{"id":86,"date":"2012-08-26T21:14:48","date_gmt":"2012-08-26T19:14:48","guid":{"rendered":"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/?p=86"},"modified":"2012-08-26T21:14:48","modified_gmt":"2012-08-26T19:14:48","slug":"inntal-juni-august-1982-ausgrabungsprotokoll-4","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/?p=86","title":{"rendered":"Inntal, Juni &#8211; August 1982, Ausgrabungsprotokoll 4"},"content":{"rendered":"<p>Die eigentlichen arteologischen Grabungsarbeiten konnten somit per 4. Juli 1982 beginnen. Das Team \u201eInntal\u201c war nach eingehender Wertung der bisherigen Sondierungsgrabungen zum Entschluss gekommen, dass abweichend von den sonst \u00fcblichen rasterartigen Sch\u00fcrfgrabungsanlagen dieses Mal an gezielten, durch die Luftaufnahmen nachvollziehbaren terrestrischen Verl\u00e4ufen, kleinfl\u00e4chige (in einem Ausmass von nicht gr\u00f6\u00dfer als 70 m\u00b2) Schichtgrabungen durchgef\u00fchrt werden. Mag dies auf den ersten Blick auch als nicht sehr vielversprechend erscheinen, so hat doch die Analyse der Luftaufnahmen, verbunden mit einem kalibrierenden Abgleich der Sedimentdaten der Humussode deutlich gezeigt, dass bereits vor Grabungsbeginn die dem Schwemmlandcharakter der Inntaltalsole entsprechenden Oberfl\u00e4chenmaserungen in hohem Masse (besonders in topographischer Hinsicht) mit den typisch spezifischen, arteologischen Fundstellenkategorien \u00fcbereinstimmen, so dass es von Seiten der Grabungsleitung her durchaus vertretbar erschien, auf die sonst \u00fcbliche Vorgangsweise bei einer Tagbaugrabung zu verzichten.<\/p>\n<p>Gleichwohl wurde die Geduld des gesamten Teams auf eine harte Probe gestellt. Tag um Tag wurden schubkarrenweise Humussoden und die darunter liegenden Sedimentsschichten akribisch sowohl am Trockensieb als auch im nachfolgenden aqu\u00e4tanen Sickersiebverfahren mit wissenschaftlicher Genauigkeit untersucht. Trotz mehrfacher Evaluierungen \u2013 die immer zum gleichen Ergebnis f\u00fchrten \u2013 wurde bis zum 23. Juli nicht ein Fundst\u00fcck ans Tageslicht gebracht. Auch die Untersuchung des Grabungsgel\u00e4ndes mit einer arch\u00e4ologischen Flachr\u00f6ntgensonde f\u00fchrte zu keinen neuen Erkenntnissen.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/wp-content\/uploads\/innti_08_82-_15.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-archive-thumbnail wp-image-87\" title=\"innti_08_82 _15\" src=\"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/wp-content\/uploads\/innti_08_82-_15-220x150.jpg\" alt=\"\" width=\"220\" height=\"150\" \/><\/a>Auch wenn jedes Grabungsteam \u2013 sei es nun ein arteologisches oder ein arch\u00e4ologisches \u2013 derartige Fundloszeiten kennt, stellen sie doch jedesmal f\u00fcr ein Team eine ganz besondere Herausforderung dar. Zum Einen gilt es die heimischen Grabungskr\u00e4fte von der weiteren Sinnhaftigkeit ihres Tuns zu \u00fcberzeugen und zum Zweiten n\u00e4hren sich auch \u2013 so ehrlich muss man sein \u2013 die eigenen Zweifel an der vermeintlichen Richtigkeit der eigenen, theoretischen Schlussfolgerungen und dem daraus resultierenden Handeln. Zudem verschlingt Fundlosigkeit fr\u00fcher oder sp\u00e4ter nat\u00fcrlich auch die finanziellen Ressourcen, sodass ohne vorzeigbare wissenschaftliche Ergebnisse (und dies sind nun mal f\u00fcr die \u00d6ffentlichkeit \u2013 und damit auch f\u00fcr die F\u00f6rderung durch \u00f6ffentliche Mittel &#8211; in arteologischer Hinsicht die gefunden Artefakte) mit einem baldigen Ende einer solchen Grabung zu rechnen ist, gleichwohl auch das Nichtvorhandensein von arteologisch nachweisbaren Spuren sich einer wissenschaftlichen Bewertung keineswegs entzieht und f\u00fcr nachkommende Forschungen durchaus als wertvolle Grundlagenarbeit anzusehen ist.<\/p>\n<p>Der erste Nachweis von relikthaften Restspuren gelang Dr. Arkadasch am 24. Juli 1982 bei der Mikroskopierung von Marschlandsedimentierungen, die, vom organischen Material her datiert, zweifelsfrei in einen arteologischen Zusammenhang gebracht werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Noch war es dabei zu fr\u00fch von einem wirklichen \u201eDurchbruch\u201c sprechen zu k\u00f6nnen, aber die allgemeine Spannung und Motivation erhielten so neue Kraft, welche nach der bisherigen Fundlosigkeit durchaus willkommen gehei\u00dfen wurde.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die eigentlichen arteologischen Grabungsarbeiten konnten somit per 4. Juli 1982 beginnen. 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