{"id":834,"date":"2014-11-01T23:28:47","date_gmt":"2014-11-01T21:28:47","guid":{"rendered":"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/?p=834"},"modified":"2014-11-01T23:28:47","modified_gmt":"2014-11-01T21:28:47","slug":"pitztal-juli-oktober-1999-ausgrabungsprotokoll-3","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/?p=834","title":{"rendered":"Pitztal, Juli &#8211; Oktober 1999, Ausgrabungsprotokoll 3"},"content":{"rendered":"<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Die <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Piller H\u00f6he<\/i> (oder auch <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Piller<\/i> <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Sattel<\/i>) kann mittlerweile von drei Ortschaften per schmaler, asphaltierter Strasse erreicht werden und verbindet auf einer Passh\u00f6he von 1559 m. \u00fc. M. sowohl das <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Oberinntal<\/i> mit dem <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Pitztal<\/i> und stellt gleichzeitig einen schon seit Jahrtausenden ben\u00fctzten \u00dcbergang zwischen dem relativ parallel verlaufenden <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Kaunertal<\/i> im Westen und dem vorderen Bereich des <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Pitztales<\/i> dar. Heute besteht eine direkte Strassenverbindung zwischen den Ortschaften <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Kauns<\/i> (<i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Kaunertal<\/i>) und der Gemeinde <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Wenns<\/i> im <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Pitztal<\/i>.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Vor mehr als 100 000 Jahren bildete das Tal des <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Piller<\/i> <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Sattels<\/i> bis zum Ende der letzten Eiszeit die direkte Fortsetzung des oberen <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Inntals<\/i>.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Historisch belegt wurde der <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Piller<\/i> <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Sattel<\/i> bis in das erste Drittel des zwanzigsten Jahrhunderts, trotz seines steilen Anstiegs von Seiten des Oberinntals aus, h\u00e4ufig als Abk\u00fcrzung f\u00fcr transistale Wanderbewegungen vom <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Engadin<\/i> (<i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Schweiz<\/i>) her \u00fcber das vordere <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Pitztal<\/i> nach <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Imst<\/i> (<i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Inntal<\/i>) ben\u00fctzt.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/wp-content\/uploads\/moor.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-835\" alt=\"moor piller sattel, dr. arkadasch, arteologie\" src=\"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/wp-content\/uploads\/moor-150x150.jpg\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a>Das Gel\u00e4nde im Bereich der Passh\u00f6he weist zahlreiche kleine Hochmoore auf. Das namensgebende Piller Moor befindet sich circa 2,5 km nord\u00f6stlich der Passh\u00f6he. Die Entfernung zwischen den Ortschaften <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Wenns<\/i> (<i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Pitztal<\/i>) und Ka<i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">u<\/i>ns (<i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Kaunertal<\/i>) betr\u00e4gt fussl\u00e4ufig etwa 17 km, wobei sich die Erkundungsexpedition im Jahr 1989 ausschliesslich auf den Streckenbereich <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Wenns<\/i> bis zur Passh\u00f6he beschr\u00e4nkte. Obwohl sich im Bereich der Passh\u00f6he vereinzelt Merkmale einer arteologischen Relevanz offenbarten, kam das Team nach mehrmaligen, stichprobenartigen Untersuchungen zum Schluss, dass es sich bei diesen Bereichen um vorwiegend arch\u00e4ologische Aufgabenstellungen handelt, welche prim\u00e4r von den entsprechenden Experten vorab zu beurteilen und aufzuarbeiten w\u00e4ren.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Diese Ansicht best\u00e4tigte sich in den Jahren von 1992 bis 1996, als im Auftrag der <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Universit\u00e4t Innsbruck<\/i> eingehende Untersuchungen am <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Piller<\/i> <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Sattel<\/i> durchgef\u00fchrt wurden. Dabei wurde eine <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">hallstattzeitliche<\/i> Kultanlage entdeckt. Deren Zentrum bildet ein 3 x 3,50 m grosser Steinaltar, der mit f\u00fcr Brandopfer verwendet wurde. Die Umgebung dieses Altars ist mit Steinplatten gepflastert. Das Zentrum dieser Kultst\u00e4tte bildet ein gro\u00dfer Ascheh\u00fcgel mit einem L\u00e4ngsdurchmesser von 15 Metern, einem Querdurchmesser von 12 Metern und einer H\u00f6he von 2,5 Metern. Er ist zur G\u00e4nze aus Asche und zerkleinerten Knochen der Opfertiere aufgebaut. Westlich des Ascheh\u00fcgels befindet sich im Erdreich der Hauptalter, der eine Gr\u00f6\u00dfe von 3 x 3,5 Metern aufweist. Ab dem 15. Jahrhundert v. Chr. (<i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Mittlere Bronzezeit<\/i>) bis zum Ende der <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Hallstattzeit<\/i> wurden Pflanzen, aber auch Tiere (Rinder, Schafe und Ziegen) geopfert. Ab dem 6.Jahrhundert v. Chr. Wurden \u00fcberwiegend Sachopfer wie Schmuck, Werkzeug. Landwirtschaftliche Ger\u00e4tschaften, Miniaturschilde aus Bronzeblech und Waffen geopfert. Die Gegenst\u00e4nde wurden sowohl kultisch zerst\u00f6rt als auch unversehrt geopfert. In r\u00f6mischer Zeit (ab dem 1. Jahrhundert v. Chr. bis ins 4. Jahrhundert n. Chr.) verlagerte sich das Opfergebahren auf die Hingabe von M\u00fcnzen (insgesamt wurden etwa 1000 St\u00fcck gefunden). Nach dem Stil ist klar zwischen inneralpinen, sowie <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">venetischen<\/i> (norditalienische Landschaft um das heutige Venedig) und <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">keltischen<\/i> Opfergaben zu unterscheiden.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Diese arch\u00e4ologische Fundung belegt einmal mehr in eindrucksvoller Weise, wie eng und teilweise \u00fcberschneidend die Forschungsbereiche der Arch\u00e4ologie und der Arteologie sich erg\u00e4nzen und erweitern. Nur eine Feldforschung \u00fcber institutionelle und scientive Begrenzungen hinaus, vermag jene Antworten zu geben, die weiterf\u00fchrend als Fundament die erforderliche Basis einer umfassenden Grundlagenbewertung erst erm\u00f6glichen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Piller H\u00f6he (oder auch Piller Sattel) kann mittlerweile von drei Ortschaften per schmaler, asphaltierter&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/834"}],"collection":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=834"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/834\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":836,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/834\/revisions\/836"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=834"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=834"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=834"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}