{"id":914,"date":"2015-01-10T23:32:05","date_gmt":"2015-01-10T21:32:05","guid":{"rendered":"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/?p=914"},"modified":"2015-01-10T23:32:05","modified_gmt":"2015-01-10T21:32:05","slug":"pitztal-juli-oktober-1999-ausgrabungsprotokoll-152","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/?p=914","title":{"rendered":"Pitztal, Juli &#8211; Oktober 1999, Ausgrabungsprotokoll 15\/2"},"content":{"rendered":"<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Nach der dokumentarischen Erfassung des unmittelbaren Grabungsgel\u00e4ndes und dessen kartographischer Datierung wurde mit der systematischen Aufarbeitung der Fundstelle fortgesetzt. Schichtweise erfolgte zuerst die Freilegung des Aussenbereiches des von der Trockenmauerung umschlossenen, rechteckigen Terrains. Dabei traten keinerlei weitere Fundst\u00fccke zutage, abgesehen von den teilweise mittels Behauung passgenau bearbeiteten Ecksteinen im Aussenbereich. Zudem wurde das Fundament aus Natursteinen zum Bachufer hin freigelegt. Gleichzeitig fungierte diese Freilegung der Aussenmauern als<span style=\"mso-spacerun: yes;\">\u00a0 <\/span>nat\u00fcrliche Drainage f\u00fcr das Regenwasser und die in Folge der Witterung einsickernden W\u00e4sser aus dem umgebenden Erdreich. Mittels R\u00fcstbrettern und Kanth\u00f6lzern wurde rund um das freigelegte Geviert eine begehbare und schlammfreie Standfl\u00e4che geschaffen, von der aus die weitere Grabungst\u00e4tigkeit relativ trockenen Fusses erfolgen konnte. Diese Massnahmen dauerten in etwa drei Stunden, wobei festzuhalten ist, dass dabei das Grabungsmaterial lediglich grob sortiert und in eine Zwischendeponie ins Hauptgrabungsgel\u00e4nde verbracht wurde, um dort zu einem sp\u00e4teren Zeitpunkt einer Trocken- als auch einem Sickersiebverfahren unterzogen zu werden.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Das Hauptaugenmerk richtete sich auf das Geviertinnere, mit seinen Ausmassen von 105 cm (uferseitig) und querverlaufenden 86 cm (gemessen an den Aussenkanten), welches aus einer Schicht aus gegl\u00e4ttetem und mechanisch verdichtetem Mix aus Mergel und Schlick bestand. Analysen dieses Materials haben einen mindestens 8 %igen Anteil an zugesetztem Kalk und von 15 % Asche aus organischem Ursprungsmaterial ergeben. Diese Mischung wurde mit heimischem Sand vermengt (der einen hohen Anteil an Quarz, Gneis und Glimmer aufweist), Wasser zugesetzt und als eine Art Versiegelung verwendet. Untersuchungen der <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Technischen Universit\u00e4t Innsbruck<\/i> haben nachgewiesen, dass diese Mischung beton\u00e4hnliche Strukturen aufweist, jedoch insgesamt elastischer und dauerhafter ist, als derartige Mischungen mit heute \u00fcblichem Portlandzement. Die Dicke dieser Schicht betrug durchschnittliche 12,5 cm und diente auch einer grob gehaltenen Innenauskleidung des Mauergevierts. Zudem war diese Schicht wasserresistent und in ihrer chemischen Zusammensetzung hydrphob.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Unter dieser Schutzschicht wurde ein Bett aus feink\u00f6rnigem Sand freigelegt (Korngr\u00f6ssen bis zu einem Millimeter), der zur G\u00e4nze aus lokalen, nat\u00fcrlichen Vorkommen stammt. Mit der gebotenen Umsicht erfolgte die Abtragung dieses Sandes und dessen Verbringung in eigenen Beh\u00e4ltnissen zum Hauptgrabungsgebiet. Nach 33 cm, gemessen ab der Mauerkrone wurde der Mutterboden erreicht, der hangseitig bereits von zum Ufer hin abfallendem <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Gneisgestein<\/i> gebildet wurde, aber ebenfl\u00e4chig aus mechanisch verfestigtem Erdreich (Humus vermischt mit Lehm) eine waagrechte Sohle bildet.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/wp-content\/uploads\/pitztal_grillerbach-8.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-915\" alt=\"pitztal_grillerbach, cult-object, pitztal 1999, dr. arkadasch, arteologie\" src=\"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/wp-content\/uploads\/pitztal_grillerbach-8-150x150.jpg\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a>Mittig auf dieser Grundfl\u00e4che, die den Charakter eines hohlen Quaders besitzt, wurden zwei metallene <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Cult-Objecte<\/i> freigelegt, die in einem diametral angeordnetem Paarverh\u00e4ltnis zueinander liegen. Beide <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Cult-Objecte<\/i> weisen in ihrer Form einen eindeutigen Formenbezug zu den bisherigen arteologischen Funden gleicher oder \u00e4hnlicher Art im <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Nordtiroler<\/i> <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Raum<\/i> auf. Sowohl vom Gestalterischen her als auch von den Gr\u00f6ssenverh\u00e4ltnissen ist trotz markanter formaler Unterschiede eine stringente Objektrelevanz aus arteologischer Sicht augenscheinlich.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Die beiden <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Cult-Objecte<\/i> bilden in ihrer Ausrichtung ein symbolistisches Paar, dessen Anordnung auf einen bewusst inszenierten Handlungstatbestand hinweist. Jedes der beiden <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Cult-Objecte<\/i> besteht aus einer Art von Griffst\u00fcck, das sich zum anderen Ende hin in Form eines \u201eT\u201c verzweigt, wobei die die rechte Seite dieses \u201eT\u201c \u2013 unter der Annahme, dass die als erstes sichtbare Seite als Vorderseite betrachtet wird \u2013 aus einem in sich verwundenen Metallarm besteht, w\u00e4hrend die linke Seite dieses \u201eT\u201c mit einem gegl\u00e4tteten Rundmetallst\u00fcck versehen wurde.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/wp-content\/uploads\/pitztal_grillerbach-10.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-916\" alt=\"pitztal_grillerbach, cult-object_2,pitztal1999, dr. arkadasch, arteologie\" src=\"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/wp-content\/uploads\/pitztal_grillerbach-10-150x150.jpg\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a>Beide <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Cult-Objecte<\/i> ber\u00fchren sich beinahe am untersten Ende des jeweiligen Griffst\u00fccks und liegen exakt auf einer gedachten Mittelachse der Grundfl\u00e4che liegend, welche der Sonnenachse zur Wintersonnenwende entspricht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nach der dokumentarischen Erfassung des unmittelbaren Grabungsgel\u00e4ndes und dessen kartographischer Datierung wurde mit der systematischen&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/914"}],"collection":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=914"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/914\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":917,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/914\/revisions\/917"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=914"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=914"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=914"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}