Kitzbühel, Juli – Oktober 2003, Ausgrabungsprotokoll 12
Mit Ende Juli 2003 wurde die Sicherung aller Sondierungsgräben abgeschlossen und vom Bauamt der Stadtgemeinde Kitzbuehel abgenommen. Diese behördliche Vorgangsweise war nach der Verunfallung eines eingeborenen Hilfsarbeiters per Bescheid vorgeschrieben worden, auch wenn die unmittelbare Unfallursache in keinem direkten Zusammenhang mit der reinen Grabungstätigkeit stand. Die lokalen arbeitsrechtlichen Bestimmungen werden relativ streng ausgelegt, insbesondere, wenn es sich um ortsunübliche Beschäftigungen handelt, die zudem im Fokus einer interessierten Öffentlichkeit stehen. Seit Anbeginn der Grabungen begleitete ein Dokumentationsteam des Österreichischen Rundfunkes, Landesstelle Tirol, (ORF-Tirol) sämtliche Arbeitsschritte. Die Dreherlaubnis dazu war unter anderem eine Vorbedingung für die Erteilung der Grabungserlaubnis durch die zuständige Landesbehörde. Das Expeditionsteam beauftragte daher den langjährigen Partner, Fotografenmeister und Aquarellisten sämtlicher Expeditionen die in Nordtirol durch das Team um Dr. Arkadasch Dag durchgeführt wurden, Herrn Herwig Angerer mit der vertraglichen Absicherung sämtlicher Drehvorgänge und Nutzungsrechte. Dabei wurde vereinbart, dass in direkter Zusammenarbeit mit der Expeditionsleitung und dem Arteologischen Institut der Freien Universität Izmir, die arteologisch-wissenschaftliche Letztverantwortung in den Händen von Dr. Arkadasch Dag liegt. Zudem gilt vor der Ausstrahlung dieser Dokumentation das Prinzip der Einstimmigkeit auf beiden Seiten. Diese Regelung garantiert zum einen das Primat der wissenschaftlichen Aussagen gegenüber den rein filmischen Intentionen der verantwortlichen Redakteure und verhindert zum zweiten ein Abgleiten in einen rein narrativen Duktus, der den Inhalt in cineastischer Manier einem betrachtertauglichen Storytelling opfert.
Gleichwohl entpuppte sich diese Zusammenarbeit als äusserst positiv für beide Seiten, da diese Dokumentation „Vom Artefakt zur Arteologischen Genealogie“, produziert vom ORF-Tirol (2003) den renommierten Documentary-Award beim „International Broadcasting Symposion“ in Manchester (GB), in der Kategeorie „Beste wissenschaftliche Dokumentation“ erringen konnte. Als Folge davon wurde diese Dokumentation in mehreren europäischen Staaten ausgestrahlt (lediglich die Ausstrahlung in Griechenland wurde nicht synchronisiert, sondern die englischsprachige Version mit griechischen Untertiteln unterlegt) und im Jahr 2004 auch von CBS in den Vereinigten Staaten gesendet.
Für den finalen Schnitt dieser Dokumentation im ORF-Landesstudio Tirol in Innsbruck, reiste Dr. Arkadasch Dag zusätzlich im November 2003 nach Tirol und begleitete, gemeinsam mit dem Expeditionsfotografen, Herrn Herwig Angerer, als wissenschaftlicher Berater für vierzehn Tage die Erstellung der
filmischen Endversion.
Inhaltlich wurde dabei sowohl auf die grundsätzliche Bedeutung der wissenschaftlichen arteologischen Forschung eingegangen und mittels eines kurzen historischen Rückblicks die Grundlagen der Arteologie dargestellt. Den Hauptteil dieser Dokumentation bildeten jedoch die bisherigen sechs arteologischen Expeditionen in Nordtirol – von ihren Anfängen im Jahr 1981 bis zur gegenwärtigen Ausgrabung in Kitzbuehel im Jahr 2003 – wobei der filmische Schwerpunkt in der direkten Begleitung der jeweiligen Arbeiten und Vorbereitungen betreffend die Ausgrabungen in Kitzbuehel lag.
Verantwortlich dafür war von Seiten des ORF-Tirol Herr Bernhard Triendl, der es besonders in schwierigen Situationen verstand zwar ständig mit seinen Kamerateams am Puls des Geschehens zu sein, gleichzeitig aber niemals die eigentlichen arteologischen Arbeiten behinderte. Es ist diesem Feingefühl zu verdanken, dass es zu keinerlei nennenswerten Differenzen sowohl während der Dreharbeiten, als auch dem nachfolgendem Schnitt kam.
Mit dieser Dokumentation „Vom Artefakt zur Arteologischen Genealogie“, (ORF-Tirol, verantwortlicher Redakteur Bernhard Triendl) wurde ein qualitativer Schritt, im Sinne einer positiven Öffentlichkeitsarbeit, verbunden mit dem allgemeinen Bildungsauftrag der Freien Universität Izmir, nachhaltig erreicht.