Stubaital, Juli – Oktober 1985, Ausgrabungsprotokoll 7
Mit 10. Juli 1985 wurde offiziell an der „Grabungsstelle Stubaital“ – so die arteologisch korrekte Zuordnung dieser Grabungsstelle im „Arteologischen Grabungskatalog Nordtirol“, einer wissenschaftlich mittlerweile notwendigen und international üblichen Vorgangsweise bei mehreren lokalspezifisch kontextualisierbaren Fundstellen innerhalb einer soziogeografisch zusammengehörenden Topografierung – sowohl mit den unmittelbaren Sicherungsarbeiten der Fundstelle selbst als auch der Bergung der ersten keramoiden Fundstücke begonnen. Diese Erstentscheidung einer Beschlussfassung zu einer arteologischen Untersuchung im Stubaital erfolgt, wie zumeist bei eher zufälligen Fundsituationen, wie sie durch Bautätigkeiten oder der Natur zu verdankenden Geländeveränderungen (wie Hangabrutschungen, Vermurungen udgl. mehr) auftreten können, auf Grund einer kurzen, aber gründlichen optischen Diagnostizierung dieser ersten Fundstücke im Verfahren des mehr-Augen-Prinzips: es muss zumindest von drei arteologisch versierten Experten die wissenschaftliche Relevanz der Fundstücke bestätigt und in einem kurzen, der wissenschaftlichen Öffentlichkeit zugänglichem Report schriftlich bestätigt werden. Im Falle der Fundstücke im Stubaital erfolgte dies zum einen durch den Leiter des Arteologischen Instituts in Zagreb, Dr. Ravi Harrison, seiner Institutsstellvertreterin, Dr. Bolzana Mateiovic sowie über Bildinformation durch Dr. Arkadasch persönlich. Erst nach diesen Expertisen (welche in Gesamtverantwortung des Arteologischen Instituts der Freien Universität Izmir verifiziert und forschungstechnisch evident gehalten werden), und den damit verbundenen administrativen sowie monetären Bewilligungen, erfolgt die tatsächliche Beauftragung eines Expeditionsleiters zur umgehenden Umsetzung der erforderlichen Sofortmassnahmen in gesagtem Fundgebiet.
Wie bereits erwähnt ermöglichte es das zeitliche Zusammenfallen der universitären Arbeit mit dem Semesterschluss an der Freien Universität Izmir, dass Dr. Arkadasch innerhalb weniger Tage ein professionelles Expertenteam zusammen zu stellen vermochte – wobei das Gros dieses Teams von erfahrenen Mitgliedern der beiden bisherigen Expeditionen nach Nordtirol bildete – welches nach Eintreffen in Innsbruck/Nordtirol umgehend mit den Sicherungsarbeiten an der Fundstelle startete. Dass hierbei auf die bereits durch die beiden vorangegangenen Expeditionen aufgebauten infrastrukturellen Massnahmen zurückgegriffen werden konnte, erleichterte das rasche und effiziente Arbeiten vor Ort ungemein. So konnten von der Arteologischen Zentralstelle in Innsbruck aus sämtlichen Tätigkeiten koordiniert und initiiert werden:
Die Ausgrabungsstelle in der Gemeinde Telfes (Stubaital) befindet sich in etwa 18 km von der Innsbrucker Zentralstelle entfernt und kann so innert kürzester Zeit per PKW erreicht werden. Zudem sind sämtliche notwendigen Transporte von Menschen und Arbeitsmaterialien per LKW situativ organisier-und umsetzbar. Einmal mehr beweist dies, dass tatsächliche wissenschaftliche Effizienz gepaart mit monetärer Wirtschaftlichkeit der vorhandenen Ressourcen, eine Grundstruktur sowohl im Bereich der Materialverfügbarkeit als auch des wissenschaftlich einsatzbereiten Personals bedingt.
Als erste Massnahme vor Ort an der Fundstelle wurde mit den verantwortlichen Ingenieuren der Strassenbaufirma, in deren Baustellenabschnitt sich die Fundstelle befindet, dem Bürgermeister der Gemeinde Telfes als Verantwortlichem Erster Instanz für Bauvorhaben im Gebiet der Gemeinde Telfes und dem Finder/Erstentdecker der Fundstücke, in einem gemeinsamen Briefing die entsprechende Lokalisierung und Abgrenzung der Fundstelle vorgenommen und sofort mittels Absperrband markiert und eingegrenzt. Im Anschluss daran – hier sei besonders dem Vermessungsteam der Strassenbaufirma für ihre unbürokratische Hilfestellung gedankt – wurde die Fundstelle vermessen und planskizziert. Nahezu gleichzeitig erfolgte die erste Besicherung der offenliegenden Bodenabschnitte, in welchen die keramoiden Fundstücke vorgefunden wurden, um sie vor weiteren Witterungs- und/oder anderweitigen mechanischen Einflüssen zu schützen.