{"id":865,"date":"2014-12-08T22:17:05","date_gmt":"2014-12-08T20:17:05","guid":{"rendered":"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/?p=865"},"modified":"2014-12-08T22:19:49","modified_gmt":"2014-12-08T20:19:49","slug":"pitztal-juli-oktober-1999-ausgrabungsprotokoll-83","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/?p=865","title":{"rendered":"Pitztal, Juli &#8211; Oktober 1999, Ausgrabungsprotokoll 8\/3"},"content":{"rendered":"<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/wp-content\/uploads\/vortrag-dr.-speckbichler.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-869\" alt=\"vortrag dr. speckbichler, arteologie, pitztal 1999, dr. arkadasch\" src=\"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/wp-content\/uploads\/vortrag-dr.-speckbichler-150x150.jpg\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a>Insgesamt ist festzustellen, dass sich in der Zusammenarbeit mit der eingeborenen Bev\u00f6lkerung <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Nordtirols<\/i> jene Skepsis gegen\u00fcber dem Ausgrabungsteam gegen\u00fcber den anf\u00e4nglichen Bedenken zum \u00fcberwiegenden Teil zum Positiven entwickelt hat. W\u00e4hrend bei den ersten Expeditionen (im <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Inntal<\/i> und im <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Wipp<\/i>&#8211; sowie dem <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Stubaital<\/i>) noch generelle Bedenken und gar Ressentiments festzustellen waren, die sich vornehmlich auf das sogenannte \u201eAusl\u00e4ndische\u201c des Expeditionsteams bezogen, hat sich mit zunehmendem Erfolg dieser Expeditionen die Grundeinstellung hin zu einer wohlwollenden Duldung und allgemeinen Akzeptanz verschoben. Gleichwohl war es noch immer schwierig, das tats\u00e4chliche Vertrauen in die wissenschaftlichen Belange dieser arteologischen Expeditionen nachhaltig zu gewinnen, da immer wieder in Gespr\u00e4chen dem g\u00e4ngigen Vorurteil zu begegnen war, was ausgerecht fremdl\u00e4ndische Experten in der tirolerisch \u2013 arteologischen Historie beitragen k\u00f6nnten, was im Grunde genommen nicht gleichwertig von einheimischen wissenschaftlichen Kr\u00e4ften geleistet werden k\u00f6nnte. Durch die Ausgrabungen am <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Staller<\/i> \u2013 <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Sattel<\/i>, die vom <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">arch\u00e4ologischen Institut der Universit\u00e4t Innsbruck <\/i>Anfang der 90er Jahre (des 20. Jahrhunderts) durchgef\u00fchrt wurden, trat jedoch eine generelle Beruhigung und Befriedung dieser Argumentationen ein. Zudem wurde auch zunehmend das touristische Potential in <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Nordtirol<\/i> erkannt \u2013 das beste Beispiel dazu war nach wie vor das kleine Museum in <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Stainach<\/i> (<i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Wipptal<\/i>), in welchem die Funde der Grabung <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Wipptal<\/i> (mitsamt einer Kopie des humanoiden Fundes) interessiertem Publikum pr\u00e4sentiert und ausserdem noch immer gef\u00fchrte Touren durch das seinerzeitige Grabungsgel\u00e4nde den Touristen und Einheimischen angeboten werden.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Durch die wissenschaftliche Zusammenarbeit mit der <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Universit\u00e4t Innsbruck<\/i> \u2013 und sicherlich auch durch die wirtschaftliche Wertsch\u00f6pfung in meist industriell und gewerblich unterentwickelten Regionen (<i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Stubaital<\/i>, <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Wipptal<\/i>, <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Lechtal<\/i> und <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Kaunertal<\/i>), die besonders in den touristischen Zwischensaisonen f\u00fcr zus\u00e4tzliche Arbeitspl\u00e4tze und N\u00e4chtigungen dankbar sind \u2013 konnte auch mit den entsprechenden administrativen Stellen der <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Tiroler<\/i> <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Landesregierung<\/i> ein durchaus friktionsfreies Klima hergestellt werden. Von politischer Seite aus betrachtet trug dazu auch der Besuch des t\u00fcrkischen Botschafters Herrn <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Dr. Eraslan