{"id":861,"date":"2014-11-30T19:12:07","date_gmt":"2014-11-30T17:12:07","guid":{"rendered":"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/?p=861"},"modified":"2014-11-30T19:12:07","modified_gmt":"2014-11-30T17:12:07","slug":"pitztal-juli-oktober-1999-ausgrabungsprotokoll-82","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/?p=861","title":{"rendered":"Pitztal, Juli &#8211; Oktober 1999, Ausgrabungsprotokoll 8\/2"},"content":{"rendered":"<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Gleichwohl bleibt fest zu halten, dass bei aller Interdisziplinarit\u00e4t die grundlegende Unterschiedlichkeit sowohl in der wissenschaftlichen Zielsetzung als auch in der Herangehensweise der Erarbeitung nachvollziehbarer Ergebnisse sowohl von der fundamentalen Ausrichtung beider Wissenschaftsgebiete, als auch von der spezifischen Aufgabensetzung, bereits in den basalen Abl\u00e4ufen der Faktengewinnung und deren wissenschaftlicher Be- und Auswertung in aller Deutlichkeit zum Tragen kommt. Die Arteologie als wissenschaftliches Bindeglied zwischen der herk\u00f6mmlichen Arch\u00e4ologie, der Historie und den diversen Sozialwissenschaften besch\u00e4ftigt sich vorrangig mit der artefakturellen Frage und deren Auswirkung auf eine entsprechende Soziet\u00e4t, aber auch auf das Individuum und seine Interaktion innerhalb seiner genuinen Gruppe und dar\u00fcber hinaus besch\u00e4ftigt. Dabei wird die Grundfrage nach der F\u00e4higkeit des Menschen gestellt, begriffliche Abstraktionen zu vergegenst\u00e4ndlichen und in weiterer Folge in einem soziointernistischen Prozess zu optimieren. Der Status quo einer Fundung stellt somit f\u00fcr die Arteologie keine reine Momentaufnahme dar, sondern gilt lediglich als Beleg eines anthropologischen, kulturellen, \u00f6konomischen und sozialen Gesamtausdrucks eines jeweils spezifischen Kommunikationsgef\u00fcges, welches wiederum mit und durch ethnischen Austausch<span style=\"mso-spacerun: yes;\">\u00a0 <\/span>&#8211; transital als auch insital \u2013 die eigene Genese in verschiedenen artefakturellen Ausformungen widerspiegelt.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Dies bedingt auch die letztendlich in entscheidenden Details unterschiedliche Anwendung grabungstechnischer Wertungen im Hinblick auf arch\u00e4ologische Relevanz einer Grabung und bildet gleichzeitig die Basis der wissenschaftlich arteologisch-systematischen Herangehensweise.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Die Interdisziplinarit\u00e4t von und zwischen Arteologie, Arch\u00e4ologie, Anthropologie und Historischer Forensik erweitert somit das wissenschaftliche Spektrum jeder einzelnen wissenschaftlichen Sparte und f\u00fchrt neben neuen Erkenntnissen gleichzeitig zu bisher unbekannten Fragestellungen und Diskursen. Diese interdisziplin\u00e4re Offenheit f\u00fchrt zu einer bisher nicht gekannten Form wissenschaftlicher Vernetzung, die f\u00fcr gegenw\u00e4rtige und zuk\u00fcnftige Forschungen qualitativ hochwertige Ergebnisse erwarten l\u00e4sst.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/wp-content\/uploads\/bewerbungsgespraech.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-862\" alt=\"bewerbungsgespraech, pitztal 1999, dr. arkadasch, arteologie\" src=\"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/wp-content\/uploads\/bewerbungsgespraech-150x150.jpg\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a>Die gemeinsamen Grabungen im Uferbereich des <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Grillerbaches<\/i> mit der Studierendengruppe um <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Dr. Stephan Rheinthaler<\/i> vom <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Arch\u00e4ologischen Institut der Universit\u00e4t Innsbruck<\/i> verschafften den beteiligten Studentinnen und Studenten einen direkten Einblick in die Alltagsarbeiten arteologischer Forschung. So wurde etwa die Auswahl der f\u00fcr diese Expedition ben\u00f6tigten heimischen Hilfskr\u00e4fte gemeinsam getroffen. Dazu wurde per Aushang in den Gemeinde\u00e4mtern der Gemeinden <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Wenns<\/i>, <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Arzl<\/i> und <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Jerzens<\/i> nach einschl\u00e4gigem Personal mit folgenden Kriterien gesucht; Alter zwischen 21 und 35 Jahren (dies aus sozialrechtlichen \u00dcberlegungen, da zwar die Leitung der Expedition lokativ auf \u00f6sterreichischem Staatsgebiet verortet ist, die rechtlich, administrative Leitung jedoch vom <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Arteologischen Institut der Freien Universit\u00e4t Izmir<\/i> wahrgenommen wird, und somit in wesentlichen Detailfragen t\u00fcrkisches Recht zum Tragen kommt), handwerklich geschickt und ans Arbeiten unter freiem Himmel gew\u00f6hnt. 17 Personen beiderlei Geschlechts meldeten sich bis zum 19. Juli und wurden f\u00fcr den darauffolgenden Tag zu einem pers\u00f6nlichen Vorstellungsgespr\u00e4ch eingeladen. Dazu wurde ein von der Studierendengruppe um <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Dr. Stephan Rheinthaler<\/i> und dem Team um <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Dr. Arkadasch Dag<\/i> gemeinsam erarbeiteter Fragebogen verwendet, der diese Auswahl den spezifischen Qualit\u00e4tsanforderungen entsprechend beschleunigte und erleichterte. Insgesamt wurden auf diese Art und Weise 12 eingeborene Hilfskr\u00e4fte f\u00fcr die Gesamtdauer der Expedition in ein vertraglich geregeltes Arbeitsverh\u00e4ltnis \u00fcbernommen, mindestens aber bis zum 31. Oktober 1999.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Da die touristische Sommersaison im <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Pitztal<\/i> (und nahezu in ganz <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Nordtirol<\/i>) mit Ende August\/Anfang Oktober endet, konnte mit dieser Vorgangsweise und der Expedition als solcher, gleichzeitig eine nachhaltige Wertsch\u00f6pfung f\u00fcr die lokale \u00f6konomische Situation geleistet werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gleichwohl bleibt fest zu halten, dass bei aller Interdisziplinarit\u00e4t die grundlegende Unterschiedlichkeit sowohl in der&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/861"}],"collection":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=861"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/861\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":863,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/861\/revisions\/863"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=861"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=861"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=861"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}