Inntal, Juni - August 1982, Ausgrabungsprotokoll 2

Inntal, Juni – August 1982, Ausgrabungsprotokoll 2

Beschreibung des Grabungsgeländes: Das Grabungsgelände “Inntal” wird über folgende GPS-Daten verortet:

und kann somit über google maps kartographisch eingesichtet werden.  Das gesamte Grabungsgebiet liegt in einer gemischt genutzten , vorwiegend jedoch landwirtschaftlich bebauten Fläche. Es handelt sich dabei – da wir uns talbödig im Inntal befinden um huminöses Schwemmland mit tieferliegenden Schotterschichten die gesteinsmässig den kalkanteiligen Gebirgszügen des nordseitigen Inntals bis zu 95 % entsprechen und lediglich im Prozentbereich unter 3 von Hundert dem Urgesteinstypus der südgelegenen Gebirgsstrukturen des Inntals zurechenbar sind. Die Bodenanalysen belegen eine starke mittelalterliche Bodenkontaminierung in den oberen Humusschichten durch verschiedenste Schwermetalle (wobei hier Mercurium den Hauptanteil darstellt), die eindeutig den Verhüttungen der damaligen Silbergewinnung zuordenbar sind.  Die farblich stark akzentuierten Schichtungen der Humussode sind in den helleren Ockertönen direkt längeren Überflutungszeiträumen durch den Fluss Inn zuschreibbar und ermöglichen dank ihrer starken organischen Segmentierungen eine relativ exakte Datierung der einzelnen Schichten. Diese Überflutungsschichten sind von mergeliger, sandhafter Struktur die in sich eine stellenweise starke Veräderung von eingeschwemmten Ton- und Lehmerden aufweisen. In der arteologischen  Arbeit werden in derartigen Schichtung generell die meisten Funde entdeckt.

Das Forschungsteam “Inntal” hat nach eingehender Befundung der Probegrabungen und Sondierungen das Plangrabungsgebiet auf ein zusammenhängendes Areal von 2356 m² ausgewiesen und nach längeren Verhandlungen mit den einheimischen administrativen Vertretern und den Hochschulpartnern der Universität Innsbruck am 17. Juni 1982 mit den geometrischen Vermessungen begonnen, diese am 19. Juni abgeschlossen und eine einheimische Firma beauftragt dieses ausgewiesene Gebiet entsprechen zu umzäunen.

Die klimatischen Bedingungen dieser inneralpinen Talregion  führten zu den typischen, jahreszeitlich bedingten länger andauernden Niederschlägen (bis zu 150 ml pro Woche) die immer wieder durch Gewittergüsse verstärkt wurden. Gleichwohl das Forschungsteam “Inntal” bewusst auf einheimische Grabungskräfte zurück gegriffen hat, muss hier festgehalten werden, dass nur durch ausreichende Motivation (meistens in Form von Erfolgspauschalen pro umgeschichtetem Kubikmeter  Grabungsmaterial, bzw. durch die Androhung einer Nichtweiterverwendung bei weiter andauernder  schwacher Arbeitsmoral – welche oftmals für die männliche Bevölkerung fast schon symptomatisch erscheint) der Grabungsplan halbwegs eingehalten werden konnte.