{"id":843,"date":"2014-11-11T22:58:48","date_gmt":"2014-11-11T20:58:48","guid":{"rendered":"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/?p=843"},"modified":"2014-11-11T22:58:48","modified_gmt":"2014-11-11T20:58:48","slug":"pitztal-juli-oktober-1999-ausgrabungsprotokoll-5","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/?p=843","title":{"rendered":"Pitztal, Juli &#8211; Oktober 1999, Ausgrabungsprotokoll 5"},"content":{"rendered":"<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Die <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Pitze<\/i> bildet in ihrem unteren Abschnitt vor der Einm\u00fcndung in den <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Inn<\/i> einen schluchtartigen Gew\u00e4sserverlauf, der tief eingeschnitten in das Felsgestein \u00fcber lange Zeit hinweg eine nur unmerkliche erosive Ver\u00e4nderung in der F\u00fchrung des Bachbettes erf\u00e4hrt. In diesem Bereich ist zwar die F\u00fchrung von Pfaden m\u00f6glich und dies wurde, nicht nur im Alpenraum, sondern in allen ahnlichen klimatologischen Gebieten, besonders in der vormotorisierten Zeit speziell in den Wintermonaten, bei Niedrigwasserst\u00e4nden oder gar kompletter Vereisung der Gerinne, auch fussl\u00e4ufig oder maximal mit Tragtieren genutzt. Inwieweit dies im erweiterten M\u00fcndungsbereich der <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Pitze <\/i>praktiziert wurde, l\u00e4sst sich nicht mit Bestimmtheit behaupten, da zudem die vordergr\u00fcndige Notwendigkeit einer solchen Streckenf\u00fchrung (abgesehen von sozial nicht geduldeten Aktivit\u00e4ten oder Gefahrensituationen) durch die leichtere Zugangsm\u00f6glichkeit der auch heute genutzten Zufahrtstrassierung nicht notwendig war.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Im s\u00fcdlichen Bereich von <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Wenns<\/i> befindet sich die obere Einstiegsstelle zum schluchtartigen Verlauf der <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Pitze<\/i>, die hier durchaus noch ungef\u00e4hrdet zu erreichen ist. Bis herauf ins beginnende 20. Jahrhundert stellte die Waldbewirtschaftung unter Nutzung der nat\u00fcrlichen M\u00f6glichkeiten der Holzdrift in <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Nordtirol<\/i> eine forstwirtschaftliche Normalit\u00e4t dar. Diese Art der Holzbringung wurde auch im <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Pitztal<\/i> angewandt, wie alte Fotografien, Stiche und schriftliche Berichte belegen. Dabei wurde speziell das Wissen der erfahrenen Driftf\u00fchrer hoch geachtet und gesch\u00e4tzt. Renommierte Driftf\u00fchrer verf\u00fcgten nicht nur \u00fcber fundiertes hydrodynamisches Wissen, sondern konnten aus dem Str\u00f6mungsverlauf eines Gew\u00e4ssers und den damit verbundenen Uferbeschaffenheiten auf die spezielle Driftf\u00e4higkeit eines Gew\u00e4ssers schliessen und zudem jene Gel\u00e4ndeabschnitte verorten, welche aufgrund ihrer Dynamik zu Verklausungen neigen. <a href=\"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/wp-content\/uploads\/verklausung.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-844\" alt=\"verklausung, arteologie, dr. arkadasch\" src=\"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/wp-content\/uploads\/verklausung-150x150.jpg\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a>Unter einer Verklausung wird der vollst\u00e4ndige oder teilweise Verschluss eines Fliessgew\u00e4sserquerschnitts durch Treibgut und\/oder Totholz oder auch Driftgut verstanden. Der dadurch erzeugte R\u00fcckstau f\u00fchrt rasch zu schnell und stark ansteigenden Wasserst\u00e4nden oberhalb des Abflusshindernisses. Als Folge treten Ausuferungen und \u00dcberschwemmungen auf, wobei generell durch die Anstauung die Gefahr zunimmt, dass sich die Verklausung abrupt l\u00f6st und mit einem murenartigen Schwallhochwasser flussabw\u00e4rts seine oftmals vernichtende Bahn bricht. Verklausungen bilden sich vorwiegend an verengten Gew\u00e4sserstellen, wie Durchl\u00e4ssen, Br\u00fcckenpfeilern oder den nat\u00fcrlichen Eing\u00e4ngen zu Schluchten. W\u00e4hrend bei Br\u00fcckenbauten mit einer st\u00e4ndigen Beobachtung bei Hochwassersituationen die Gefahr einer Verklausung nach M\u00f6glichkeit rechtzeitig erkannt und verhindert werden kann (im Extremfall durch eine geplante Zerst\u00f6rung der Br\u00fccke), ist eine derartige Vorgangsweise bei nat\u00fcrlichen Engstellen kaum durchf\u00fchrbar. Daher wurden derartige Gel\u00e4ndeabschnitte besiedelungstechnisch sowohl in der Trassenf\u00fchrung von Wegen als auch in der Unterkunftserbauung gemieden.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\"><i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Dr. Arkadasch<\/i> und sein Team verlegten deshalb den Schwerpunkt ihrer lokalen Untersuchungen auf jene Gel\u00e4ndebereiche die einer logischen und dem Gel\u00e4ndeverlauf entsprechenden Nutzung der vorgegebenen Topografie entsprachen. Sie bildeten dazu ein kartografisches Dreieck, bestehend aus der Wegtrassierung vom <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Innta<\/i>l her nach <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Wenns<\/i>, aus deren Weiterf\u00fchrung nach S\u00fcden ins hintere <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Pitztal<\/i> und aus der vom <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Piller<\/i> <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Sattel<\/i> her f\u00fchrenden Gel\u00e4ndevorgabe, die sich im Mittelgebirgsareal entlang der Wasserverl\u00e4ufe des <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Grillerbachs<\/i> und des <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Piller<\/i> <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Bachs<\/i> bei deren jeweiliger Einm\u00fcndung in die <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Pitze<\/i> trifft. Besonders der untere Bereich des <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Grillerbachs<\/i> zeigt dabei arteologische Relevanzen, die sich hier grundlegend mit den topografischen Begebenheiten \u00fcberschneiden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Pitze bildet in ihrem unteren Abschnitt vor der Einm\u00fcndung in den Inn einen schluchtartigen&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/843"}],"collection":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=843"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/843\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":845,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/843\/revisions\/845"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=843"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=843"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=843"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}