{"id":971,"date":"2015-03-13T23:01:46","date_gmt":"2015-03-13T21:01:46","guid":{"rendered":"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/?p=971"},"modified":"2015-03-13T23:01:46","modified_gmt":"2015-03-13T21:01:46","slug":"pitztal-juli-oktober-1999-ausgrabungsprotokoll-226","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/?p=971","title":{"rendered":"Pitztal, Juli &#8211; Oktober 1999, Ausgrabungsprotokoll 22\/6"},"content":{"rendered":"<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Beim <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Finger Nr. 4<\/i> handelt es sich um das zweite humanoide Fundst\u00fcck, welches in unmittelbarer N\u00e4he von <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Finger Nr. 3<\/i> vorgefunden wurde. Obgleich durch das Geschiebe welches durch den Mauerverbruch der ostseitigen Einfriedung kontinuierlich beg\u00fcnstigt wurde, die urspr\u00fcngliche Lage beider humanoider Fundst\u00fccke nicht mehr eindeutig bestimmt werden kann, ist davon auszugehen, dass das Kieselbett insgesamt einer allm\u00e4hlichen Verrutschung unterlag, da die \u00f6stliche Einfriedung weder durch eine abrupte \u00e4ussere Einwirkung zerfiel noch durch sonstige mechanische Einfl\u00fcsse von aussen zerst\u00f6rt wurde. Die vorhandenen Bruchst\u00fccke weisen eindeutig auf eine statische Instabilit\u00e4t hin, die einerseits durch die zum Bachbett hin abfallende Gel\u00e4ndekante des gewachsenen Felsens verst\u00e4rkt wurde und andererseits durch punktuelle Materialerm\u00fcdungen im Gef\u00fcge der Trockenmauerung bedingt war. Dabei ist jedoch von einer kontinuierlichen Verbrechung, beginnend bei der Mauerkrone, auszugehen, die im Laufe von mehreren Jahrzehnten zur gegenw\u00e4rtigen Verflachung insgesamt f\u00fchrte. Die dadurch beg\u00fcnstigte Driftbewegung der durch das Geviert eingeschlossenen Schottersch\u00fcttung verst\u00e4rkte sich aufgrund der Schotterstruktur, die ausschliesslich aus gewaschenen Kieseln in einer Rollierung zwischen zwei und 3,7 cm gebildet wurde. Das Roll- und Gleitverhalten von abgerundeten Kieseln wird seit alters her in der Trassierungstechnik von Strassenunterbauten zur Drainagierung des Oberfl\u00e4chen-und Sickerwassers eingesetzt, wobei hier jedoch darauf geachtet wird, durch die Beimengung von Sanden und mergeligen Bindeschichten einen zwar durchl\u00e4ssigen, aber dennoch festgef\u00fcgten Bauk\u00f6rper zu erhalten, der dauerhaft darauf angelegt ist grosse mechanische Belastungen auszuhalten und zu kompensieren. Dieser Stabilit\u00e4tsfaktor wurde bei der Fundung im Pitztal offensichtlich bewusst ausser Acht gelassen. Zum einen um dadurch eine m\u00f6glichst dauertrockene Umgebung f\u00fcr die eingebetteten Humanfunde zu gew\u00e4hrleisten und zum anderen liegt die Hypothese nahe, dass durch die Geviertmauerung die erforderliche Stabilit\u00e4t sichergestellt erschien.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Die origin\u00e4re Lage der beiden humanoiden Fundst\u00fccke kann somit nur theoretisch ermittelt werden, jedoch liegt unter Ber\u00fccksichtigung der Verschiebung des Schotterbettes der Schluss nahe, dass es sich hierbei lediglich um eine Gesamtverschiebung innert eines halben Meters handeln kann, wobei diese Verschiebungen in mehreren kleinen Schritten abliefen und daher eher fl\u00e4chig ausgefallen sind, selbst unter Ber\u00fccksichtigung des immanenten Rieselverhaltens gewaschener Kiesel dieser Gr\u00f6ssenordnung.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Der Liegeort der beiden Finger zueinander unterlag somit einer relativ geringen Ver\u00e4nderung und kann daher unter Ber\u00fccksichtigung der beschriebenen, gel\u00e4ndebedingten Drift in seiner origin\u00e4ren Beabsichtigung nachvollzogen werden. Dies belegt auch die bioterrestrische Untersuchung des umgebenden Schottermaterials, bei welcher keinerlei weitere Spuren einer zus\u00e4tzlichen Verschiebung festgestellt wurden.