{"id":831,"date":"2014-10-31T22:36:00","date_gmt":"2014-10-31T20:36:00","guid":{"rendered":"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/?p=831"},"modified":"2014-10-31T22:36:00","modified_gmt":"2014-10-31T20:36:00","slug":"pitztal-juli-oktober-1999-ausgrabungsprotokoll-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/?p=831","title":{"rendered":"Pitztal, Juli &#8211; Oktober 1999, Ausgrabungsprotokoll 2"},"content":{"rendered":"<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Das <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Pitztal<\/i>, so wie es heute topografisch gegrenzt wird, umfasst eine Fl\u00e4che von 312,82 km\u00b2, wobei 91,3 % der Fl\u00e4che nicht als Dauerbesiedelungsraum geeignet sind. Bei einer Einwohnerzahl von etwa 7450 Einwohnern entspricht dies einer Bev\u00f6lkerungsdichte von 23,82 Bewohnern je km\u00b2. Vergleicht man diese Daten mit <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">\u00c4gypten<\/i>, welches hier ob seiner extremen geografischen Lage entlang einer Flussoase in den sonst unwirtlichen <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Rossbreiten<\/i>, durchaus als Vergleich herangezogen werden kann, noch dazu bei einem Prozentanteil von vier Prozent bewohnbarer Fl\u00e4che im Bezug zur Gesamtfl\u00e4che des Staates, so wird bei einer \u00e4gyptischen Bev\u00f6lkerungszahl von 80,36 Personen je km\u00b2 rasch deutlich, von welch unwirtsamer Gesamtsituation in klimatischer und bev\u00f6lkerungstechnischer Hinsicht wir im direkten Alpenraum ausgehen m\u00fcssen.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Das Gros der Bev\u00f6lkerung lebt im <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Pitztal<\/i> in vier Gemeinden und teilweise weit abseits in verstreuten Geh\u00f6ften und Geh\u00f6ftgruppen.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/wp-content\/uploads\/pitztal.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-832\" alt=\"pitztal, arteologie, dr. arkadasch\" src=\"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/wp-content\/uploads\/pitztal-150x150.jpg\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a>Der vordere Teil des <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Pitztals<\/i> wird von den Gemeinden <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Arzl<\/i> und <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Wenns<\/i> gebildet und formt einen durchaus als idyllisch zu bezeichnenden Talausgang mit sanft ansteigenden Wiesen und Brachgel\u00e4nden in S\u00fcdwesten den \u00dcbergang zum Piller Sattel. Der weiterf\u00fchrende Talabschnitt bildet ab einem deutlich sichtbaren Gel\u00e4ndeknick gegen S\u00fcdosten hin bis zum Ortsteil <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Zaunhof<\/i> ein enges V-Tal. Dem folgt die typische Gletscherausformung als Trogtal in Form eines U-s. Der Talabschluss wird von zwei Gletschern gebildet; dem <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Mittelbachferner<\/i> und dem <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Taschachferner<\/i>. Bis zur Eiszeit floss der Inn von <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Prutz<\/i> \u00fcber die <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Piller H\u00f6he<\/i> und erst mit dem Ende der Eiszeit konnte der <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Inn<\/i> die Enge bei <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Pontlatz<\/i> durchbrechen und sein heutiges Flussbett einnehmen.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Das Pitztal durchtrennt den Gebirgszug der \u00d6tztaler Alpen die sich zwischen dem Wipptal, dem Vinschgau (Italien, Alto Adige) und dem oberen Inntal erstrecken. \u00dcberwiegend besteht dieser Gebirgszug aus Gneisgesteinen, die bei der Bildung der Alpen aus anderen Gesteinen gewandelt wurden.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Bei der fussl\u00e4ufigen Erkundungsexpedition im Jahre 1989 wurde die gesamte L\u00e4nge des Tales, beginnend von seiner M\u00fcndungsstelle der <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Pitze<\/i> (aber auch im Bereich der heutigen Wegestruktur westlich dieser Einm\u00fcndung) bis hin zu den Ausl\u00e4ufern der Gletscher am Talende, akribisch nach arteologischen Gesichtspunkten erfasst und in den Folgejahren wissenschaftlich ausgewertet. Dabei wurde vor allem auf alte und oftmals noch m\u00fcndlich \u00fcberlieferte Sagen und Volkserz\u00e4hlungen zur\u00fcck gegriffen, wobei hier einmal mehr dem Expeditionsfotografen und Aquarellisten <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Herwig Angerer<\/i> f\u00fcr seine einf\u00fchlsame und verst\u00e4ndnisvolle Kommunikationsf\u00fchrung mit den Eingeborenen vor Ort ganz speziell zu danken ist. Seinem uneigenn\u00fctzigen Engagement ist es zuzuschreiben, dass anf\u00e4ngliche Scheu und vereinzelt auftretende Ressentiments gegen\u00fcber \u201efremdl\u00e4ndischen\u201c Wissenschaftlern nach und nach \u00fcberwunden, und erstmalig auch die bisher nur oral weitergegebenen M\u00e4ren und Sagen verschriftlicht wurden und einer eigenst\u00e4ndigen Sammlung zugef\u00fchrt werden konnten (<i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Herwig Angerer, \u201cPitztaler Sagen und M\u00e4ren \u2013 eine volkskundliche Sammlung\u201c, Edition Tirolensis, Innsbruck 1990<\/i>).<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Im Zuge dieser fussl\u00e4ufigen Expedition wurden zwar auch in den hinteren Talbereichen vereinzelt Pl\u00e4tze von theoretischer arteologischer Bedeutung lokalisiert, doch hier ergaben die vergleichenden Analysen im Kontext mit den Gesamtdaten dieser Expedition keine weiteren prim\u00e4ren Notwendigkeiten f\u00fcr eingehendere Untersuchungen vor Ort. Sowohl die geografischen als klimatischen Bedingungen lassen bis auf wenige halbnomadische Viehtriebaktivit\u00e4ten keinerlei relevante Schlussfolgerungen auf transistale und\/oder insistale Wanderbewegungen \u00fcber eine <span style=\"mso-spacerun: yes;\">\u00a0<\/span>l\u00e4ngeren arteologischen Zeitabschnitt zu.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Daher wurde das Hauptaugenmerk auf den vorderen Talbereich verlegt, und hier insbesondere auf den \u00dcbergang \u00fcber die <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Piller H\u00f6he<\/i>, auch <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Piller Sattel<\/i> genannt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Pitztal, so wie es heute topografisch gegrenzt wird, umfasst eine Fl\u00e4che von 312,82 km\u00b2,&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/831"}],"collection":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=831"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/831\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":833,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/831\/revisions\/833"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=831"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=831"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=831"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}