{"id":891,"date":"2014-12-21T22:20:30","date_gmt":"2014-12-21T20:20:30","guid":{"rendered":"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/?p=891"},"modified":"2014-12-21T22:20:30","modified_gmt":"2014-12-21T20:20:30","slug":"pitztal-juli-oktober-1999-ausgrabungsprotokoll-11","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/?p=891","title":{"rendered":"Pitztal, Juli &#8211; Oktober 1999, Ausgrabungsprotokoll 11"},"content":{"rendered":"<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Wie bereits dargelegt stellt der Sommer im alpinen Klima Nordtirols die Hauptniederschlagszeit dar, die von h\u00e4ufigen Regenf\u00e4llen und l\u00e4nger andauernden Schlechtwetterperioden bestimmt ist. Trotzdem k\u00f6nnen bei relativ stabilen Hochdruckwetterlagen auch 30 Grad Celsius als Tagesh\u00f6chstwerte immer wieder an vereinzelten Tagen in den Sommermonaten (meist in einer Zeitperiode von Ende Juni bis Mitte August) erreicht und \u00fcberschritten werden. Die eingeborene Bev\u00f6lkerung spricht jedoch bereits bei einer andauernden Sch\u00f6nwetterperiode von 10 Tagen bis zwei Wochen von einem \u201eJahrhundertsommer\u201c (also einem Ereignis das nur alle 100 Jahre vorkommt). Zudem steigt mit den Sommertemperaturen die Gefahr von Gewitterbildung, die sich rasch und h\u00e4ufig an den Bergk\u00e4mmen entwickeln und sich oftmals heftig und lokal mit Starkregenf\u00e4llen, aber auch Hagelschauern und kleinr\u00e4umigen Murenabg\u00e4ngen und kurzfristigen \u00dcberflutungen entladen. Ohne die bereits im Oktober in den h\u00f6her gelegenen Seitent\u00e4lern des Inntals eintretenden Nachtfr\u00f6sten w\u00e4re sicherlich der Herbst mit seinen relativ stabileren Wetterverh\u00e4ltnissen die ideale Zeit f\u00fcr Grabungen vor Ort, doch die hohe Wahrscheinlichkeit mit bereits im Oktober eintretenden st\u00e4rkeren Schneef\u00e4llen ( ab 1000 m \u00fcM) verunm\u00f6glicht jede sinnvolle Planung und Durchf\u00fchrung einer mehrw\u00f6chigen Expedition.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Die Witterungssituation bis zum 24. Juli &#8211; windig, Tagesh\u00f6chsttemperaturen um 12 Grad Celsius, anhaltende, teils ergiebige Regenschauer &#8211; stellte daher keine besondere Ausnahme dar, sondern widerspiegelte lediglich den Expeditionsablauf in meteorologischer Hinsicht. Dennoch fordern diese Wettersituationen besonders den Expeditionsteilnehmerinnen und -teilnehmern aus mediterranen L\u00e4ndern immer wieder aufs Neue ein grosses Mass an Motivation und Duldungsf\u00e4higkeit ab, wenn sie mehrere Tage lang bei widrigen Bedingungen vor Ort in die Grabungen im freien Gel\u00e4nde eingebunden sind. Erk\u00e4ltungskrankheiten und Verk\u00fchlungen sind ein st\u00e4ndiger Begleiter des Expeditionsteams und es nicht zuletzt unserem <a href=\"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/wp-content\/uploads\/arztpraxis.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-892\" alt=\"arztpraxis grabungslager, pitztal 1999, dr. arkadasch, arteologie\" src=\"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/wp-content\/uploads\/arztpraxis-150x150.jpg\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a>langj\u00e4hrigen Expeditionsarzt <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Dr. Armin Lengauer<\/i> zu verdanken, dass s\u00e4mtliche Expeditionen im <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Nordtiroler<\/i> <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Raum<\/i> bisher ohne \u00e4rgere Blessuren und langwierige Erkrankungen verlaufen sind. Zudem nimmt sich <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Dr. Armin Lengauer<\/i> auch immer wieder der medizinischen Probleme der eingeborenen Hilfskr\u00e4fte an und wird bei jeder Expedition auch von der jeweilig einheimischen Bev\u00f6lkerung mit zunehmender H\u00e4ufigkeit um \u00e4rztlichen beistand gebeten. Nicht zuletzt ist es diesem, seinem Engagement zu verdanken, dass sich im Verlauf einer jeden Expedition der Kontakt und die Kommunikation mit der eingeborenen Bev\u00f6lkerung auf positive und nachhaltige Weise vertieft. Auf Grund dieser Erfahrungen wurde daher bei dieser Expedition erstmalig im Bereich des Lagers eine eigene Praxis mit Ordinationsraum aufgebaut und eingerichtet, in der <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Dr. Armin Lengauer<\/i> w\u00f6chentlich an zwei Werktagen f\u00fcr drei Vormittagsstunden praktiziert. Diese Vorgangsweise musste bereits im Vorfeld mit der zust\u00e4ndigen Standesvertretung in Innsbruck (<i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">\u00c4rztekammer f\u00fcr Tirol<\/i>) und den diversen Sozialversicherungseinrichtungen abgesprochen werden, um entsprechende Abrechnungsmodalit\u00e4ten und rechtliche Grundlagen abzukl\u00e4ren.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Dieses Beispiel zeigt sehr deutlich, dass jede Expedition in ein fremdes Land, in einen fremden Kulturkreis nicht nur die eigentlichen wissenschaftlichen Parameter zu ber\u00fccksichtigen hat, sondern nahezu im gleichen Ausmass auch die traditionellen, kulturellen, sozialen, wirtschaftlichen und rechtlichen Eigenheiten und Voraussetzungen des jeweiligen Gastlandes in die Planung und Umsetzung mit einbinden muss, um so jene Basis sicher zu stellen, ohne die ein zielorientiertes Arbeiten nur erschwert m\u00f6glich scheint, wenn nicht gar die Grundlagen jeder wissenschaftlichen T\u00e4tigkeit insgesamt verunm\u00f6glicht.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Je besser die Ziele einer Expedition im Nahfeld der betroffenen Grabungsgebiete kommuniziert werden k\u00f6nnen, umso direkter und umfassender kann auf die Akzeptanz und das Mitwirken der einheimischen Bev\u00f6lkerung und seiner politischen sowie religi\u00f6sen Eliten aufgebaut werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie bereits dargelegt stellt der Sommer im alpinen Klima Nordtirols die Hauptniederschlagszeit dar, die von&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/891"}],"collection":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=891"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/891\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":893,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/891\/revisions\/893"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=891"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=891"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=891"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}