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Beim <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Finger Nr. 4<\/i> handelt es sich um den weiblichen Ringfinger einer linken Extremit\u00e4t. Sowohl die pathologischen Untersuchungen als auch s\u00e4mtliche Laboranalysen belegen die zweifelsfreie Zusammengeh\u00f6rigkeit beider humanoider Fundst\u00fccke. Es handelt sich somit um Finger der ein und derselben Hand, die beide post mortem im Zuge eines geschlossenen Handlungsablaufes amputiert und mumifiziert wurden.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\"><i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\"><a href=\"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/wp-content\/uploads\/finger-nummer-4_aussen.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-972\" alt=\"finger nummer 4, humanoider fund, pitztal 1999, dr. arkadasch, arteologie\" src=\"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/wp-content\/uploads\/finger-nummer-4_aussen-150x150.jpg\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a>Finger Nr. 4<\/i> weist eine Gesamtl\u00e4nge von 5, 93 cm auf und misst an seiner Abtrennungsstelle einen maximalen Querschnitt von 1,41 cm. Das letzte Fingerglied, mit einem perfekt erhaltenen Fingernagel von 1,02 cm L\u00e4nge, endet nach 1, 70 cm an der entsprechenden Gelenkskapsel, w\u00e4hrend das zur Handfl\u00e4che hin erste Fingerglied 1,71 cm misst. Die Breite des Fingernagels betr\u00e4gt an der breitesten Stelle 0,69 cm.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Die Pr\u00e4paration erfolgte Deckungsgleich der Mumifizierung von <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Finger Nr. 3<\/i>.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Keiner der beiden Finger tr\u00e4gt Spuren von metallischem oder sonstigem Schmuck, gleichwohl die Altersbestimmung eindeutig belegt, dass es sich bei der urspr\u00fcnglichen Tr\u00e4gerperson dieser Extremit\u00e4ten um eine Frau im Alter zwischen 32 und maximal 40 Jahren gehandelt haben muss. Dennoch weisen beide Finger eindeutig darauf hin, dass keinerlei schwere k\u00f6rperliche Arbeiten diese Finger nachhaltig morphologisch beeinflusst haben, vielmehr belegt die Textur der Epidermis ein hohes Ausmass von pflegerischer Sorgfalt w\u00e4hrend der gesamten Lebensdauer.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/wp-content\/uploads\/finger-3_4_rekonstruktionszeichnung.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-973\" alt=\"rekonstruktion, humanoide funde, pitztal 1999, dr. arkadasch, arteologie\" src=\"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/wp-content\/uploads\/finger-3_4_rekonstruktionszeichnung-150x150.jpg\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a>Aufgrund dieser Erkenntnisse \u2013 und sicherlich auch in Anlehnung an die humanoiden Funde bei den bisherigen arteologischen Expeditionen im <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Nordtiroler Raum<\/i> \u2013 wurden diese beiden weiblichen humanoiden Funde umgehend als \u201e<i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">die Pitza<\/i>\u201c bezeichnet und dieser popul\u00e4rwissenschaftliche Fundname nicht nur von den lokalen Medien verbreitet, sondern er fand auch Einzug in die entsprechende Fachliteratur.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Die Rekonstruktion der beiden Fingerfunde zeigt die wahrscheinliche Stellung beider Extremit\u00e4ten im Gesamtgef\u00fcge einer insgesamten Darstellung einer linken, weiblichen Hand und vermittelt dergestalt anschaulich die Zierlichkeit als auch Feingliedrigkeit dieser humanoiden Fundung.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Beim Finger Nr. 4 handelt es sich um das zweite humanoide Fundst\u00fcck, welches in unmittelbarer&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/971"}],"collection":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=971"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/971\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":974,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/971\/revisions\/974"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=971"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=971"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=971"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}