{"id":838,"date":"2014-11-05T22:43:34","date_gmt":"2014-11-05T20:43:34","guid":{"rendered":"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/?p=838"},"modified":"2014-11-05T22:43:34","modified_gmt":"2014-11-05T20:43:34","slug":"pitztal-juli-oktober-1999-ausgrabungsprotokoll-4","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/?p=838","title":{"rendered":"Pitztal, Juli &#8211; Oktober 1999, Ausgrabungsprotokoll 4"},"content":{"rendered":"<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Nachdem das <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Pitztal<\/i> im Jahr 1989 in den Sommermonaten fussl\u00e4ufig vom Taleingang bis zu den beginnenden Vergletscherungen im Hinblick auf arteologisch relevante Fundungsstellen erkundet war, wandte das Team um <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Dr. Arkadasch<\/i> im September 1989 seinen Focus auf jene Mittelgebirgsstufe, welche sowohl den fruchtbarsten Siedlungsraum dieser gesamten Talschaft darstellt, als auch als urspr\u00fcngliches Zugangsgebiet f\u00fcr jene Wanderungsbewegungen fungierte, welche \u2013 zumeist fussl\u00e4ufig \u2013 den \u00dcbergang \u00fcber die <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Piller H\u00f6he<\/i> (= <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Piller Sattel<\/i>) benutzten. Da bis ins Zeitalter der beginnenden Industrialisierung die Wegtrassierung sich \u00fcberwiegend an die topografischen Vorgaben einer Landschaft zu halten hatte, mit Ausnahmen von st\u00e4dtebaulich und\/oder kultisch bedingten Repr\u00e4sentationsbaumassnahmen (wie etwa Prozessionsalleen, Strassenf\u00fchrungen welche kalendarisch nach Sonnen- und Mondst\u00e4nden ausgerichtet wurden \u2026) und mitlit\u00e4rischer Infrastruktur (die Strassenbauten der R\u00f6mer, Grenzw\u00e4lle, Fortanlagen \u2026), wurden die meisten Wegf\u00fchrungen entlang von Wasserl\u00e4ufen, nat\u00fcrlichen Gel\u00e4ndekanten und dergleichen angelegt. Speziell im Gebirge ist dabei die vorgegebene Landschaftsformung aus Bergst\u00f6cken und T\u00e4lern eine nahezu unausweichliche Planungsvorgabe, die erst in unserer heutigen Zeit und deren technischen M\u00f6glichkeiten des Tunnel- und Br\u00fcckenbaus eine bis dato unbekannte Erweiterung erf\u00e4hrt.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Die schmalen T\u00e4ler der <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Ostalpenregion<\/i> geben somit die Streckenf\u00fchrung in ihrer L\u00e4ngsrichtung als permanente Wegkonstante vor, die lediglich durch die Fliessgew\u00e4sser in der Talsohle lokale Trassierungsnotwendigkeiten &#8211; wie Nutzung einer h\u00f6her angelegten, wasserresistenten Wegf\u00fchrung, oder \u00dcberbr\u00fcckung des Gew\u00e4ssers um den Weg am jenseitigen Ufer weiter zu f\u00fchren \u2013 aufweist.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">In wegtechnisch eher kleinstrukturierten Gel\u00e4nden, wie hier in den <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Ostalpen<\/i>, mit wenigen, langen Talstrecken, die durch keinerlei Seitenzul\u00e4ufe durch T\u00e4ler gekennzeichnet sind, stellen die Kreuzungspunkte von Wegf\u00fchrungen mithin die arteologisch interessantesten Bereiche dar.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/wp-content\/uploads\/arteologisch_geodynamische-planskizze.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-839\" alt=\"arteologisch_geodynamische planskizze, pitztal 1999, dr. arkadasch, arteologie\" src=\"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/wp-content\/uploads\/arteologisch_geodynamische-planskizze-150x150.jpg\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a>Das Team um <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Dr. Arkadasch<\/i> grenzte daher den Bereich s\u00fcdlich der Gemeinde <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Wenns<\/i> f\u00fcr n\u00e4here Gel\u00e4ndeanalysen ein: Im wesentlichen verlief die n\u00f6rdliche Begrenzung dabei dem Wasserlauf des <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Grillerbachs<\/i> folgend, bei dessen Einm\u00fcndung in die <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Pitze<\/i> nach S\u00fcden (im Gemeindegebiet von <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Jerzens<\/i>) weiter verlaufend, um dann s\u00fcdlich des <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Pillerbachs<\/i> , den <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Matzlewald<\/i> mit einbindend, weiter in Richtung <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Piller H\u00f6he<\/i> zu verlaufen. Die heutige Abzweigung der <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Piller Landesstrasse<\/i> von der <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Pitztal Landesstrasse<\/i> wurde dabei nicht mit eingeschlossen, da diese Abzweigung direkt im dicht verbauten Gebiet der Gemeinde <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Wenns<\/i> liegt und somit von zum gegenw\u00e4rtigen Zeitpunkt keinerlei arteologischen Zugang aufweist.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Zudem wurden von der <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Zentralen Metrologischen Anstalt des Landes Tirols (ZMAT<\/i>) mehrerer Luftbildaufnahmen f\u00fcr optische Gel\u00e4ndeanalysen zur Verf\u00fcgung gestellt, wobei hier insbesondere die Aufnahmen aus dem Jahr 1956 sehr hilfreich waren, da hier sowohl noch eine deutlich geringere Verbauung als auch infrastrukturelle Durchwirkung der urspr\u00fcnglichen landwirtschaftlich genutzten Fl\u00e4chen vorhanden war.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Das Hauptaugenmerk dieser fussl\u00e4ufigen Erkundungen lag daher auf den Fliessstrecken des <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Piller Baches<\/i> und des <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Grillerbachs<\/i>, wobei sich rasch bei genauerer Analyse der geologischen Bodenstruktur herausstellte, dass eine sinnvolle Wegf\u00fchrung vor der Zeit der Automobilisierung sich aufgrund der Gel\u00e4ndespezifikationen mit hoher Wahrscheinlichkeit ab dem Gebiet des heutigen Ortsteils <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Bichl <\/i>nach dem Verlauf des <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Grillerbachs<\/i> gerichtet hat und erst ab dann in Richtung <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Piller Bach<\/i> weitergef\u00fchrt wurde. Zudem m\u00fcndet bereits vor der Einm\u00fcndung des <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Grillerbachs <\/i>in die <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Pitze<\/i> ein kleiner Bach von S\u00fcdwesten kommend in den <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Grillerbach <\/i>und bietet somit eine gesicherte Wegeposition abseits von eventuellen Geschiebeprozessen bei Hochwasserst\u00e4nden der <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Pitze<\/i>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nachdem das Pitztal im Jahr 1989 in den Sommermonaten fussl\u00e4ufig vom Taleingang bis zu den&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/838"}],"collection":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=838"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/838\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":840,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/838\/revisions\/840"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=838"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=838"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=838"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}