Einleitung zur Habilitationsschrift “Die Arteologie Tirols”, eingereicht von Dr. Arkladasch Dag.
Wie schon bisher zahlreiche prähistorische Funde belegen, war der Alpenraum – und hier ganz besonders Tirol – schon immer in besiedelungstechnischer Hinsicht ein prädestiniertes Habitatsgefüge. Dies wird hauptsächlich durch die geographische Lage bedingt: die talbezogenen Vorgaben von Wanderungs- und Besiedelungsrouten stellen und stellten eine der kürzesten Nord-Südverbindungen dar, die zudem mehrere Passpassagen anboten, die – in Bezug auf den gesamten Ostalpenraum – mithin zu den niedersten gehören, welche topo- und geographisch vorfindbar sind.
Meine wissenschaftliche Arbeit hat zum Ziel die Besiedelung und humanoide Inbesitznahme dieses in sich weitestgehend homogenen und abgeschlossenen territorialen Sektors (wobei hier die strengen politischen Grenzen nicht gelten, sondern einzig und allein die insitalen und transitalen Wanderbewegungen von Völkern und n die daraus resultierenden dauerhaften Beniederlassungen den Forschungsraum „Tirol“ definieren) über den Ansatz des Artifiziellen zu erforschen, zu beschreiben und zu dokumentieren.
Unter Außerachtlassung des biologischen Ansatzes, dass es mittlerweile als erwiesen gilt, dass sowohl Primaten als auch verschiedenste andere Säuge- und Vogeltiere den Gebrauch oder aber auch die Herstellung von einfachsten Werkzeugen beherrschen, geht die Arteologie von der Prämisse aus, dass in allen Bereichen eines tatsächlich humanoiden Habitats die Formung und Gestaltung von natürlichen und/oder naturähnlichen, bis hin zu rein künstlichen Gebrauchs- und Erzeugungsgegenständen den reinen Bereich der lediglichen „Anwendung“ verlassen und letztendlich zu einer intellektuell überprüfbaren und in sich einer Abstrahierung der zu Grunde liegenden Verwendungsabsicht innewohnenden Sinnhaftigkeit gelangen.
Dies im Detail und in seinen größeren Zusammenhängen anhand des Beispieles „Tirol“ auf zu zeigen betrachte ich als meine wissenschaftliche, arteologische Aufgabe.
- Was versteht man unter dem Begriff “Arteologie”
Die Arteologie versteht sich als wissenschaftliches Bindeglied zwischen der herkömmlichen Archäologie einerseits und den Sozialwissenschaften und der Historie anderseits. Hierbei stellen im Wesentlichen die humanoiden Artefakte (Artefakt [aus lat. ars (ursprgl.) „Bearbeitung“ und facere „machen, herstellen“] bezeichnet in der Archäologie einen von Menschen hergestellten Gegenstand. In der Regel handelt es sich dabei um handliche Objekte aus Holz, Knochen oder Stein und ähnlichen formbaren Materialien, die während einer archäologischen Unternehmung, z. B. einer Ausgrabung, entdeckt oder oberflächig gefunden worden sind.Beispiele für Artefakte sind u. a. Spitzen darunter Pfeilspitzen, zerscherbte Keramik, Tongefäße, Schmuckstücke, Kunstgegenstände oder Waffen. Allerdings werden auch Feuerstellen, Gruben oder Steinsetzungen als Artefakte angesehen. Das Studium dieser Objekte ist ein wichtiger Bereich der Archäologie, denn die Untersuchung der Artefakte gibt Hinweise auf vergangene Kulturen und deren Lebensweisen. Quelle: Wikipedia), neben den üblichen, aber nicht notwendigerweise im Vordergrund stehenden anthropologischen Funden, die basale Grundlage des wissenschaftlichen Arbeitsauftrages dar. Das Hauptaugenmerk dabei liegt auf der Fähigkeit des Menschen, begriffliche Abstraktionen reflexiv zu vergegenständlichen und in weiterer Folge in einem soziointernistischen Prozess zu optimieren.
2. Die Methodik der Arteologie
Die Arteologie als übergreifende soziohistorische Wissenschaft bedient sich sämtlicher Methoden der Archäologie sowie der angewandten Systematiken der arteologischen Lehre, insbesondere der vergleichenden Ethnologie und stellt eine rein faktenbezogene Gesamtansicht – geordnet nach Relevanz – aller belegbaren besiedlungstechnischen artefaktuellen Summerabilen eines bestimmten geografischen Raumgefüges in chronologischer Reihenfolge dar. Wesentlich dabei sind die Berücksichtigungen und gegenseitigen Einflussnamen sowohl in anthropologischer, kultureller, ökonomischer als auch soziologischer Hinsicht. Speziell der Bedeutung des artikulativen Sprachgebrauchs und dessen Einflussname auf das gesamtethnische Kommunikationsgefüge wird dabei Rechnung getragen.
3. Die Ziele der Arteologie
Die Arteologie erarbeitet mit ihren Methoden einen schlüssigen und in sich stringent belegbaren Nachweis über die kulturelle und anthropologische Herkunft einer ethnologischen Gruppe in ihrem derzeitig verorteten Habitat. Vermischungen und historisch gewachsene, genetisch nachvollziehbare Assimilationen werden dabei weitestgehend berücksichtigt, soferne sie nicht im statistisch gesehenen Irrelevanzbereich liegen. Somit ist klargestellt, dass die Arteologie eine sich ständig erweiternde Wissensgrundlage für die Herkunftsforschung jeglicher regionalen, als homogen empfundenen Gruppe , im Sinne einer ethnohistorischen Manifestierung als Basis des eigenen Verstehens und des Verständnisses insgesamt, als übergeordnetes Ziel erreicht.
/strong