{"id":933,"date":"2015-01-18T22:18:35","date_gmt":"2015-01-18T20:18:35","guid":{"rendered":"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/?p=933"},"modified":"2015-01-18T22:18:35","modified_gmt":"2015-01-18T20:18:35","slug":"pitztal-juli-oktober-1999-ausgrabungsprotokoll-17","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/?p=933","title":{"rendered":"Pitztal, Juli &#8211; Oktober 1999, Ausgrabungsprotokoll 17"},"content":{"rendered":"<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Um den 27. Juli herum besserte sich allm\u00e4hlich die Wettersituation. Das hartn\u00e4ckige Tiefdrucksystem, das im gesamten Gebiet der Alpen seit fast zwei Wochen wetterbestimmend war und sich durch starke lokale Regenf\u00e4lle aber auch einem eklatanten Temperaturr\u00fcckgang in allen H\u00f6henlagen charakterisierte, wich den ersten z\u00f6gerlichen Ans\u00e4tzen von wenigen Sonnenstunden und immer wieder l\u00e4nger anhaltenden Regenpausen. Die Schneefallgrenze erreichte H\u00f6henlagen um die 1100 bis 1000 m, und dies bedeutete, dass einige Pass\u00fcberg\u00e4nge vor\u00fcbergehend unpassierbar und tief winterlich verschneit waren. Umgekehrt vermindern diese Schneef\u00e4lle in den Bergen bei derartig ausgedehnten Tiefdruckgebieten die Wahrscheinlichkeit von Muren und \u00dcberschwemmungen, da bedingt durch eine zeitlich verlangsamte Abschmelzung der Schneeschicht eine verz\u00f6gerte Abfliessung der Oberfl\u00e4chenw\u00e4sser garantiert ist und somit die Entw\u00e4sserung durch die Bachl\u00e4ufe und deren Weitergabe an den <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Innfluss<\/i> die Gesamtquerschnittsmenge der transportierten Wassermenge auf einen l\u00e4ngeren Zeitraum ausdehnt und insgesamt jene Mengenspitzen vermieden werden, welche lediglich durch \u00dcberschwemmungen insoweit ausgleichbar sind, bis die nat\u00fcrliche Abflussmenge das \u00dcberangebot an einstr\u00f6menden Oberfl\u00e4chenwassern zeitversetzt zu kompensieren vermag.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">F\u00fcr die Region <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Nordtirol<\/i> stellen die Sommermonate ohnehin die niederschlagsreichste Zeit des Jahres dar und somit sind derartige Wetterph\u00e4nomene als jahreszeitlich bedingte Normalit\u00e4t zu betrachten. Bedingt durch das alpine Umfeld und das am Ostrand der Alpen (ca. 350 km Luftlinie vom <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Pitztal<\/i> Richtung Osten gemessen) auflaufende Gebiet des kontinentalen (asiatisch-eurasischen) Klimas, ger\u00e4t der Bereich der <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Nordtiroler Alpen<\/i> immer wieder in starke atlantische Nordweststr\u00f6mungen, die an der Wetterbarriere der Alpen um diese Zeit ihr Hauptniederschlagsgebiet finden. So ist im Juli im <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Pitztal<\/i> im Durchschnitt mit bis zu 18 Regentagen zu rechnen, wobei die Temperaturen sich im Mittel zwischen 13 und 15 \u00b0 Celsius bewegen. Dass dabei auch an wenigen Tagen sommerlich heisse 30 \u00b0, oder umgekehrt lediglich 6 \u00b0 Celsius vereinzelt zu verzeichnen sind, erschliesst sich folgerichtig bei genauer Analyse dieser Wetterwerte.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Selbstverst\u00e4ndlich werden derartige Fakten bereits in der Vorplanung einer Expedition ber\u00fccksichtigt, doch im Endeffekt k\u00f6nnen lediglich prophylaktische Massnahmen bei Ausr\u00fcstung und Equipment vorsorglich getroffen werden. Letztendlich gilt es immer dann vor Ort sich den herrschenden Bedingungen bestm\u00f6glich anzupassen und die avisierten Arbeitsziele entsprechend umzusetzen.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/wp-content\/uploads\/schuetzen-traditionsverein.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-934\" alt=\"schuetzen, traditionsverein, pitztal 1999, dr. arkadasch, arteologie\" src=\"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/wp-content\/uploads\/schuetzen-traditionsverein-150x150.jpg\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a>Mit dem Abklingen der Schlechtwetterperiode wurden auch die Grabungen an den Uferbereichen des <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Grillerbaches<\/i> insoweit abgeschlossen, als dass nunmehr die eigentliche Grabungst\u00e4tigkeit im ausgewiesenen Hauptgrabungsgebiet in Angriff genommen werden konnte. Die stetig zahlreicher werdenden Sonnenfenster und der bisherige Fundungserfolg am Grabungsh\u00fcgel Nr. 4, sowie das rege \u00f6ffentliche Interesse im Zuge der Fundung der dual angeordneten <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Cult-Objecte<\/i>, schlugen sich in einer generell positiven Gesamtstimmung nieder, die nicht nur das eigentliche Expeditionsteam, sondern auch die eingeborenen Grabungshilfskr\u00e4fte mit einschloss. Ein offizielles geselliges Beisammensein, zu dem <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Dr. Arkadsch Dag<\/i> das gesamte Personal dieser Expedition mitsamt Familienangeh\u00f6rigen am Abend des 27. Juli einlud und zu dem auch die politischen und gesellschaftlichen Eliten der Gemeinden <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Wenns<\/i> und <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Arzl<\/i> geladen waren, diente neben der Festigung der gegenseitigen Beziehungen auch der genauen Ank\u00fcndigung des weiteren Grabungsverlaufes in den n\u00e4chsten Wochen. Der Ortsvorstand der Gemeinde <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Wenns<\/i> (\u201eB\u00fcrgermeister\u201c) organisierte dazu eine Auff\u00fchrung der \u00f6rtlichen Sch\u00fctzenkompanie sowie der Brauchtumsgruppe, die mit verschiedenen exotisch wirkenden Tanz- und Gesangseinlagen (gemischtgeschlechtlich) einen interessanten Einblick in die gegenw\u00e4rtigen Traditionen dieser Talschaft erm\u00f6glichte.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Um den 27. Juli herum besserte sich allm\u00e4hlich die Wettersituation. 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