{"id":902,"date":"2014-12-30T22:23:59","date_gmt":"2014-12-30T20:23:59","guid":{"rendered":"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/?p=902"},"modified":"2014-12-30T22:23:59","modified_gmt":"2014-12-30T20:23:59","slug":"pitztal-juli-oktober-1999-ausgrabungsprotokoll-13","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/?p=902","title":{"rendered":"Pitztal, Juli &#8211; Oktober 1999, Ausgrabungsprotokoll 13"},"content":{"rendered":"<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/wp-content\/uploads\/grabungshuegel-4.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-903\" alt=\"grabungshuegel 4, pitztal, 1999, arteologie, dr. arkadasch\" src=\"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/wp-content\/uploads\/grabungshuegel-4-150x150.jpg\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a>Die Trockensteinmauerungen an den vier Aussenseiten weisen an der Oberkante\/Mauerkrone eine durchschnittliche Breite von 25 cm auf und verbreitern sich gleichm\u00e4ssig zum Mauerfuss hin auf einen Mauerdurchmesser von ca. 50 cm, wobei die dem Bachufer zugewandte Mauer urspr\u00fcnglich noch verst\u00e4rkt war, wie verschiedene Steinformationen, die am Bachufer und Mauerfundament vorgefunden wurden, eindeutig belegen. Die Lage dieser Mauerbruchst\u00fccke, und hier wieder vor allem im Wesentlichen deren Abbruchstellen im Kronenbereich der Umfriedungsmauer, weisen eindeutig auf nichterodive Einfl\u00fcsse (wie etwa Abtrennungen durch hochwasserf\u00fchrende Bachl\u00e4ufe) hin, wobei wiederum feststellbar bleibt, dass diese Mauereinbr\u00fcche weder durch eine gezielte, menschenbedingte Vorgangsweise stattgefunden haben, noch durch elementare Ereignisse (wie etwa einem Erdbeben) verursacht wurden. Am wahrscheinlichsten gilt die Annahme, dass diese Mauerzerst\u00f6rungen durch weidendes Vieh bewirkt wurden. Verst\u00e4rkend ist hierbei die Tatsache, dass mit der zunehmenden floralen und arboralen \u00dcberwachsung und der damit einhergehenden Ausbildung von dichtem und sperrigem Unterholz keinerlei neuere Sch\u00e4digungen des Mauerwerks mehr feststallbar sind. Vielmehr bildete sich zeitgleich mit der \u00dcberwachsung eine Deckschicht aus Humus aus, die letztendlich sch\u00fctzend auf die Gesamtoberfl\u00e4che des Gevierts wirkte, jedoch umgekehrt auch die Durchwurzelung und Einwurzelungen durch Baumbest\u00e4nde und Buschwerk f\u00f6rderte.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Die Fundamentierung des trockengemauerten Gevierts reicht im h\u00fcgelseitigen Bereich bis auf den gewachsenen Felsen (der hier in etwa 55 bis 65 cm Tiefe auftritt) und wurde bachseitig auf einer k\u00fcnstlichen Basis, bestehend aus bis zu 500 kg schweren Natursteinen (<i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Gneisen<\/i> aus der n\u00e4heren Umgebung) aufgebaut.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">F\u00fcr die Trockenmauerung wurden \u00fcberwiegend naturbelassenen Steine aus dem n\u00e4heren Umfeld verwendet, wobei lediglich an der<span style=\"mso-spacerun: yes;\">\u00a0 <\/span>Ausarbeitung der \u00fcberlappenden Eckverbindungen mit grober Behauung zu formgerechter Verwendbarkeit vereinzelt handwerklich nachgeholfen wurde. Die Kristallstruktur dieser heimischen <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Gneise<\/i> ordnet diesen Gneis den <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Paragneisen<\/i> zu, deren Entstehung durch die Umwandlung von <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Sedimentgesteinen<\/i> (<i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Sandsteinen<\/i>, <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Grauwacken<\/i>, <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Arkosen<\/i> und <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Tonschiefer<\/i>) erfolgt und deshalb meist eine gr\u00f6ssere Vielfalt von akzessorischen Mineralen (Nebengemengeteilen) aufweist, als die <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Orthogneise<\/i>. <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Gneis<\/i> besteht haupts\u00e4chlich aus den Mineralien <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Feldspat<\/i> (&gt; 20 %), <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Quarz<\/i> sowie <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Glimmer<\/i>, dies sind, neben dem Calcit, die in der kontinentalen Erdkruste weit verbreiteten Minerale. Das Gef\u00fcge schwankt zwischen fein- und grobk\u00f6rnig. Zugleich stellen diese n\u00f6rdlichen Ausl\u00e4ufer der <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">\u00d6tztaler<\/i> <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Alpen<\/i> den deutlich erkennbaren Grenzverlauf zwischen den s\u00fcdlich des <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Inntals<\/i> gelegenen Gebirgen aus <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Urgestein<\/i> und den n\u00f6rdlich des <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Inntals<\/i> gelegenen Gebirgen aus <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Kalkstein<\/i> dar. Der Inn wird somit, besonders in seinem nortirolerischen Verlauf ab der Gemeinde <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Landeck<\/i> sowohl von Zul\u00e4ufen aus dem <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">N\u00f6rdlichen<\/i> <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Kalkalpen<\/i> als auch aus den <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Zentralalpen<\/i> gespeist.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Diese geologischen Unterschiede haben bei den bisherigen arteologischen Expeditionen ihren deutlichen Niederschlag gefunden: so ist etwa die mineralische Struktur der jeweiligen Fundorte von grosser Signifikanz f\u00fcr den Erhaltungszustand sowohl anorganischer als auch organischer Funde. Wobei anzumerken ist, dass die jeweiligen Methoden und Verfahren der Konservierung und\/oder Mumifizierung diesen Aspekten jeweils Rechnung getragen hat. Gerade f\u00fcr ein kleinr\u00e4umiges Gef\u00fcge, wie es der <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">nordtiroler<\/i> <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Raum<\/i> darstellt, ist die Wissenserstellung, -bewahrung und deren Modifikation ein genereller Parameter f\u00fcr die kulturelle Genese der jeweiligen eingeborenen Bev\u00f6lkerung.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Somit stellt jede artologische Fundung innerhalb einer definierten arteologischen Einheitlichkeit eine differenziert zu betrachtende Gr\u00f6sse dar, muss aber weiterf\u00fchrend in den Gesamtkontext des arteologisch-wissenschaftlichen Anspruchs einf\u00fcgbar sein, da bei einem Nichtzutreffen der spezifischen Parameter von einer grundlegenden Neubewertung des jeweiligen Fundes ausgegangen werden muss.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Trockensteinmauerungen an den vier Aussenseiten weisen an der Oberkante\/Mauerkrone eine durchschnittliche Breite von 25&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/902"}],"collection":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=902"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/902\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":904,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/902\/revisions\/904"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=902"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=902"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=902"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}