{"id":947,"date":"2015-02-07T22:02:43","date_gmt":"2015-02-07T20:02:43","guid":{"rendered":"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/?p=947"},"modified":"2015-02-07T22:02:43","modified_gmt":"2015-02-07T20:02:43","slug":"pitztal-juli-oktober-1999-ausgrabungsprotokoll-21","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/?p=947","title":{"rendered":"Pitztal, Juli &#8211; Oktober 1999, Ausgrabungsprotokoll 21"},"content":{"rendered":"<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Die mit den Fundungen der beiden paarweise angeordneten <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Cult-Objecte<\/i> einhergehenden Erwartungen vermochten die Motivation der eingeborenen Grabungskr\u00e4fte durchaus \u00fcber einen l\u00e4ngeren Zeitraum hinweg auf relativ hohem Niveau zu halten, das sich grundlegend bessernde und f\u00fcr diese Region als durchaus \u201esommerlich\u201c zu bezeichnende Wetter trug gleichfalls sehr zum Erhalt dieser positiven Grundstimmung bei. Andererseits sind es oft gerade Anfangserfolge bei arteologischen und auch arch\u00e4ologischen Expeditionen welche im n\u00e4heren und weiteren Umfeld einer Grabung zu \u00fcberzogenen und nicht realen Fundungserwartungen f\u00fchren. Hierbei gilt es die orts\u00fcblichen Gepflogenheiten und Vorgangsweisen der einheimischen Medienlandschaft bereits von Beginn einer Expedition an geb\u00fchrend zu beachten, um auf Dauer gesehen nicht nur eine m\u00f6glichst seri\u00f6se Berichterstattung zu gew\u00e4hrleisten, sondern auch die mediale Unterst\u00fctzung \u00fcber den gesamten Expeditionszeitraum hinweg nicht zu verlieren und dergestalt ein entsprechendes Klima zu schaffen, durch das die nachfolgende wissenschaftliche Bearbeitung und Auswertung der Funde positiv in den arteologischen Gesamtkontext mit eingebunden werden kann.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Gerade die Genealogie innerhalb einer Soziet\u00e4t f\u00fchrt meist zu unbeweisbaren Behauptungen und der Besch\u00f6nigung von historischen Tatsachen, wenn nicht gar zu einer beinahe bewusste vollzogenen Umkehr von geschichtlichen Fakten, um auf diese Weise die eigene Herkunft zumindest ansatzweise zu heroisieren und damit den eigenen Anspruch auf Ressourcen und\/oder vermeintliche kulturelle \u00dcberlegenheit zu begr\u00fcnden.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/wp-content\/uploads\/mythen-sagen.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-948\" alt=\"mythen, sagen; pitztal 1999, dr. arkadasch, arteologie\" src=\"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/wp-content\/uploads\/mythen-sagen-150x150.jpg\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a>Dies gilt nicht nur f\u00fcr ganze Volksgruppen, sondern ist bereits in den einzelnen Siedlungsstrukturen nachweisbar: Mythen, M\u00e4rchen und lokale Sagen transportieren \u2013 oft in sehr direkter Sprache \u2013 die scheinbar begr\u00fcndete Vormachtstellung der eigenen Gruppe, der eigenen Ortschaft, des eigenen Siedlungsgebietes. Diese meist tradiert \u00fcberlieferten und ausgeformten Genealogien finden selbst heute noch ihren sprachlichen Niederschlag in ortstypischen Witzen und Humoresken, die sich ganz gezielt gegen scheinbare und\/oder tats\u00e4chliche Besonderheiten benachbarter Gruppen und\/oder Siedlungen\/Regionen wenden. Typisch dabei ist eine pauschalierende Charakterisierung, die in ihrer Begrifflichkeit sowohl die lokale Verortung, als auch die unterlegene Kulturform vereint. W\u00e4hrend diese Form in beinahe allen Kulturkreisen im Kleinen der Festigung der eigenen Identit\u00e4t und damit der Festigung des inh\u00e4renten Selbstverst\u00e4ndnisses dient, wird umgekehrt bei Begegnungen mit tats\u00e4chlichen Fremdkulturen (ethnisch, sprachlich und religi\u00f6s) jede innerkulturelle Divergenz nach aussen systematisch verneint, bzw. als direkter Affront gewertet, sobald ein solches soziet\u00e4timanentes Verhalten von Aussenstehenden, und sei es nur in berichtender Form, beschrieben und kommuniziert wird. Ein derartiges Verhalten wird als unbegr\u00fcndetes Vorurteil, als pauschalierende Wertung empfunden, und f\u00fchrt in weiterer Folge zu Misstrauen und gegenseitiger Ablehnung.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Es ist daher unbedingt erforderlich die lokalen Abl\u00e4ufe der Kommunikation im Gesamtgef\u00fcge des jeweiligen Selbstverst\u00e4ndnisses zu respektieren, um einerseits so die gegenseitige Akzeptanz zu erhalten und andererseits den Boden f\u00fcr wissenschaftlich erwiesene Erkenntnisse \u2013 die h\u00e4ufig eine Korrektur des jeweiligen Selbstbildnisses von Betroffenen verlangen \u2013 zu ebnen.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Die jeweiligen Normen und Regeln der Gastfreundschaft dienen dabei als sensible Parameter die bei entsprechender Beachtung wesentlich zu einem positiven Erfolg einer Expedition beitragen. Mit der Einbindung der jeweiligen \u00d6ffentlichkeit und durch einen offenen Umgang in der medialen Publizit\u00e4t kann diese Basis dauerhaft gefestigt und der wissenschaftlichen Arbeit zutr\u00e4glich gestaltet werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die mit den Fundungen der beiden paarweise angeordneten Cult-Objecte einhergehenden Erwartungen vermochten die Motivation der&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/947"}],"collection":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=947"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/947\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":949,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/947\/revisions\/949"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=947"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=947"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=947"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}