{"id":958,"date":"2015-02-21T22:13:48","date_gmt":"2015-02-21T20:13:48","guid":{"rendered":"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/?p=958"},"modified":"2015-02-21T22:13:48","modified_gmt":"2015-02-21T20:13:48","slug":"pitztal-juli-oktober-1999-ausgrabungsprotokoll-223","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/?p=958","title":{"rendered":"Pitztal, Juli &#8211; Oktober 1999, Ausgrabungsprotokoll 22\/3"},"content":{"rendered":"<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Im Nachhinein werden viele Fundungen und Entdeckungen im Bereich der Wissenschaften oftmals als unerwartete und spektakul\u00e4re Ergebnisse eines gl\u00fccklichen Zufalls dargestellt, wie etwa bei den ersten Fundungen der <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Qumran- Schriftrollen<\/i> (im Winter 1946\/47 steigt der 15-j\u00e4hrige Beduine <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Muhammed edh-Dhib<\/i> in die erste H\u00f6hle von <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Qumran<\/i>, die sein Cousin <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Juma Muhammed<\/i> zwei Tage zuvor durch Zufall entdeckt hatte). Generell ist jedoch festzuhalten, dass der weitaus \u00fcberwiegende Teil von Fundungen anhand wissenschaftlicher Grundlagenforschungen entdeckt und geborgen werden kann. Gerade die zunehmenden M\u00f6glichkeiten modernster Forschungsmethoden (Luftbildaufnahmen, geologisch-r\u00f6ntgenologische Analysen, Bodenproben etc.) erleichtern hier zus\u00e4tzlich die Arbeit der verschiedenen Wissensgebiete und bieten zudem hervorragendes Basismaterial f\u00fcr weiterf\u00fchrende, interdisziplin\u00e4re Forschungen. Neben den grundlegenden Arbeitstechniken sind jedoch sehr oft die Aufmerksamkeit und das wissenschaftliche Gesp\u00fcr der Forscherinnen und Forscher vor Ort letztendlich f\u00fcr einen tats\u00e4chlichen Grabungserfolg ausschlaggebend, wenn es gilt aus scheinbaren Nebens\u00e4chlichkeiten unmittelbar auf fundrelevante Gegebenheiten zu schliessen, ehe diese Vorkommen im allgemeinen Arbeitsablauf teilweise unwiederbringlich besch\u00e4digt oder gar zerst\u00f6rt werden. Es ist der Aufmerksamkeit von <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Mag. Peter Stolz,<\/i> dem Polyglaciologen dieser arteologischen Expeditionen zu verdanken, dass er umgehend die artifizielle Struktur dieser Schottersch\u00fcttung erkannte und sofort die erforderlichen arteologischen Massnahmen einleitete, ehe durch die \u00fcblichen Arbeiten der eingeborenen Hilfskr\u00e4fte eine nachhaltige Sch\u00e4digung eintreten konnte.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/wp-content\/uploads\/pitzi_09_93-6.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-959\" alt=\"humanoider fund, pitztal 1999, dr. arkadasch, arteologie\" src=\"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/wp-content\/uploads\/pitzi_09_93-6-150x150.jpg\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a>Die entsprechenden Arbeiten dauerten bis in die fr\u00fchen Abendstunden des 12. Septembers. Schicht f\u00fcr Schicht wurde dabei im Geviertbereich der Trockenmauerung kieseliges Material abgetragen, ohne dabei auch nur auf einen einzigen Fund zu stossen. Die anf\u00e4ngliche Erwartungshaltung des gesamten Expeditionsteams wich einer zunehmenden, routinierten Vorgangsweise, ehe um ca. 17:00 Uhr erst ein und dann ein zweiter fingerartiger, organischer Fund ausgegraben wurde.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Beide Fundst\u00fccke waren mit einer dicken, kalkartigen Belagsschicht \u00fcberzogen, wissen jedoch \u2013 im Gegensatz zu bisherigen organsichen Funden in Nordtirol \u2013 keinerlei direkte Einbettung in eine architektonische Baulichkeit vor, abgesehen von der insgesamten Umfriedung durch die bereits beschriebene Schottersch\u00fcttung. Weder von der Fundlage, noch vom umgebenden Material her gab es irgendeinen spezisierenden Hinweis auf formale Beabsichtigungen, die eine Erstanalyse dieser Fundungen zu- und einordenbar definierte.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Mit der unmittelbaren anatomisch-pathologischen Diagnose durch den Expeditionsarzt <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Dr. Armin Lengauer<\/i> konnte jedoch zweifelsfrei festgestellt werden, dass es sich bei diesen beiden organischen Fundungen eindeutig um menschliche Extremit\u00e4ten handelt, welche jedoch nicht zwingend von einer einzigen Person und\/oder Hand stammen m\u00fcssen. Selbst die Frage nach ihrer arteologischen Relevanz konnte zu diesem Zeitpunkt noch keineswegs beantwortet werden.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/wp-content\/uploads\/pitzi_09_93-8.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-960\" alt=\"humanoider fund, pitztal 1999, dr. arkadasch, arteologie\" src=\"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/wp-content\/uploads\/pitzi_09_93-8-150x150.jpg\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a>Die Bergung dieser beiden Extremit\u00e4ten erfolgte entsprechend den arteologischen Grabungsparametern.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Der gesamte Bereich dieser Schottersch\u00fcttung wurde an diesem Tag unter Einsatz k\u00fcnstlicher Beleuchtung noch freigelegt, da die Wettervorhersage f\u00fcr die kommenden Tage eventuelle Regenschauer prognostizierte. Dabei konnten keinerlei weitere Fundst\u00fccke mehr ausgegraben werden. Auch die in den n\u00e4chsten Tagen vorgenommenen Siebungen des Aushubmaterials zeitigten keine zus\u00e4tzlichen Ergebnisse, weder im Hinblick auf Alltagsmaterialien noch kultische und\/oder grab\u00e4hnliche Beigaben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Nachhinein werden viele Fundungen und Entdeckungen im Bereich der Wissenschaften oftmals als unerwartete und&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/958"}],"collection":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=958"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/958\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":961,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/958\/revisions\/961"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=958"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=958"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=958"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}