Kitzbühel, Juli - Oktober 2003, Ausgrabungsprotokoll 13

Kitzbühel, Juli – Oktober 2003, Ausgrabungsprotokoll 13

mag. peter stolz, polyglacialisierung, kitzbuehel 2003, dr. arkadasch, arteologieIm Zuge dieser Dokumentation wurde auch erstmalig das „Polyglacialisierungsverfahren nach Mag. Peter Stolz“ – PPS – einer breiteren Öffentlichkeit vorgestellt. Das Polyglacialisierungsverfahren nach Mag. Peter Stolz stellt eine vollkommen neu­artige Möglichkeit der Konservation unter gleichzeitig optischer Permanent­zu­gänglichkeit von organischen und/oder humanoiden Fundungen im Bereich der arteologischen Forschung und Erkundung dar.

Im Vordergrund steht dabei die wissenschaftliche Zugänglichkeit von Fundungen aller Art, die ob ihrer organischen Strukturen auf Dauer einem steten Verfallsprozess ausgesetzt sind. Diese Prozesse können sowohl korridiver Art (Verbindungen mit ein- und mehrstufigen Sauerstoffen) als auch mikrobiologisch (Verwesungen und gastroimanente Verdauungsprozesse) bedingt sein.

Mit der Polyglacialisierung nach Mag. Peter Stolz (PPS) gelingt es, sämtliche dieser Um­wand­lungs- und/oder Zersetzungsabläufe einerseits zu stoppen (durch spontane oder schrittweise oxygonale Reduktion) und anderseits die derart behandelten Fundungen am Status Quo ihres morphostrukturellen Erscheinungsbildes zu erhalten. Zusätzlich wird durch die Polyglacialisierung (PPS) ein Maximum an Transportsicherheit und Handling garantiert, welches sich für weitere Analysen und Untersuchungen von grossem Vorteil zeigt.

So ist es etwa möglich für mikroskopische Untersuchungen Querschnitte jeder Art anzulegen, Objektschichtungen im molekularen Bereich anzufertigen, sowie zellulare Punktierungen direkt im und am eingeschlossenen Gewebe durchzuführen.

Bisherige Erfahrungen bestätigen die Annahme, dass unter Laborbedingungen jederzeit in einem nachfolgenden Polygalcialisierungsverfahren (PPS) neuerlich ein dauerhafter und vollkommener Einschluss des verbleibenden Objekts, ohne jegliche weitere Schädigungen erfolgen kann. Besonders dieser Aspekt eines neuerlichen polyglacialen Schutzes in einem zweiten Schritt – und theoretisch unter Umständen auch in weiteren Schritten – eröffnet sämtlichen Wissenschaften die auf den Erhalt und die Bewahrung von organischem Material angewiesen sind, vollkommen neue Möglichkeiten der Bearbeitung am und im Objekt, als auch eine neuerliche Komplettverkapselung der jeweiligen Untersuchungsmaterialien, ohne sie dabei unnotwendiger Weise zusätzlichen kontaminierenden Belastungen und / oder gar Verwesungsprozessen jeder Art auszusetzen. Bisher bedingte selbst jeder minimalinversive manuelle Eingriff in ein Fundobjekt unweigerlich eine gegenseitige Aktivierung und Beeinflussung der jeweiligen biochemischen Materialien mit dem jeweiligen Umfeld, selbst unter der Annahme eines perfekt sterilen Umfeldes in einem wissenschaftlichen Labor.

mag. peter stolz, polyglacialisierung 2, arteologie, dr. arkadaschMit dem Polyglacialisierungsverfahren nach Mag. Peter Stolz können nun Fundstücke jeder Art nach ihrer Vergiessung und nachfolgenden mehrtägigen Aushärtung bei bis zu Temperaturen von 21 Grad Celsius mehr oder weniger unbegrenzt aufbewahrt werden, wobei hier die branchenübliche Sorgsamkeit eines Lageristen für Nahrungsmittel vollkommen ausreicht, um die perfekte Qualität der jeweiligen polyglacialen Gussblöcke zu erhalten. Die Lagerfähigkeit wird bei einer Temperaturamplitude von plus 3 Grad Celsius bis 23 Grad Celsius und bei einer Luftfeuchtigkeit unter 55 % garantiert. Es ist lediglich darauf zu achten, dass die polyglacialen Gussblöcke weder direktem Sonnenlicht noch stark UV-haltigem Kunstlicht ausgesetzt werden, da es ansonsten leicht zu unerwünschten Vergilbungen, oder im Extremfall zu einer verstärkten Sprödheit des Gussmaterials kommen kann.

Für jede Art von Schnitten und / oder Eingriffen an den eingegossenen Fundobjekten wird der jeweilige polyglaciale Gussblock als Ganzes in eine Polymethylmethacrylatlösung eingelegt, der jedoch noch keine Zugabe von Härtern erfolgte. Erst wenn die jeweiligen Trennschnitte im originären Gussblock durchgeführt wurden und die entsprechenden wissenschaftlich erforderlichen Extraktionen des organischen Materials abgeschlossen sind, wird bzw. kann durch die Zuführung des jeweiligen Härters eine neuerliche Polyglacialisierung erfolgen, wobei mit diesem Verfahren erstmalig eine absolut sterile und zu 100 % fungizide Bearbeitung von Fundstücken mit organischem Material ermöglicht ist. Besonders die Kontamination mit unterschiedlichen Pilzen und Pilzenzymen stellte bisher ein grosses und teilweise nicht in den Griff zu bekommendes Problem in der postmortalen Untersuchung von arteologischen als auch archäologischen Funden dar. Durch das Polyglacialisierungsverfahren nach Mag. Peter Stolz gilt dieses Problem als gelöst.