{"id":775,"date":"2014-07-28T21:41:54","date_gmt":"2014-07-28T19:41:54","guid":{"rendered":"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/?p=775"},"modified":"2014-07-28T21:41:54","modified_gmt":"2014-07-28T19:41:54","slug":"kaunertal-mai-oktober-1997-ausgrabungsprotokoll-205","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/?p=775","title":{"rendered":"Kaunertal, Mai &#8211; Oktober 1997, Ausgrabungsprotokoll 20\/5"},"content":{"rendered":"<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Die schichtweise Revelation der beiden Cult-objecte brachte vorerst auch bei der Trocken- und nachfolgenden Nassversiebung des Grabungsmaterials keinerlei zus\u00e4tzliche Fundst\u00fccke zu Tage. Vielmehr ist davon auszugehen, dass diese Nische in der die beiden nebeneiander platzierten Cult-objecte streng linear ausgerichtet wurden, zu einem sp\u00e4teren Zeitpunkt (die Bodenanalysen best\u00e4rken hiebei die zeitliche Festlegung auf die Bl\u00fctephase der <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Hocharteologischen Zeit<\/i> ) einer bewussten Versch\u00fcttung zugef\u00fchrt wurden. Da es dabei zu keinerlei Zerst\u00f6rungen und\/oder Deformierungen der beiden Cult-objecte kam, ist davon auszugehen, dass diese Versch\u00fcttung mit grosser Sorgfalt durchgef\u00fchrt wurde. Die vorherrschende These von Frau <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Dr. Marie Therese Prochatzka<\/i>, Universit\u00e4t Graz, die sie f\u00fcr dergestaltige Versch\u00fcttungen in ihrem Forschungsbericht \u201e<i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Theophane Versch\u00fcttungen im Spannungsfeld von religi\u00f6ser Indoktrinationen und ihr Einfluss auf die rituelle Modifizierung und Implementierung religi\u00f6ser Traditionen<\/i>\u201c (Universit\u00e4t Graz, 1993) ausf\u00fchrt, geht dabei von zwei unterschiedlichen Szenarien aus:<\/p>\n<p class=\"MsoListParagraphCxSpFirst\" style=\"text-align: justify; text-indent: -18.0pt; mso-list: l26 level1 lfo41;\"><span style=\"mso-fareast-font-family: Arial;\"><span style=\"mso-list: Ignore;\">1)<span style=\"font: 7.0pt 'Times New Roman';\">\u00a0\u00a0\u00a0 <\/span><\/span><\/span>Die Versch\u00fcttung erfolgte auf Grund einer internen theologischen Weiterentwicklung, welche sich genuin in einer Neugestaltung und Neuordnung des G\u00f6tterbildes niederschlagen muss, ohne dabei aber einen direkten Bruch mit den bisherigen rituellen Gepflogenheiten nach sich zu ziehen. Vielmehr werden die bisherigen kultischen Objekte (Symbole, Bilder, rituelles Werkzeug) in einer Art von kultischem Ausgedinge einer rituellen Verwahrung \u00fcberantwortet, die entweder einer Art von Verbergung anheimzufallen hat, oder aber in eine gestalterische Neuorientierung einfliessen.<\/p>\n<p class=\"MsoListParagraphCxSpLast\" style=\"text-align: justify; text-indent: -18.0pt; mso-list: l26 level1 lfo41;\"><span style=\"mso-fareast-font-family: Arial;\"><span style=\"mso-list: Ignore;\">2)<span style=\"font: 7.0pt 'Times New Roman';\">\u00a0\u00a0\u00a0 <\/span><\/span><\/span>Zahlreiche Versch\u00fcttungen jedoch gehen auch mit transalen oder insistalen Wanderbewegungen (Absiedelungen, Umsiedelungen, vollst\u00e4ndige Aufgabe einer Wohn- bzw. Arbeitsstruktur) einher, bei denen bisher bestehende Kultpl\u00e4tze mit grosser Sorgfalt eingegraben oder vergraben werden, um so einerseits dem herrschenden spirituellen Habitus den Fortbestand im Verborgenen zu gew\u00e4hrleisten und dergestalt Sanktionen und Repressalien der zur\u00fcckgelassen Gottheiten zu entgehen und andererseits dadurch einen Neuanfang, ohne den Ballast eines vermeintlich frevelbehafteten Tuns zu erm\u00f6glichen.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/wp-content\/uploads\/kaunertal_1997_kultobjecte-11.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-776\" alt=\"kaunertal_1997_flachmetallstuecke, dr. arkadsch, arteologie\" src=\"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/wp-content\/uploads\/kaunertal_1997_kultobjecte-11-150x150.jpg\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a>Diese zweite Annahme wurde auch durch weitere Fundst\u00fccke an der Bodenplatte der beiden Cult-objecte belegt. Vor dem rechtsseitig angebrachten Culto-bject wurden am eben eingegl\u00e4tteten Felsboden drei m\u00fcnzgrosse, kreisrunde Flachmetallst\u00fccke vorgefunden, die in Form eines Dreiecks abgelegt sind, wobei die linke Dreiecksspitze zum rechtsseitigen Cult-object hinzeigt. Alle drei dieser m\u00fcnzgrossen, kreisrunden Flachmetallst\u00fccke sind an ihrer sichtbaren Oberfl\u00e4che farblich gestaltet und weisen darstellungsidente symbolische, schriftartige Zeichen auf. Die R\u00e4nder bestehen aus einer kleinzackigen Aufrandung, w\u00e4hrend die zum Boden zeigende Seite \u2013 ab nun als Innenseite bezeichnet \u2013 anorganisch beschichtet sind.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/wp-content\/uploads\/kaunertal_1997_kultobjecte-13.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-777\" alt=\"kaunertal_1997_flachmetallstuecke_2, dr. arkadsch, arteologie\" src=\"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/wp-content\/uploads\/kaunertal_1997_kultobjecte-13-150x150.jpg\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a>Die nahezu geometrische Anordnung dieser drei Flachmetallst\u00fccke steht im direkten Zusammenhang mit den zwei in \u201eT\u201c-Form aufragenden Cult-objecten. Inwieweit die zahlenm\u00e4ssige Menge von zwei Primzahlen (die Zahl \u201e2\u201c bei den Cult-objecten und die Zahl \u201e3\u201c bei den Flachmetallst\u00fccken) einer speziellen Bedeutung unterliegt, ist Gegenstand weiterer Forschungsarbeiten.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Bemerkenswert ist zudem die bisher in dieser Form nicht vorgefundene farbliche Gestaltung der drei Flachmetallst\u00fccke, da bei den beide \u201eT\u201c- f\u00f6rmigen Cult-objecten keinerlei Farbspuren vorgefunden oder auch nachgewiesen werden konnten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die schichtweise Revelation der beiden Cult-objecte brachte vorerst auch bei der Trocken- und nachfolgenden Nassversiebung&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/775"}],"collection":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=775"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/775\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":778,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/775\/revisions\/778"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=775"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=775"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=775"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}