Inntal, Juni – August 1982, Ausgrabungsprotokoll 6
Nach den ersten arteologischen Spuren die Dr. Arkadasch eindeutig in der Mikroskopierung von Marschlandsedimentierungen nachweisen konnte, erarbeitete das Team einen neuen, diesen Marschlandsedimentierungen entsprechenden Grabungskataster, der eine Effizienzsteigerung der Grabungskapazitäten im schwerpunktbezogenen Fundgrabungseinsatz zeitigte. Dabei wurde das Hauptgrabungsgelände in drei verschiedene Bereiche eingeteilt:
- Area of high degree of probability (AHDP)
- Area of normal degree of probability (ANDP)
- Area of low degree of probability (ALDP)
Um hierbei die Fundanwartschaft in den AHDPs zusätzlich zu steigern, veranlasste das Grabungsteam in diesen Bereichen Horizontalsondierungen von 4 m Länge im Parallelverschiebungsverfahren. Auf diese Art und Weise ist es möglich, innerhalb von relativ kurzer Zeit ein größeres Grabungsgebiet mit einer hermetischen Wahrscheinlichkeit von bis zu 75 % (vgl. dazu die Berechnungen von Gebhard Anderschwand, Arteologisches Institiut Mainau; „Die Mathematik als Teilgebiet der Arteologie“, Mainau’sche Universitätsbuchhandlung, Kapitel 13, Seite 687 ff) zu sondieren.
Zudem können diese Horizontalsondierungen in bestimmten, wissenschaftlich relevanten Bereichen ohne größeren Aufwand (wobei hier die hydrogeologische Dynamik auf keinen Fall außer Acht gelassen werden darf) zu einem vertikalen Stichgrabungsverfahren erweitert werden, welches wiederum – ausgehend von einer fundierten Vorabanalyse des Gesamtgrabungsgebietes insgesamt – einen hohe Returnrate der arteologischen Investigation mit sich bringt.
Ab 27. Juli 1982 wurde an einer genau abgegrenzten Örtlichkeit des Grabungsgeländes mit einer schulungsmäßigen Horizontalsondierung begonnen, da dieses Verfahren einer arteologischen Grabung selbst von jedem der einheimischen Handlanger ein basales Rüstzeug an Wissen und Verständnis abverlangt. Dr. Arkadasch Dag übernahm es hierbei das einheimische Grabungspersonal in manueller Grabungstechnik zu schulen, während die Anthropologin Frau Dr. Marga Sudanavesi auf die Handhabung und Erstversorgung von Fundstücken einging.
Diese Schulungen – welche im Einzelfall in Kleingruppen von einem bis zu drei Hilfskräften abgehalten wurden – dauerten bis zum 2. August 1982.
Die eigentliche Horizontalsondierung des Gesamtgrabungsgeländes begann am 4. August 1982 an drei vorab ausgewählten Stellen.