{"id":795,"date":"2014-09-09T21:39:10","date_gmt":"2014-09-09T19:39:10","guid":{"rendered":"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/?p=795"},"modified":"2014-09-09T21:39:10","modified_gmt":"2014-09-09T19:39:10","slug":"kaunertal-mai-oktober-1997-ausgrabungsprotokoll-214","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/?p=795","title":{"rendered":"Kaunertal, Mai &#8211; Oktober 1997, Ausgrabungsprotokoll 21\/4"},"content":{"rendered":"<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Besonders an gebirgigen Wasserl\u00e4ufen die sich durch ein rasches Rinnverhalten auszeichnen, kommt der Topographie und den dabei zugrundeliegenden geologischen Verh\u00e4ltnissen bei der Vorabanalyse einer generellen Funderwartungswahrscheinlichkeit ein hohes Augenmerk zu. Der <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Faggenbach<\/i> str\u00f6mt dem Talverlauf entsprechend, in \u00fcberwiegender Weise von Westen nach Osten, dabei den geologischen Grundformationen der Gebirge im Wesentlichen folgend. Vornehmlich biegungs- und kurvenlos verlaufende Bachstrecken bieten bei einem Permanentfluter (d.h. der Bach, der Fluss f\u00fchren ganzj\u00e4hrig Wasser, bzw. verfrieren in der K\u00e4lteperiode maximal kurzzeitig zur G\u00e4nze) kaum nachhaltig beforschbare Grabungsstellen, da zum einen durch die hohe Fliessgeschwindigkeit, h\u00e4ufig auch gepaart mit witterungsbedingten Hochw\u00e4ssern, das Gel\u00e4ufe des jeweiligen Gew\u00e4ssers einer st\u00e4ndigen Umschichtung unterliegt, und zum anderen den str\u00f6mungsbedingten Erosionskr\u00e4ften keinerlei nat\u00fcrliche Ruhezonen und damit sedimentive Ablagerungszonen entgegen stehen. Selbst m\u00e4andernde Flussl\u00e4ufe, wie sie etwa noch immer der Bereich des Flusslaufes des Flusses <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Lech<\/i> im Bezirk <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Ausserfern<\/i>\/Nordtirol darstellt, gelten dabei als lineare Geschiebe, da die Formung des Flussbettes insgesamt lediglich aus dem Erosionsanteil der schotterf\u00fchrenden Seitenb\u00e4che gespeist wird (welche zudem bei Wasserhochstand einer weiteren Formierung unterliegt) und nicht einer geospezifischen Konstante entspricht.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">An der Grabungsstelle Kaunertal wird der <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Faggenbach<\/i> durch den nordseitigen Bergr\u00fccken in eine relativ langgezogene S\u00fcdost-Kurve gezwungen. Dadurch wird die Str\u00f6mung des Bachlaufes am rechten Ufer deutlich verlangsamt, w\u00e4hrend sie auf der linken Bachseite mit konstant h\u00f6herer Fliessgeschwindigkeit diesen Gel\u00e4ndeabschnitt bew\u00e4ltigt. Die dadurch entstehenden Kr\u00e4fte dr\u00e4ngen die leichteren Sedimente nach aussen zum rechten Ufer hin und formen dort, vor allem in Zeitr\u00e4umen von Niedrigwasser, feinerdige Ablagerungen. Im Grabungsgebiet wird diese Tendenz zus\u00e4tzlich durch die massiven Felsausl\u00e4ufer des n\u00f6rdlichen Bergstockes verst\u00e4rkt, da diese rippenartig, quer zum Wasserlauf angeordneten Gesteinsnasen eine weitere Verlangsamung der Fliessgeschwindigkeit bewirken.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/wp-content\/uploads\/lehmschichtungen.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-796\" alt=\"lehmschichtungen, kaunertal, 1997, dr. arkadasch, arteologie\" src=\"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/wp-content\/uploads\/lehmschichtungen-150x150.jpg\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a>Derartige nat\u00fcrliche Verlandungen erweisen sich oftmals als dauerhaft, insofern das intrinsische Geschiebe des Gew\u00e4sserlaufs eine hydrodynamische Vertiefung des Flussbettes mit sich bringen und so in der zeitlichen Abfolge die urspr\u00fcnglichen Sedimentablagerungen zu einer stabilen Terrassenausbildung formen. Sehr oft wurden diese Bereiche f\u00fcr Ansiedlungen und\/oder landwirtschaftliche Nutzung kultiviert, da sie zum Einen die N\u00e4he des Wassers, mit all seinen Vorteilen einer Bewirtschaftung aufweisen, und zum Andern eine nat\u00fcrliche Ebene darstellen, die ohne weiterf\u00fchrende gel\u00e4ndebauliche Massnahmen infrastrukturell genutzt werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Eine derartige Nutzung liegt auch an der Grabungsstelle Kaunertal vor. Bereits die Sondierungsgrabungen zeigten zahlreiche, kleinr\u00e4umige Reinvorkommen von Lehmen. Die Fundungen der Artefakte (zwei T-f\u00f6rmige Cult-objecte und drei kreisrunde Flachmetallst\u00fccke) sowie der trockengemauerten Stele\/Nische entsprechen zur G\u00e4nze den arteologischen Erwartungen dieser Grabungen.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Der humanoide Fund an der westlichen Grabenkante des Sondierungsgraben IV stellt insofern eine Besonderheit dar, da dieser Fund in relativer Oberfl\u00e4chenn\u00e4he get\u00e4tigt wurde. Daher wurde eine Fundentnahme erst nach einer eingehenden Erstanalyse vor Ort initiiert, um eine Fehlinterpretation und eine unn\u00f6tige Verausgabung von Ressourcen schon im Vorfeld eventuell zu verhindern. Gerade in siedlungsm\u00e4ssig und infrastrukturell st\u00e4ndig genutzten Gel\u00e4ndeabschnitten muss \u2013 so weit wie m\u00f6glich \u2013 bereits vorab die M\u00f6glichkeit von nichtspezifischen Fundst\u00fccken in der arteologischen Arbeit ausgeschlossen werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Besonders an gebirgigen Wasserl\u00e4ufen die sich durch ein rasches Rinnverhalten auszeichnen, kommt der Topographie und&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/795"}],"collection":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=795"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/795\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":797,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/795\/revisions\/797"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=795"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=795"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=795"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}