Cifci<\/i> bei, der im Herbst 1989 anl\u00e4sslich eines Syposions an der <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Universit\u00e4t Innsbruck<\/i> zum Thema \u201e<i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Die Arteologie als wissenschaftliches Bindeglied zwischen der Arch\u00e4ologie und den Sozialwissenschaften\u201c<\/i> ein selbst in Fachkreisen vielbeachtetes Er\u00f6ffnungsreferat hielt und dabei besonders die Notwendigkeit einer internationalen Zusammenarbeit im Speziellen betonte und die zur Zeit herausragende Rolle der arteologischen Expeditionen im Raum <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Nordtirol<\/i> als beispielgebendes Exempel \u2013 auch und gerade in einem immer mehr eins werdenden Europa \u2013 detailliert heraus arbeitete. Dieses Symposion wurde in zeitlicher N\u00e4he mit den ersten Kontextver\u00f6ffentlichungen der ersten drei Expeditionen abgehalten, welche durchaus Wertungen beinhaltet, die dem allgemeinen Verst\u00e4ndnis und Bildungsniveau der Bev\u00f6lkerung und der Eliten <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Nordtirols<\/i> diametral zuwiderlaufen. Alleine die arteologisch fundierte Tatsache, dass es sich bei der Bev\u00f6lkerung Nordtirols um keine in sich geschlossene und im Laufe der Jahrhunderte\/Jahrtausende homogen gewachsene Bev\u00f6lkerung handelt, die sich aus sich heraus zur bestimmenden humanoiden Gruppe in diesem Siedlungsraum emanzipierte, widerspricht dem stark verwurzelten Selbstverst\u00e4ndnis der einheimischen Menschen. Die transalen und insistalen Beeinflussungen durch sowohl ethnisch als auch kulturell urspr\u00fcnglich fremde Gruppierungen (die meist friedlich und selbst bei usurpatorischen \u00dcbernahmen h\u00e4ufig ohne allgemeine kriegerische, milit\u00e4rische Interventionen abliefen) waren und sind die Basis jener genetischen Grundstruktur, die seit dem ausgehenden Mittelalter die humanoide Grundlage der einheimischen Bev\u00f6lkerung bilden. Reste dieser transalen und insistalen Beeinflussungen k\u00f6nnen sowohl in der sprachlich, dialektalen Struktur <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Nordtirols<\/i>, als auch in unterschiedlichen, regionsspezifischen Physiognomien und tradierten gewohnheitsrechtlichen Normierungen nachgewiesen werden. Diese Fakten stehen im wissenschaftlichen Disput ausser Frage, bedingten jedoch durch die teilweise \u00e4usserst vereinfachende Medienberichterstattung in <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Nordtiro<\/i><i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">l<\/i> eine popul\u00e4rwissenschaftliche Umsetzung, um dergestalt zu verhindern, dass aufgebrachte, nationalistische Elemente diese Forschungsarbeiten f\u00fcr politisch radikale Zielsetzungen vereinnahmten. Es sei hier besonders Frau <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Dr. Hildegard Speckbichler <\/i>(\u201e<i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Freundeskreis der arteologischen Studien<\/i>\u201c) gedankt, die sowohl im Rundfunk als auch pers\u00f6nlich an zahlreichen Schulen und bei diversen Vortr\u00e4gen in Gemeinden kalmierend und volksbildend t\u00e4tig war.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Das Bewusstsein, sich mit jeder Expedition auf \u201efremdes\u201c Terrain zu begeben und dabei sowohl die kulturellen und traditionellen Eigenheiten des jeweiligen Gastlandes unter allen Umst\u00e4nden zu beachten, stellt eine st\u00e4ndige Herausforderung f\u00fcr alle an einer Expedition Beteiligten dar und ist gleichzeitig eine unabdingbare Notwendigkeit f\u00fcr einen generellen positiven Ablauf der Arbeiten vor Ort. Dass dabei jedoch in der wissenschaftlichen Arbeit keinerlei Kompromisse eingegangen werden d\u00fcrfen, steht ausser Frage.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Insgesamt ist festzustellen, dass sich in der Zusammenarbeit mit der eingeborenen Bev\u00f6lkerung Nordtirols jene Skepsis&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/865"}],"collection":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=865"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/865\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":870,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/865\/revisions\/870"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=865"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=865"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=865"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}