden, um dergestalt dann, unter Einbeziehung der inneralpinen, klimatischen Abl\u00e4ufe \u00fcber die Errodierung des Metalls die Parameter einer zeitlichen Zuordnung nachvollziehbar zu definieren. Diese Arbeiten wurden vom <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Institut f\u00fcr Pal\u00e4ontologie und Geologie<\/i> der <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Universit\u00e4t Innsbruck<\/i>, unter Leitung von <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Prof. Dr. Emil Andreotti<\/i> durchgef\u00fchrt, wobei wesentliche Teile der petrotechnischen Grundlagen der Dissertation von <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Dr. Konrad Mignon<\/i> zur Anwendung kamen.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Zudem war es notwendig die bisherigen Funde von Cult-objecten \u2013 die in ihrer Gesamtgestaltung eine auffallende Gemeinsamkeit in Gr\u00f6sse, Material und wahrscheinlicher Funktionalit\u00e4t aufweisen \u2013 zu komparieren, um so eindeutig festzulegen welcher Prozess einer Kreierung sich als tendenzielle, artefakturelle Entwicklung im Bezug auf einer in der nordtiroler Besiedelungshistorie zuordenbaren prozessualen Exposition manifestieren l\u00e4sst.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/wp-content\/uploads\/cult_object_1_rueckansicht.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-768\" alt=\"cult_object_1_rueckansich, kaunertal 1997, dr. arkadasch, arteologiet\" src=\"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/wp-content\/uploads\/cult_object_1_rueckansicht-150x150.jpg\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a>Die beiden Cult-Objecte der Fundstelle Kaunertal sind dem ausklingenden <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Arteologischen Zeitalter<\/i>, bzw. dem beginnenden <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Hocharteologischen Zeitalter<\/i> (sh. <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Chronological Table of Arteologie, Dr. Arkadasch Dag; Institut f\u00fcr Arteologie; Freie Universit\u00e4t Izmir<\/i>) zuordenbar und gelten somit als die bisher letzten (j\u00fcngsten) der bisher in Nordtirol vorgefundenen Cult-Objecte. Dies wird auch durch die gestalterische Formengebung dieser Funde best\u00e4tigt, die generell, sowohl vom handwerklichen her, als auch vom artifiziellen aus betrachtet, eine klare Weiterentwicklung der bisherigen Formensprache darstellen (vgl. hiezu die bisherigen Fundungen von Cult-Objecten an den Grabungsstellen Inntal, Wipptal, Stubaital und Lechtal).<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Die metallurgische Analyse an sich hat keinerlei relevante \u00c4nderungen in der mineralogischen Zusammensetzung des verwendeten Metalls ergeben. Es handelt sich hiebei um eisenhaltige Verh\u00fcttungsprodukte, deren Urspr\u00fcnge den \u00fcblichen und schon bisher bekannten (sh. \u201e<i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Erzabbau und Verh\u00fcttungstechniken im Alpenraum<\/i>\u201c von <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Martin Klaus Mitterberger<\/i>, <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Montanuniversit\u00e4t Leoben<\/i>, 1967, Seite 168 ff) Erzvorkommen eindeutig und nachvollziehbar zuzuordnen sind. Es ist somit davon auszugehen, dass die Verarbeitung dieser verh\u00fctteten Metalle durchaus im t\u00e4glichen Leben der eingeborenen Bev\u00f6lkerung durchgef\u00fchrt wurde, wobei aber anzumerken ist, dass es sich hiebei um eine klare Spezialisierung in Form von teilweise arbeitsteiligen Gestaltungsprozessen handelt. Inwieweit diese handwerkliche Spezifikation den sozioedukativen Gesamtcharakter der damaligen Gemeinstruktur widerspiegelt, bedarf weiterer und eigehender Untersuchungen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es sei an dieser Stelle ganz besonders noch einmal der Universit\u00e4t Innsbruck gedankt, und zwar&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/767"}],"collection":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=767"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/767\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":769,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/767\/revisions\/769"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=767"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=767"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=767"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}