{"id":899,"date":"2014-12-26T23:32:33","date_gmt":"2014-12-26T21:32:33","guid":{"rendered":"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/?p=899"},"modified":"2014-12-26T23:32:33","modified_gmt":"2014-12-26T21:32:33","slug":"pitztal-juli-oktober-1999-ausgrabungsprotokoll-12-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/?p=899","title":{"rendered":"Pitztal, Juli &#8211; Oktober 1999, Ausgrabungsprotokoll 12"},"content":{"rendered":"<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/wp-content\/uploads\/vergletscherung-alpenraum-wuerm-kaltzeit.png\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-900\" alt=\"vergletscherung alpenraum, wuerm kaltzeit, pitztal, arteologie, dr. arkadasch\" src=\"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/wp-content\/uploads\/vergletscherung-alpenraum-wuerm-kaltzeit-150x141.png\" width=\"150\" height=\"141\" \/><\/a>Der humun\u00f6se Boden der Mittelgebirgsterrasse, auf dem sich das Gemeindegebiet der heutigen Niederlassung <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Wenns\/Arzl<\/i> befindet, besteht zum wesentlichen Teil aus floralen Verwesungsprodukten, die sich im Laufe der Jahrhunderte seit der letzten Eiszeit gebildet haben. Diese Eiszeit \u2013 die <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">W\u00fcrm-Kaltzeit<\/i> wird auf einen Zeitraum von etwa 115.000 bis 10.000 Jahren vor heute datiert. Die dabei verwendete Datierung differiert nach der jeweiligen Zuordnung der langen \u00dcbergangsphasen zwischen <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Glazialen<\/i> und <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Interglazialen<\/i> (sogenannten <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Warmzeiten<\/i>), die je nach Auslegung der einen oder anderen Periode zugerechnet werden. Im <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Alpenvorland<\/i> (heutiges <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Bayern<\/i>, <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Bundesrepublik Deutschland<\/i>) lagen die Jahresmitteltemperaturen w\u00e4hrend der W\u00fcrm-Kaltzeit unter minus 3 Grad Celsius; im Gegensatz zum heutigen Jahresmittel von plus 7 Grad Celsius. Diese Daten wurden anhand der Ver\u00e4nderungen der Vegetation mittels <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Pollenanalyse<\/i> sowie <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Faciesdifferenzierungen<\/i> ermittelt. Mit dem Begriff <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Fazies<\/i> werden umfassend verschiedenen Gesteinseigenschaften beschrieben. Dies bezieht sich prim\u00e4r auf deskriptive Eigenschaften, w\u00e4hrend strukturell-chronologische Kriterien als <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">lithostratigraphische Schichten<\/i> (<i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Strata<\/i>) bezeichnet werden. Mit der <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Faciesdifferenzierung<\/i> k\u00f6nnen die im Gestein erhaltenen Fossilien (<i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Biofazies<\/i>) Hinweise auf das Klima, den Lebensraum und die allgemeinen Umweltbedingungen einer Region liefern, die im Zeitraum der Ablagerung herrschten.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Der felsige Untergrund wird zum \u00fcberwiegenden Teil aus <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Gneisgestein<\/i> gebildet, die dar\u00fcber befindliche Humusschicht, die in den felszugewandten Schichten von schottrigen Ablagerungen aus Gletschermur\u00e4nen und\/oder wasserl\u00e4ufigen Schwemmablagerungen durchsetzt ist, weist eine durchschnittliche H\u00f6he von bis zu einem dreiviertel Meter aus. Grossfl\u00e4chige Teile davon sind auf Moorbildungen zur\u00fcck zu f\u00fchren, die durch nachfolgende nat\u00fcrliche Austrocknungen und Verlandungen zur heutigen Bodenbeschaffenheit f\u00fchrten. Die Fliessstrecken des <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Grillerbaches<\/i> und seines Nebenlaufes sind dabei entlang der nat\u00fcrlichen Felsbarrieren entstanden, die sich in den h\u00fcgelartigen Erhebungen entlang der Wasserl\u00e4ufe erhalten haben.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Sowohl diese Wasserl\u00e4ufe, als auch die <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Pitze<\/i> (<i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Pitztaler Ache<\/i>) stellen in weiten Bereichen die origin\u00e4re Infrastruktur im verkehrstechnischen Wegegef\u00fcge dar, da sie nat\u00fcrliche Gel\u00e4ndeeinschnitte als auch vegetative Schneisen bildeten, die einer Nutzung mit Besiedelungsabsicht und nachfolgender oder zeitgleicher Urbarmachung entsprachen.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">So entspricht in weiten Teilen die heutige Trassierung der <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Pitztaler<\/i> <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Landesstrasse<\/i> als auch der <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Piller<\/i> <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Landesstrasse<\/i> den urspr\u00fcnglichen Wegverl\u00e4ufen der Hauptverkehrslinien. Dies gilt insbesondere f\u00fcr den Gel\u00e4ndebereich um <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Wenns<\/i>, in dem sich die Schnittstelle der Wege aus dem inneren <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Pitztal<\/i>, dem Weg \u00fcber den <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Piller Sattel<\/i> und der Verbindung zum <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Inntal<\/i> befindet. Auf Grund dieser Tatsachen wurde auch das Hauptgrabungsgebiet in diesem Gel\u00e4ndeabschnitt verortet. Zudem ergaben die Ufersondierungen entlang des <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Grillerbaches<\/i> deutliche Hinweise auf eine arteologische Relevanz im Bezug auf besiedlungsimmanente Nutzungen und Gestaltungen, welche sodann auch bei der ersten Fundung dieser Expedition am 23. Juli 1999 best\u00e4tigt wurden.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Frau <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Mag. Olga Frantisek<\/i> legt mit ihrer Grabungsgruppe in unmittelbarer N\u00e4he des Uferbereiches des <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Grillerbaches<\/i> zun\u00e4chst eine rechteckige Grundfl\u00e4che aus verdichtetem Mergel und Schlick frei, der an seinen R\u00e4ndern durch Trockensteinmauerungen abgesichert ist und zum Bachbett hin, an der nat\u00fcrlichen Gel\u00e4ndekante der beschriebenen Terrassierung, in doppelter Mauerst\u00e4rke gef\u00fchrt wurde. Die Masse dieser Fl\u00e4che betragen uferseitig 105 cm und querverlaufend zur Fliessrichtung 86 cm. Die Freilegung ben\u00f6tigte eine kleinfl\u00e4chige Rodung von Buschwerk und die Entfernung von baumbedingtem Wurzelwuchs, welcher jedoch nicht in der Lage war in die stark verdichtete Grundfl\u00e4che nachhaltig einzuwachsen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der humun\u00f6se Boden der Mittelgebirgsterrasse, auf dem sich das Gemeindegebiet der heutigen Niederlassung Wenns\/Arzl befindet,&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/899"}],"collection":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=899"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/899\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":901,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/899\/revisions\/901"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=899"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=899"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=899"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}