{"id":918,"date":"2015-01-11T22:26:53","date_gmt":"2015-01-11T20:26:53","guid":{"rendered":"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/?p=918"},"modified":"2015-01-11T22:26:53","modified_gmt":"2015-01-11T20:26:53","slug":"pitztal-juli-oktober-1999-ausgrabungsprotokoll-153","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/?p=918","title":{"rendered":"Pitztal, Juli &#8211; Oktober 1999, Ausgrabungsprotokoll 15\/3"},"content":{"rendered":"<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Dabei ist nat\u00fcrlich zu ber\u00fccksichtigen, dass durch die <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Pr\u00e4zession<\/i> der Erdachse sowohl der Winterpunkt als auch der Sommerpunkt im Laufe von 25780 Jahren (dies entspricht einem Zyklus der <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Pr\u00e4zession<\/i>) einmal durch den gesamten Tierkreis wandern. So lag etwa der Winterpunkt in der Antike im Sternbild des Steinbocks \u2013 daraus l\u00e4sst sich auch der g\u00e4ngige Begriff \u201eWendekreis des Steinbocks\u201c erschliessen \u2013 und verschiebt sich bis in etwa 300 Jahren in das Sternbild des Schlangentr\u00e4gers. Die gegens\u00e4tzliche Begrifflichkeit des \u201eWendekreis des Krebses\u201c, ergibt sich aus der Lage des Sommerpunktes in der fr\u00fchen Antike, da dieser zu diesem Zeitraum im Sternbild des Krebses lag. Dies bedeutet, dass sich im Laufe von tausend Jahren die Verschiebung lediglich in einem Rahmen von 13,964 \u00b0 bewegt, und somit unter Miteinbeziehung sonstiger chronologisch verwertbarer Hinweise eine relativ genaue Datierung m\u00f6glich ist. Die beiden <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Cult-Objecte<\/i> aus der Grabung am Grabungsh\u00fcgel Nr. 4 der Expedition <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Pitztal<\/i> k\u00f6nnen somit klar dem Beginn der <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Hocharteologischen Epoche <\/i>(<i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Hocharteologisches Zeitalter<\/i>) zugerechnet werden.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/wp-content\/uploads\/diametral_dual_cult_objecte_zeichnung.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-919\" alt=\"cult-objecte, paarweise angeordnet, pitztal 1999, dr. arkadsch, arteologie\" src=\"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/wp-content\/uploads\/diametral_dual_cult_objecte_zeichnung-150x150.jpg\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a>Beide <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Cult-Objecte<\/i> bestehen aus Metall und weisen in ihrer Form eine eindeutige gestalterische Zusammengeh\u00f6rigkeit auf.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Die nach Nordwesten hin sich in T-Form ausbreitende einfache Verastung hat eine maximale Spannbreite von 8,91 cm, wobei der linke, nach S\u00fcdwesten strebende Arm dieses Cult-Objects von eine runden, vollmaterialigen Metallstange gebildet wird, die offensichtlich erst nach der Fertigstellung des eigentlichen <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Cult-Object<\/i>-K\u00f6rpers mittels einer metallurgischen Konnection angebracht wurde. Dieser linke, nach S\u00fcdwesten zeigende Arm reicht jedoch nicht bis exakt zur gedachten achsialen Mitte des gesamten <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Cult-Objects<\/i>, sondern endet bereits fr\u00fcher und geht damit eine symbiotisch-gestalterische Einheit mit dem aus einem flachen, gezackten Blechst\u00fcck bestehenden, v-f\u00f6rmigen Klingenbereich des auslaufenden Griffst\u00fcckes ein.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Der rechte, nach Nordosten hin zeigende Verastungsarm, weist eine starke metallene Verwindung in sich auf, wie sie nur durch thermische Bearbeitung erreicht werden kann. Dieser \u201eArm\u201c des Cult-Objects bildet in seiner Gestaltung einen klaren Gegensatz zur strengen geometrischen Form des linken Armteils und wirkt von seiner Struktur her betrachtet morphologisch, obgleich insgesamt durch die \u201eT\u201c-Form des <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Cult-Objects<\/i> eine harmonische Wirkung erzielt wird.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Am Ende des Griffst\u00fccks befindet sich eine Bohrung, wie sie bisher auch bei den meisten Fundungen von derartigen <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Cult-Objecten<\/i> gegeben ist. Generell ist vorab festzuhalten, dass bis auf die neuerliche \u00c4nderung der Formensprache sich ein klarer Zusammenhang mit den bisherigen diesbez\u00fcglichen Fundungen erschliesst. Dies erscheint auch durch die vorgefundenen Ritzungen von schriftartigen (?) Zeichen am Griffst\u00fcck argumentativ belegbar, da die Art und Weise dieser Ritzungen sowohl in Ausarbeitung als auch Ausformung einer bewusst angefertigten Nachbildung fr\u00fcherer <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Cult-Objecte<\/i> entsprechen.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Inwieweit wir es hier mit einer insgesamten Weiterentwicklung im Rahmen kultischer oder allt\u00e4glicher Verwendungen zu tun haben, wird sich im Rahmen der arteologischen Kontextualisierung herausstellen.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Das zweite dieser beiden beiden <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Cult-Objecte<\/i> geh\u00f6rt als eine eigenst\u00e4ndige und dennoch stringent zusammengeh\u00f6rige H\u00e4lfte zu einem bewusst inszenierten Gesamtgef\u00fcge, welches nicht nur aus den beiden <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Cult-Objecten<\/i> besteht, sondern in der Einheit aus gemauertem Kubus, wasserdicht verschlossener Abdeckung und sorgf\u00e4ltigst implementierten <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Cult-Objecten<\/i> betrachtet werden muss.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Die diametrale Entgegensetzung des zweiten <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Cult-Objects<\/i>, als doppelt gespiegeltes \u201eT\u201c, erschliesst sich erst bei genauerer Betrachtung. Von der Formensprache und handwerklichen Ausarbeitung nahezu ident, entspricht die Lage zwar genau der Ausrichtung nach der Wintersonnenwende, beschliesst aber insgesamt einen gedachten Halbkreis, der aus einer geplanten Drehung des ersten <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Cult-Objectes<\/i> um 180 \u00b0 gebildet wird. Dieser Kreisdurchmesser, der dem Verlauf der Sonnenachse zur Wintersonnenwende entspricht, weist eine L\u00e4nge von 14,20 cm auf.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dabei ist nat\u00fcrlich zu ber\u00fccksichtigen, dass durch die Pr\u00e4zession der Erdachse sowohl der Winterpunkt als&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/918"}],"collection":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=918"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/918\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":920,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/918\/revisions\/920"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=918"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=918"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=918"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}